Einfach Imposant gewinnt Qualifikation der Fünfjährigen bei der WM junge Dressurpferde in Verden vor vier weiteren deutschen Pferden

WM junge Dressurpferde: Einfach Imposant macht seinem Namen Ehre bei den Fünfjährigen

Dressur
Einfach Imposant B mit Kira Laura Soddemann – wenn der Pferdename Programm ist.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Einfach Imposant B mit Kira Laura Soddemann – wenn der Pferdename Programm ist. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Einfach Imposant ist, wie er heißt. Das konnte man heute in der Qualifikation der Fünfjährigen bei der WM der jungen Dressurpferde erleben. Er war der beste von fünf deutschen Pferden, die sich im ersten Anlauf für das Finale empfehlen konnten.

Schon um 7.30 Uhr eröffnete das erste Pferd die Qualifikation der Fünfjährigen bei der WM der jungen Dressurpferde. 48 Pferde standen auf der Starterliste, 47 traten an. Der Beste von allen war ein Hannoveraner in der Hannoveraner Stadt Verden: Einfach Imposant B.


Zwei, die sich nicht gesucht, aber gefunden haben


2025 nahm der Hannoveraner Wallach Einfach Imposant B v. Escolar-Westernhagen (Z.: Daniela Burkhardt-Robert, B.: Peter Brenske) am Bundeschampionat teil, endete aber unter „ferner liefen“. Damals saß noch nicht Kira Laura Soddemann in seinem Sattel. Dass die beiden sich gefunden haben, war so eigentlich nicht geplant, wie sie heute erzählte. Dr. Peter Brenske, dem Einfach Imposant B gehört, wollte ein Pferd kaufen und Soddemann sollte bei der Verdener Eliteauktion den Markt sondieren.


„Mein Mann und ich sollten ein ganz anderes Pferd für einen Kunden von uns ausprobieren. Haben wir auch gemacht und haben uns dann noch ein paar andere Pferde angeguckt. ‚Impi‘ kam ziemlich spät dran, aber er hat mir sofort gefallen.“


Der Eindruck wurde noch besser als sie im Sattel saß, erzählt Kira Laura Soddemann. Sie habe ihn Probe geritten und ein ganz tolles Gefühl gehabt. „Dann ist es zum Glück so gelaufen, dass unser Kunde das ursprünglich angedachte Pferd nicht bekam und dann – fast aus Versehen, weil er unbedingt ein Pferd kaufen wollte – Impi gekauft hat.“


Das heute war das fünfte Turnier der beiden – und der fünfte Sieg. Soddemann: „Er hat Schritt, Trab, Galopp und dazu auch noch ganz, ganz, ganz tolle innere Werte. Das ist seine Superkraft. Er ist entspannt, aber trotzdem engagiert und ehrgeizig.“


Imposanter Auftritt in Verden


Schon bei den Sichtungen für die WM in Warendorf konnte Soddemann Einfach Imposant toll in Szene setzen. Und heute bestätigten die beiden, wie toll der Wallach sich entwickelt hat. Der schicke Escolar-Sohn trabt mit viel Schwung und Aktivität (8,8). Soddemann verstand es meisterlich, ihn in Momenten, in denen er fast etwas zu „schwebig“ zu werden drohte, zurück zur Losgelassenheit zu bringen. Seinen ganzen Schwung und die großen Bewegungen konnte Einfach Imposant B bereits sehr gut ausbalanciert in die Wendungen mitnehmen, die wunderbar geschmeidig in Stellung und Biegung waren. Wenn Verstärkung gefragt war, wurde der Wallach größer, nicht eiliger, könnte aber noch etwas besser von hinten herangeschlossen sein.


Beim Rückwärtsrichten nach gutem Halten trat er willig und diagonal zurück. Im Schritt marschierte er fleißig, taktsicher und losgelassen über den Rücken los, dabei sehr ergiebig im Raumgriff (9,0).


Raumgreifend ist auch der Galopp mit viel Engagement der Hinterhand (8,7). Hier fiel ihm die Lastaufnahme in der Versammlung zunächst etwas schwerer, aber im Außengalopp links fand er in die Versammlung und zeigte einen wunderbaren einfachen Wechsel, der allerdings von Kira Laura Soddemann auch super gefühlvoll eingeleitet war. Zum Abschluss zeigten die beiden noch ein sehr gutes Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen.


