Dressurrichter Uwe Mechlem verstorben
Trauer um Olympiarichter Uwe Mechlem
Uwe Mechlem im Jahr 1992.
Foto: toffi-images.de Seinen 91. Geburtstag im Juni hat Uwe Mechlem noch erlebt. Am 14. September 2026 hat er sich verabschiedet. Der gebürtige Bayer aus Mittenwald war ein Allrounder im Sattel und ein Dressurspezialist ersten Ranges am Richtertisch.
Werdegang
Uwe Mechlem kam am 26. Juni 1935 als Sohn des Murnauischen Speditionsunternehmers Franz Mechlem zur Welt. Sein Vater war es, der Uwe Mechlem mit Pferden in Kontakt brachte und die Saat für eine Passion legte, die ein Leben lang hielt – auch wenn der berufliche Werdegang ihn als Diplom-Kaufmann in die betriebswirtschaftliche Richtung führte. Mechlem war ein Allrounder, auch im Sattel. Im Springen war er allein sechsmal Bayerischer Meister. In der Dressur wurde er zweimal Landesmeister, verbuchte hier zudem Erfolge bis Grand Prix Special.
Vom Reiter zum Richter
Anfang der 1960er-Jahre legte Uwe Mechlem seine Prüfung zum Richter ab. Gut zehn Jahre später richtete er international und 1989 wurde er in den erlauchten Kreis der „O-Richter“ aufgenommen, wie diese damals noch hießen. „O-Richter“ waren diejenigen, die bei Championaten über die Medaillenvergabe entscheiden durften – etwas, was Mechlem bei unzähligen Gelegenheiten getan hat.
Er richtete bei Deutschen Meisterschaften, drei Europameisterschaften, vier Weltcup-Finals sowie zwei Olympischen Spielen, denen von Barcelona 1992 und Atlanta 1996.
Später wurde Mechlem zudem ins Judging Supervisory Panel (JSP) der FEI berufen, einem Gremium renommierter Richter, die bei strittigen Urteilen der Kollegen am Viereck das letzte Wort haben.
Die Geschicke des Sport lenkte er aber nicht nur durch seine Richterurteile.
Funktionärstätigkeiten
Von 1981 bis 2002 gehörte Uwe Mechlem dem Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) an, zuletzt zwei Jahre lang als Vorsitzender.
Von 1994 bis 1998 war er zudem Teil des Dressurkomitees beim Weltreiterverband FEI. In dieser Zeit arbeitete er mit an der Entwicklung eines neuen Championatsmodus, inklusive der damals noch recht neuen Kür.
Im Jahr 2000 wurde Uwe Mechlem von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet.