Gestüt Birkhof: Deckhengst Acordelli mit 26 Jahren verstorben
Acordelli lebt nicht mehr
Acordelli (2000-2026), hier auf der Hengstvorführung des Gestüts Birkhof 2024. Foto: gestuet-birkhof.com Der Württemberger Prämienhengst Acordelli ist tot. Das meldet das Gestüt Birkhof. Der Braune wurde 26 Jahre alt. Der Acord II-Sohn aus der Zucht von Walter Frank hatte eine Fanbase, die ihresgleichen sucht. Bei Hengstvorführungen reichten die ersten Takte von „seiner“ Musik (aus der Feder von John Philip Sousa), und in der Fankurve brandete Applaus auf. Bis ins hohe Alter kam der Hengst mit seinem großen, wachen Auge, dem wohlgeformten Hals, den er seiner Holsteiner Abstammung verdankte, dann in der Pose eines athletischen Königs in die Arena getrabt.
Acordelli – 24 Jahre auf dem Birkhof zuhause
Beim Freilaufen ließ sich dann „seine Majestät“ aber zunächst genüsslich in die Späne nieder. Vom Wälzen konnte ihn kein noch so hektisches Peitschengewedel abhalten. Erst dann galoppierte er weit ausgreifend fröhlich durch die Halle.
Die Karriere des Dunkelbraunen hatte bei der Körung in Marbach im Jahr 2002 begonnen. Damals verließ Acordelli mit der Prämie den Körplatz und landete als Preisspitze auf dem Gestüt Birkhof, das für die kommenden 24 Jahre seine Heimat sein sollte.
Michael Jung im Sattel
Als junges Pferd wurde er unter anderem von Michael Jung geritten. Acordelli, dessen Mutter noch eine direkte Tochter des Stempelhengstes Cor de la Bryère war, vererbte sich so, wie er selbst war. Schön, rittig, mit Potenzial für Springen und Dressur. Auch wenn der ganz große Werbeträger unter seinen Kindern fehlt, so weist seine Nachkommenschaft dennoch alles auf, was gemeinhin als Qualitätsindizien für Vererbungsleistung gilt: 511 Nachkommen waren als Turnierpferde eingetragen, darunter Sieger in S-Dressuren und S-Springen. Auch internationale Vielseitigkeitspferde haben den Birkhof-Hengst zum Vater. Schließlich hat er sechs gekörte und ins Hengstbuch I eingetragene Söhne auf seinem Haben-Konto. Und auch eine Tochter, die als Siegerstute ausgezeichnet wurde.
Comeback nach Verletzung
Nach einer Verletzung in jungen Jahren schien ein Reiten nicht mehr möglich zu sein. Doch nach längerer Rekonvaleszenz wurde er wieder fit und trug Lisa Casper, die Tochter des Besitzers Thomas Casper, damals zwölf Jahre jung, über A-Springen.
Für Hengsthalter Casper zählte Acordelli immer zu seinen Lieblingshengsten: „Acordellis konnte ich ungeritten verkaufen. Wer einmal einen Acordelli hatte, wollte danach nichts anderes mehr.“ „Schön, lieb, rittig“, das seien die Qualitätsmerkmale gewesen. „Alles Dinge, auf die wir in der Zucht wieder mehr achten sollten.