Isabell Werth und Wendy gewinnen den Grand Prix Special, Justin Verboomen und Zonik Plus die Kür beim CDIO5* Fontainebleau
Favoritensiege in Fontainebleau
Isabell Werth und Wendy in Fontainebleau. Foto: FEI/Evan Oudin Mit 79,893 Prozent und Platz eins von allen Richtern gewannen Isabell Werth und Wendy den Grand Prix Special von Fontainebleau. Werth ritt die Trabtour konzentriert von Punkt zu Punkt mit klaren Unterschieden zwischen den einzelnen Tempi und etwas eiligen Verstärkungen. Recht stark war auch die Verbindung zur Reiterhand, im Trab wie im Galopp. Die Stute wirkte nicht immer zufrieden im Maul, verwarf sich zum Teil. Im Galopp kamen dann noch Fehler in den Einerwechseln hinzu. Die konnte Wendy unter anderem mit ihren ausdrucksvollen Piaffen und einem guten starken Schritt mit klarer Fußfolge, genügend Raumgriff und maximaler Dehnung zur Hand wieder wettmachen.
Platz zwei sicherten sich Carl Hester und sein Bordeaux-Sohn Fame mit 77,319 Prozent. Der inzwischen 16-jährige KWPN-Wallach hat nichts von seinem positiven Go verloren und zeigte eine lektionsfehlerfreie Runde, dennoch wünschte man sich ihn im Seitenbild weniger hoch und eng aufgerichtet.
Über Rang drei konnte sich Hesters Landsfrau und Schülerin Fiona Bigwood im Sattel der zehnjährigen selbst gezogenen Donna Bella v. Don Juan de Hus freuen, einer Tochter ihrer einstigen Erfolgsstute Atterupgaards Orthilia. Für die Stute war Fontainebleau ihr erster Auftritt auf dem Kontinent, ihr dritter CDI und 72,276 Prozent markieren ein neues Personal Best für die beiden.
Dr. Svenja Kämper-Meyer und Amanyara M wurden mit 71,326 Prozent Vierte. Auch ihnen wurden die Einerwechsel zum Verhängnis. Ein kleines Versehen zu Beginn der Diagonalen und ein Aussetzer auf der Mittellinie kosteten wertvolle Punkte.
Verboomen dominiert Kür
In Frankfurt hatten Justin Verboomen und Zonik Plus erstmals die 90 Prozent Schallmauer durchbrochen. Heute in Fontainebleau setzten sie noch mal einen drauf mit 91,885 Prozent. Zu Beginn der Prüfung schien eine dreiste Fliege den Meister bei der Arbeit zu stören. Jedenfalls stampfte Zonik Plus in der ersten Piaffe einmal energisch mit dem Vorderhuf auf, ohne sich dabei jedoch nennenswert aus dem Takt bringen zu lassen. Was auch im weiteren Verlauf der Trabtour nicht der Fall war, alles am Zwirnsfaden von seinem maximal dezent einwirkenden Reiter dirigiert. Wenn man etwas zu meckern suchen wollen würde, könnte man anmerken, dass der Hengst in den Piaffen ab und zu zum Nicken neigt und die Hinterhufe nicht immer spannungsfrei fußen. Dem gegenüber stehen unter anderem Pirouetten, die ihresgleichen suchen.
Wie dieses Jahr schon in ’s-Hertogenbosch mussten sich die Weltmeister Charlotte Fry und Glamourdale mit Rang zwei zufrieden geben. 88,225 Prozent gab es für das britische Top-Duo, das zudem Bronze bei den Olympischen Spielen in Paris gewann. Die erste Piaffe gelang den beiden heute besonders gut und in der Galopptour gehen die Punkte bei den beiden regelmäßig in die Höhe. Insgesamt war es eine fehlerfreie Prüfung für die beiden. Auf dem Wunschzettel nach wie vor: eine feinere Anlehnung.
Drei und vier nach Deutschland
Die Plätze drei und vier gingen an die beiden deutschen Mannschaftsreiter, Frederic Wandres mit Bluetooth und Benjamin Werndl auf Quick Decision.
Bluetooth zeigte sehr schöne Trabverstärkungen und gute erste Piaffen, fußte aber in den Passagen nicht immer gleichmäßig und wurde mehrfach in der Prüfung deutlich eng. Beim Aufnehmen aus dem starken Galopp trat er nach dem Schenkel. Sehr schön war wieder die erste Piaffe nach der Galopptour auf der Schlusslinie. Doch alles in allem sah der heutige Ritt ein bisschen nach Arbeit aus, wozu auch der unruhige Schweif beitrug. 81,085 Prozent gaben die Richter den beiden.
Ihre Feuertaufe auf dem großen Parkett bestanden haben Benjamin Werndl und Quick Decision FRH. Wie man es von Werndl kennt, stellte er den Quaterhall-Sohn in sehr schönem Rahmen mit leichter Anlehnung und dezenter Einwirkung vor. Und zudem fehlerfrei. Jedoch wünschte man sich besonders in den Lektionen höchster Versammlung noch mehr Energie aus dem Hinterbein. 79,595 Prozent brachten sie erstmals in die Nähe der 80 Prozent-Marke.
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