China gewinnt erstmals Dressur-Mannschaftsgold bei den Asian Games 2026

Klarer Dressur-Sieg für das Land des Lächelns im Land der aufgehenden Sonne bei den Asian Games 2026

Dressur
Deutlich zu erkennen bei Chinas bestem Paar, Jiayi Yu und Jackpoint: die feine Handschrift von Trainerin Cathrine Laudrup-Dufour.
Foto: FEI/Yusuke Nakanishi Deutlich zu erkennen bei Chinas bestem Paar, Jiayi Yu und Jackpoint: die feine Handschrift von Trainerin Cathrine Laudrup-Dufour. Foto: FEI/Yusuke Nakanishi
Zum ersten Mal in der Geschichte der Asian Games hat sich China den Mannschaftstitel in der Dressur gesichert. Im JRA Equestrian Park in Tokio setzte sich das chinesische Team mit einer Gesamtwertung von 208,148 Prozent durch.

Neun Mannschaften und 45 Paare gingen bei den Asian Games 2026 in Tokio an den Start. Am Ende wurde es ein deutlicher Sieg für die Gäste aus China mit Jiayi Yu auf Jackpoint, Jiayi Rao im Sattel Geniaal, Zhanzhao Gu mit Shakespeare sowie Yue Wu auf Iggy Pop Bek. Mit 208,148 Prozent ließ das Team die Republik Korea um fast drei Prozentpunkte hinter sich.


Dabei hatte China Rückenwind aus Europa. Jiayi Yu trainiert bei Dänemarks First Lady im Viereck, Cathrine Laudrup-Dufour, und Zhanzhao Gu wird von Lars Ligus betreut.


Yu und Jackpoint: Laudrup-Dufour-Schützlinge mit Bestleistung


Jiayi Yu und Jackpoint erzielten mit 70,265 Prozent Chinas höchste Wertung – eine neue persönliche Bestleistung und zugleich die zweithöchste Tageswertung überhaupt. Trainerin Cathrine Laudrup-Dufour, die ewige Silbermedaillengewinnerin, ließ sich von ihrer Schülerin später die Goldmedaille umhängen und witzelte, hier sei ein Bild zu sehen, von dem niemand gedacht hätte, dass man es je zu Gesicht bekommt: sie mit einer Goldmedaille. Was nicht ganz stimmt, schließlich verhalf sie Dänemark 2022 zu einem historischen Mannschaftsgoldtitel bei der WM. Aber das ist eine andere Geschichte.


Chinas zweitbeste Kombination, Jiayi Rao – besser bekannt als Sarah Rao – und Geniaal, kam mit 69,618 Prozent auf den vierten Tagesrang. Das Paar hatte im vergangenen Jahr bei den FEI Asian Championships in Pattaya (THA) sowohl den Einzel- als auch den Kür-Titel gewonnen und lag in Tokio weniger als einen Prozentpunkt hinter dem Tagesbesten Dongheon Nam aus Korea.


Auch Zhanzhao Gu und Shakespeare platzierten sich mit 68,265 Prozent unter den besten zehn. Yue Wu und Iggy Pop Bek wurden mit 67,735 Prozent Zwölfte – ihr Ergebnis war damit Chinas Streichergebnis.


Silber für Korea – komplettes Asian-Games-Debüt


Die Republik Korea sicherte sich mit 205,265 Prozent Silber. Für alle Mitglieder des koreanischen Teams war es die Premiere bei Asian Games, und was für eine! Dongheon Nam gelang mit seinem zehnjährigen Wallach Leonidas mit 70,559 Prozent eine neue persönliche Bestleistung – die beste Tageswertung überhaupt. Nam, der 2019 bei den FEI Asian Championships in Pattaya bereits Einzelgold gewonnen hatte, führt nach diesem Auftakt die Einzelwertung an.


Myeongseok Lee und Rosetti verbesserten mit 67,971 Prozent ebenfalls ihre persönliche Bestmarke und wurden Zehnte. Landsmann Hyunwoo Do kam mit Nina Ricci MP auf 66,735 Prozent und Rang 17. Auch hier macht sich der Einfluss aus Europa bemerkbar. Die drei haben über den Winter bei Helen Langehanenberg trainiert. Der vierte im Bunde, Shiwoo Kim auf Sir Hubert NRW, kann auf die Expertise der Ausbilder des Pferdes zählen, Borja Carrascosa und Alexander Brenninkmeijer.


Letzterer war derjenige, der sich getraut hat, von der neuen Regel für die Asian Games Gebrauch zu machen. Denn erstmals werden diese im gemischten Format ausgetragen, bei dem die Paare sowohl in der kleinen als auch in der großen Tour an den Start gehen dürfen. Koreas Shiwoo Kim und Sir Hubert NRW waren das einzige Paar, das sich in einen Grand Prix getraut hat. Sie erhielten 62,935 Prozent, noch das Streichergebnis der Mannschaft.


Japan holt Bronze auf heimischem Boden


Gastgeber Japan sicherte sich mit 204,117 Prozent Bronze, gut einen Prozentpunkt hinter Korea. Shingo Hayashi und King Leatherdale O erzielten mit 69,294 Prozent die Höchstwertung des Teams. Hayashi war zugleich der einzige Japaner im Team, der bereits zuvor bei Asian Games angetreten war. Seine drei Teamkollegen feierten alle ihr Debüt. Das waren zum einen Ryuma Hieda und Vagabund, die auf 67,529 Prozent kamen. Das Streichergebnis lieferten mit 66,647 Prozent Akiko Yonemoto und Bombay Saphire. Komplettiert wurde das Team durch Fumiyasu Nishiwaki, der mit dem 14-jährigen Oldenburger Wallach Fürst William einen alten Bekannten vorstellte, der einst Bundeschampion war, diverse Reiter und Besitzer hatte und nun für Japan 67,294 Prozent erhielt.


Japan hatte bereits 1994 auf heimischem Boden sowie 2018 in Jakarta Mannschaftsgold gewonnen.


Blick auf die Einzelwertung


Indien – Dressur-Mannschaftsweltmeister der Asian Games 2022 – verpasste das Podium diesmal knapp und wurde Vierter. Hier hatte es im Vorfeld einige Unruhe gegeben, weil der eigentlich stärkste indische Reiter, Anush Agarwalla, nur als Rerservist nominiert worden war.


Unter den Reiterinnen und Reitern ohne Mannschaft erzielte Aleksandra Maksakova (PLE) die höchste Wertung. Die von Anne van Olst trainierte Maksakova kam mit So Secret auf 69,882 Prozent – die dritthöchste Tageswertung.


Hsiu-hua Yeh aus Chinesisch-Taipei liegt nach einer neuen persönlichen Bestleistung von 68,383 Prozent mit Lorava auf Rang sieben der Einzelwertung.


Die zweite Einzelqualifikation findet am Samstag statt, das Einzelfinale folgt am Sonntag.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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