Dorothee Schneider und Vainquer gewinnen Grand Prix auf dem Anakenenhof

Nach über einem Jahr Pause: Doro Schneiders Vainqueur macht seinem Namen Ehre

Dressur
Dorothee Schneider und Vainqueur.
Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Dorothee Schneider und Vainqueur. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de
In der Reithalle des Pinneberger Anakenenhofs hatte sich für den Grand Prix einige Prominenz versammelt, darunter Dorothee Schneider und Vainqueur, der sein erstes Turnier in dieser Saison geht.

Ihren ersten Grand Prix mit ihrem Vainqueur (Französisch für „Gewinner“) nach mehr als einem Jahr Turnierpause hatte sich Reitmeisterin und Olympiasiegerin Dorothee Schneider sicherlich pannenfreier erhofft. Andererseits war es ein Grund sich zu freuen, wie wenig sich ihr 13-jähriger Vivaldi-Sohn am Ende ablenken ließ.


Nachdem er vor den Traversalen noch sehr misstrauisch in die Hallenecken schielte fing er sich und tanzte durch die Traversalen bis zu den Richtern, wo halten und rückwärtsrichten gefragt war. Vainqueur stand wie eine deutsche Eiche. Aber das Rückwärts musste warten. Erst einmal musste er Ballast loswerden. Als das erledigt war, ließ er sich willig rückwärtsrichten, trabte geschmeidig an und zeigte sowohl eine schöne Verstärkung als auch eine sehr gelungene Passage.


Vor der Piaffe dann die nächste unvorhergesehene Situation. Vainqueur verlor ein Zubehörteil seiner Zäumung, vermutlich eine Schaumstoffunterlage, die ihm direkt vor die Hufe fiel. Kein Problem, er piaffierte ungerührt und recht lebhaft weiter, kam ganz gut raus in die Passage und ging danach taktreinen, aber nicht allzu raumgreifenden Schritt.


Auch in der Galopptour hatten die beiden noch einige schöne Momente, etwa in den Zick-Zack-Traversalen und den Pirouetten, insbesondere der ersten. Deutlich verbessert waren die Zweierwechsel. Die Einer waren allerdings immer noch stark schwankend und einmal nicht ganz durchgesprungen, was doppelt teuer war.


Unter dem Strich wurden es 73,733 Prozent für das Paar.


Die weiteren Platzierten


Über Rang zwei (und Platz eins bei Chefrichter Harry Lorenz bei C) konnte sich Fabienne Müller-Lütkemeier mit ihrer 15-jährigen westfälischen Stute Valencia As freuen. Sie hatten nur vier Punkte weniger als Doro Schneider und Vainqueur. Dahinter reihte sich mit dem für Portugal startenden Nuno Palma E Santos im Sattel seines Fortunity v. Franziskus ein Championatspaar ein. Die beiden waren letztes Jahr bei der EM in Crozet am Start. Heute wurden es 73,233 Prozent.


Nummer vier in der Ü73 Prozent-Riege waren die beiden Louisdor-Preis Zweiten, Thomas Wagner und Escolar’s Emil. Sie erhielten 73,133 Prozent.


Apropos Louisdor-Preis …


Mannschaftsweltmeister Frederic Wandres ist dieses Wochenende ebenfalls in Pinneberg am Start und hatte heute zwei Pferde dabei. Das war zum einen der Sieger der Louisdor-Preis Etappe in Hagen, Imo Pectore. Der neunjährige Ibiza-Sohn wurde Sechster mit 72,033 Prozent. Vor wenigen Wochen in Rastede war er auch schon siegreich mit über 74 Prozent. Er hat deutlich an Sicherheit gewonnen. Deutlich Luft nach oben ist noch in den Piaffen.


Ein besonders spannendes Pferd ist aber der 14-jährige Hannoveraner Fahrenheit-Sohn, mit dem Wandres Fünfter wurde. Er hört auf den schönen Namen Fred und gehört der für Armenien startenden Carrie Schopf, die ihn auch schon international geritten hat. Der Wallach war vor allem in den USA im Einsatz, dort auch schon mit Wandres. Das war im März, wo sie einen der nationalen Grand Prixs mit 73,696 Prozent gewannen. Heute hatten die beiden nun ihren ersten Auftritt in Deutschland.


Vielleicht war Fred etwas zu kalt nachdem er seine ganzen letzten Starts im Sonnenstaat Florida hatte. Jedenfalls stand er anscheinend ziemlich unter Strom, war recht umweltorientiert und galoppierte in der ersten Trabverstärkung mehrfach an. Aber er hatte auch ganz tolle Momente – beispielsweise die fließenden Traversalen mit schöner Kadenz und Schulterfreiheit, überhaupt der sehr schöne Trab. Der Schritt war eher schwierig, aber das mag auch an der Anspannung des Wallachs gelegen haben. Außerdem zeigte er einiges Talent für Piaffe und Passage, sprang sehr schöne Serienwechsel und auch die Pirouetten überzeugten vom Grundsatz her. Woran es noch hapert, ist die Feinabstimmung. Heute gab es 72,833 Prozent.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


 


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