Alles in allem eine tolle Runde, eines Pferdes, das einen sehr zufriedenen Eindruck machte, sich gleichmäßig in der Anlehnung zeigte und von der Reiterin nicht in eine Form gezogen oder gedrückt, sondern gefühlvoll begleitet wurde. Zusammen mit jeweils 9,0 für Durchlässigkeit und Perspektive kamen die beiden auf genau 89 Prozent, mit denen sie die Qualifikation für sich entschieden.


Platz zwei für Bundeschampionats-Bronzegewinner


9,8 gab's heute für den Trab von Lord Löwenherz mit Ellen Richter, der in der Tat nicht viele Wünsche offen ließ. Foto: sportfotos-lafrentz.de
9,8 gab’s heute für den Trab von Lord Löwenherz mit Ellen Richter, der in der Tat nicht viele Wünsche offen ließ. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Platz zwei ging an DSP Lord Löwenherz von Bellin – einen weiteren Sohn des Lord Europe, der schon gestern bei den Sechsjährigen mit mehreren Nachkommen seine Vererberqualitäten demonstrierte. Der DSP-Wallach gewann beim Bundeschampionat 2025 Bronze, schon damals mit Ellen Richter im Sattel, die ihn für die Züchter und Besitzer vom MJS Gestüt von Bellin ausbildet.


Wenn Lord Löwenherz ins Viereck kommt, schaut man hin. Er ist groß und wirkt noch größer, wenn er sich in Bewegung setzt. Der Trab – maximal elastisch, fleißig und schwungvoll, dabei immer vom Boden weg und mit natürlicher Bergauftendenz. Die Verstärkungen entwickelte er aus dem Schub der Hinterhand nach vorne oben. Die schöne Kadenz in der Versammlung vermochte er auch schon in den gut gestellten und gebogenen Wendungen zu halten. Dabei war er fein in der Anlehnung, auch wenn die Nase noch etwas konstanter vor der Senkrechten bleiben dürfte. Aber die Reiterin musste zu keiner Zeit rückwärts einwirken, sondern konnte immer der Hand hinterher reiten. Trabnote: 9,8.


Der Schritt war sicher im Takt und fleißig, aber in Sachen Raumgriff ist Luft nach oben, 7,7. Im Galopp vermochte Lord Löwenherz sich bereits schön auf dem Hinterbein auszubalancieren (8,7). Zum Abschluss gelang dem Paar noch ein ebenfalls sehr gutes Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen.


Für die Durchlässigkeit gab es eine 8,7, für die Perspektive eine 9,0. Endnote: 87,8 Prozent.


Platz drei für die Bundeschampionesse


Weihegold mit Upgrade: Weihe's Happiness mit Alina Schneider. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Weihegold mit Upgrade: Weihe’s Happiness mit Alina Schneider. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Als Lord Löwenherz von Bellin letztes Jahr Bronze auf dem Warendorf Reitpferdeviereck gewann, ging der Titel an eine lackschwarze Prima Ballerina: Weihe’s Happiness OLD, Oldenburger Stute v. Dynamic Dream-Sir Donnerhall I, eine Weihegold-Enkelin, gezogen und im Besitz von Christine Arns-Krogmann, vorgestellt von Alina Schneider.


Die saß auch heute im Sattel der leichtfüßigen Tänzerin. Im Trab präsentierte die Stute sich schwungvoll, immer von hinten herangeschlossen, dabei aktiv und fleißig abfußend und in natürlichem Gleichgewicht. Dabei war sie sehr leicht, fast etwas zu leicht in der Anlehnung. Aber schön war, wie gefühlvoll Alina Schneider sie immer wieder ermunterte, der Hand zu folgen. 9,3 lautete die Wertnote für den Trab.


Der Schritt war gut in Takt und Raumgriff, aber die Bewegung hätte noch etwas mehr durch den Körper gehen dürfen, 8,8. Das zeigte sich auch im Galopp. In Arbeits- und mittlerem Tempo überzeugte die Stute wieder durch ihr fleißiges Hinterbein und den Abdruck vom Boden. In der Versammlung kam jedoch Spannung auf und die Stute machte sich fest. Im Außengalopp auf der rechten Hand ließ Alina Schneider sie dann etwas freier galoppieren, das war besser. 8,5 lautete die Note für den Galopp.


Beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen rollte die Stute sich eher ein, als dass sie sich an die Hand herandehnte. 8,2 gab es für die Durchlässigkeit, 8,8 für die Perspektive. Das bedeutete ein Gesamtergebnis von 87,2 Prozent und damit Platz drei.


Damit schreibt Weihe’s Happiness die züchterische Erfolgsgeschichte ihrer Oma im Stall Arns-Krogmann fort. Christine Arns-Krogmann sagt: „Happiness ist mein Liebling, weil sie mich total an Weihegold erinnert. Ich finde dieses Pferd einfach fantastisch, weil sie wie ein Update von Weihegold ist und noch mehr Front, mehr Vorderbein hat. Das, was Weihe ein bisschen gefehlt hat, hat dieses Pferd. Mehr Vorderbein, dabei das gleiche gigantische Hinterbein und die gleiche Einstellung – dieses Wollen einfach für den Reiter.“


Also dann – Weihegold hat bekanntlich drei Weltcup-Finals, Olympiagold und -silber und zahlreiche EM-Goldmedaillen gewonnen.


Zwei weitere Finalisten unter deutscher Fahne


Alexander Yde Helgstrand und Global Amour OLD. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Alexander Yde Helgstrand und Global Amour OLD. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Der Vater des Viertplatzierten, des ebenfalls beim Oldenburger Verband registrierten Global Amour OLD, war immerhin schon Weltmeister der jungen Dressurpferde und Europameister der Junioren: Global Player OLD. Mütterlicherseits stammt der von Britta Budeus-Wiegert gezogene Hengst v. Fürstenball ab. Er steht im Besitz des Stalls Helgstrand und Alexander Yde Helgstrand stellte ihn vor.


Im Seitenbild und im Trabablauf hat Global Amour viel von seinem Vater. Er bewegt sich locker und gleichmäßig durch den Körper, aber etwas laufend. In der zweiten Trabverstärkung schlich sich ein Taktfehler ein. 8,4 lautete hier die Note.


Halten und Rückwärtsrichten gelangen ausgesprochen durchlässig und willig. Im Schritt zeigte der Hengst sich ganz sicher im Takt und mit guter, gleichmäßiger Dehnung zur Hand, dabei schön durch den Körper und mit ergiebigem Raumgriff schreitend, 9,0.


Der Galopp des Hengstes ist praktisch, nicht so ein „Bergaufklettern“, wie man es schon von Helgstrand-Pferden gesehen hat. Im Gegenteil, der Hengst präsentierte sich locker, bereits sehr ausbalanciert und sicher in der Lastaufnahme. Die Übergänge waren gut herausgearbeitet, der Außengalopp sicher. 8,2 lautete die Wertnote.


Die sichere Anlehnung und der allgemeine Ausdruck von Durchlässigkeit und Zufriedenheit zusammen mit einem gelungenen Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen ergaben eine 9,0 in der Durchlässigkeit und 8,8 für die Perspektive. 86,8 Prozent wurden es ingesamt.


Einfach sprachlos


Zweites gemeinsames Turnier – WM Finale: Senza Parole F und Thomas Schulze. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Zweites gemeinsames Turnier – WM Finale: Senza Parole F und Thomas Schulze. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Auch das Pferd auf Rang fünf gehörte zum Bundeschampionatsfeld der Vierjährigen im Vorjahr: die Hannoveraner Stute Senza Parole F (Senza Parole = ohne Worte) v. Secret-For Romance. Das F steht für Züchterin und Besitzerin Dr. Christine Feichtinger, die die hübsche Dunkelbraune aus dem berühmten Rudilore-Stamm von Harli Seifert gezogen hat (Rubin Royal, Romanov etc.).


Im Sattel sitzt Thomas Schulze – das allerdings noch nicht lange. Verden ist das zweite gemeinsame Turnier für die beiden. Noch im Frühjahr saß Kathrin Dittmer im Sattel der Stute, die sie im vergangenen Jahr auch beim Bundeschampionat in Warendorf präsentiert hatte. Damals wurden sie Neunte mit 7,8 in der Qualifikationsprüfung. Thomas Schulze ritt Anfang Juni das erste Turnier mit ihr und gewann auf Anhieb zwei Dressurpferdeprüfungen der Klasse L. Dann waren da die Sichtungen für die WM und heute ihr Auftritt.


Die Trabtour war aus einem Guss mit viel Schwung und Kadenz, gut in der Anlehnung mit vorbildlichem Seitenbild. Die Stute floss geradezu durch diese ersten Minuten der Aufgabe (8,6). Auf Dauer wünschte man sich noch etwas mehr Bergauf in der Bewegung.


Auch der Schritt: Fleiß, Losgelassenheit, maximaler Raumgriff, vertrauensvolle Dehnung an die Hand, 8,8.


Das mehr Bergauf galt besonders für den Galopp. Die Stute nimmt Last auf, aber ihr Körperbau macht es ihr nicht leicht, die Kruppe abzusenken. Trotzdem zeigte sich ihre Versammlungsbereitschaft heute in allen Phasen und der Übergang zum Schritt im einfachen Wechsel war lehrbuchreif – das Angaloppieren dann aber nicht ganz auf die Hilfe. Auch beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen hätte sich mehr vorwärts und nicht nur abwärts gewünscht. Aber alles in allem wirkte die Stute aber sehr zufrieden und wie ein „Happy Athlete“.


8,5 gab es für die Durchlässigkeit, 8,6 für die Perspektive, 84,8 Prozent insgesamt, Rang fünf.


Und sonst?


Damit hatte Senza Parole die Favoritin aus Dänemark auf Platz sechs verwiesen, Søbakkehus Miss Malfoy v. Hesselhøj Down Town-Sir Donnerhall I (Z. u. B.: Dr. Christine Feichtinger) unter Joachim Thomsen. Die Stute wurde bis vor kurzem noch von Anders Sjøbeck Hoeck geritten und hat mit ihm das „dänische Bundeschampionat“ der Vierjährigen mit über 90 Prozent gewonnen. Auch mit Joachim Thomsen war sie schon zweimal siegreich in Dänemark. Die Stute zeigte drei sehr gute Grundgangarten, war recht gleichmäßig in der Anlehnung und schien in allen Phasen der Prüfung zufrieden und willig, von Thomsen fein begleitet. In den Trabverstärkungen hätte man sich etwas mehr Schub und schmaleres Spuren gewünscht, im Galopp in der Versammlung einen klareren Durchsprung im Dreitakt. 83,4 Prozent gab es (Trab 8,6, Schritt 8,2, Galopp 8,0, Durchlässigkeit 8,5, Perspektive 8,4).


Mit Spannung erwartet worden war auch der Auftritt des Bundeschampions der vierjährigen Hengste aus dem Vorjahr, Esquire OLD v. Escolar-Fürst Heinrich unter Eva Möller (Z.: Maria-Antonia Burczyk, B.: Iwiccy Dressage). Die beiden begannen gut mit sicherem Halten und einer recht schwungvollen ersten Trabtour. Doch in der ersten Trabverstärkung kam der Hengst deutlich auf die Vorhand, verlor die Balance und machte Taktfehler. Der Trab wurde zunehmend eilig. Die zweite Trabverstärkung begann besser, aber auch hier kam er dann ins laufen und verlor etwas die Balance. Die Taktfehler waren nicht so deutlich wie in der ersten Verstärkung, aber Gleichmaß war das auch nicht. Im Schritt zeigte Esquire sich taktsicher und gut in der Dehnung, aber nicht mit dem letzten Raumgriff. Die beste Grundgangart war heute der Galopp, wo Esquire schon gut Last aufzunehmen vermochte. Alles in allem wurden es 76,8 Prozent.


Auffällig war, dass die fünfjährigen Pferde in der Breite zufriedener wirkten als die Sechsjährigen, natürlicher vorgestellt und weniger aufgemischt. Das zu sehen tat gut .


Morgen um 14.30 Uhr beginnt das kleine Finale der Fünfjährigen und da haben die, die heute nicht unter den Top 12 waren noch einmal die Chance, als eines der drei besten Paare doch noch ins Finale einzuziehen.


Alle Starter- und Ergebnislisten aus Verden finden Sie hier.


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