Die Bundeschampions der dreijährigen Reitpferde 2026 sind gekürt

Westfalen-Championesse ist Bundeschampionesse

Zucht
Bundeschampionesse der dreijährigen Stuten und Wallache: Moon River v. Maxim.
Foto: Rebecca Thamm Bundeschampionesse der dreijährigen Stuten und Wallache: Moon River v. Maxim. Foto: Rebecca Thamm
Die ersten Bundeschampions 2026 wurden bei den dreijährigen Reitpferden gekürt. Es siegten Westfalens Landeschampionesse und Hannovers Bronzegewinner. Bei den Stuten und Wallachen wurden zwei Pferde aus der Prüfung genommen.

Die elegante Rappstute Moon River v. Maxim-Escolar (Z. u. B.: Gestüt Gut Neuenhof KG) hatte schon bei der Westfalen-Woche in Münster-Handorf auf ganzer Linie abgeräumt, wurde Siegerstute und Landeschampionesse auf dem Reitpferdeviereck. Nun wiederholte sie ihren Erfolg auch in Warendorf. Mit großen Schritten (10,0), Tritten (9,0) und Sprüngen (8,5) marschierte sie unter Danica Duen unangefochten zum Titel.


Die altersgemäße Erfüllung der Kriterien der Skala der Ausbildung – kurz Rittigkeit – beurteilten die Richter Wolfgang Egbers, Reinhard Richenhagen und Catrin Wingender mit einer 9,5. Hier gefiel besonders der natürliche Ablauf. Außerdem war die Stute die einzige in der Abteilung, die sich beim Zügel aus der Hand kauen lassen, zumindest im Ansatz streckte.


Das Exterieur hatte gestern eine 8,5 erzielt. Diese Note wird nach dem neuen Verfahren zusammen mit dem Gesamteindruck zu jeweils 50 Prozent in eine gemeinsame Bewertung für „Harmonie und Funktionalität“ zusammengefasst. Die lautete 9,0.  Endergebnis: 9,15.


Aringer im Doppelpack


Sina Aringer stellte in dieser Prüfung zwei Pferde vor, die beide von Secret abstammen. Das war zum einen der Bronzemedaillengewinner des Hannoveraner Championats mit Namen Sixpack, der eine Sir Donnerhall-Mutter hat (Z.: Mathias Schulze, B.: Moormann-Hanke GbR). Den Richtern gefielen insbesondere Schwung, Dynamik und Hinterhandaktivität des Fuchses, die sie mit 8,8 im Trab und 9,0 im Galopp bewerteten. 8,7 gab es im Schritt, 8,8 in Rittigkeit und Schlussnote, 7,8 für das Exterieur. Endergebnis 8,72.


Aringer-Pferd Nummer zwei war die Oldenburger Championesse Spotlight, die eine Fürst Romancier-Mutter hat, von Laura Brandenburg gezüchtet wurde und ebenfalls im Besitz der Moormann-Hanke GbR steht. Die Stute hat jede Menge Potenzial und zeigte sich heute in der Prüfung auch besser im Gleichgewicht als noch gestern beim Pflichttraining. Die Richter vergaben 8,3 im Trab, 8,5 im Galopp, 8,2 im Schritt, 8,5 in der Rittigkeit und in der Schlussnote. Das Exterieur wurde mit 7,5 bewertet. Endnote 8,3.


Zwei Pferde, die heute noch überfordert waren mit den Aufgaben, nahmen die Richter aus der Prüfung.


Altersgerecht vorgestellt


Zwei Reiterinnen, die man lobend erwähnen muss, waren Christina Winkler auf der DSP-Stute Vaiana v. Va’Pensiero-Loving Dancer (Z. u. B: Josef Rief) und Alexandra Julia Vilmar im Sattel der Oldenburger Stute Ambers Tilly Idaho v. Tomahawk-Florencio (Z.: Tanja Reinke, B.: Martin Höck). Beide Pferde hatten noch Probleme, sich auszubalancieren, zeigten auch Spannungsmomente, waren nicht immer sicher in der Anlehnung – wie es bei Dreijährigen normal ist. Aber die Reiterinnen haben nicht versucht, ihnen über die Hand Stabilität zu geben, sondern weiterhin zur Hand hinzureiten. Die Wertnoten waren nicht der Rede wert, die altersentsprechende Vorstellung schon.


Familienpferd wird Bundeschampion


Bundeschampion der dreijährigen Hengste: Flacon v. Fontane. Foto: Rebecca Thamm
Bundeschampion der dreijährigen Hengste: Flacon v. Fontane. Foto: Rebecca Thamm

Der Champion der dreijährigen Reitpferde-Hengste 2026 heißt Flacon, ist ein gekörter Hannoveraner, kam bei Familie Schenk zur Welt und wurde von Jacob Schenk vorgestellt – so, wie schon beim Hannoveraner Championat, wo er die Bronzemedaille gewann. Flacon führt auf Vater- (Fontane) und Muttervaterseite (Floris Prince) das Florestan-Blut. Der hochgewachsene Dunkelbraune bewegte sich durchaus elastisch und ansprechend in den schwunghaften Grundgangarten und zeigte einen taktsicheren Schritt mit ausreichendem Raumgriff. Allerdings zog er immer mal wieder die Zunge hoch. Die Richter vergaben 8,5 im Trab, 9,0 im Galopp, 8,0 im Schritt, 8,4 in der Rittigkeit und 8,7 als Schlussnote, wozu 8,1 im Exterieur beigetragen hatten. Endergebnis: 8,46.


Silber ans DSP


Ein imposantes Pferd – optisch wie auch in den schwunghaften Grundgangarten – ist der Fuchshengst DSP Québec v. Quaterback-Fidertanz (Z.: Lutz Jaap) aus dem Besitz der Rothenberger Ventures GmbH. Leslie Rohrbacher stellte ihn vor. Im Trab vergaben die Richter eine 8,7, im Galopp eine 9,5. Der Schritt fällt dem gegenüber ab, ist zwar taktsicher und fleißig, jedoch begrenzt im Raumgriff. Die Rittigkeit wurde mit 8,0 bewertet. Im Exterieur gab es gestern eine 7,8, die zum Gesamteindruck von 8,2 beitrug. Endergebnis 8,38.


Bronze an den einzigen Oldenburger


Die Bronzemedaille ging an den Oldenburger Hengst, der auch beim Landeschampionat in Höven Bronze gewonnen hatte und der der einzige Vertreter seines Verbandes in der heutigen Prüfung war: Obsidian Cadillac v. Obsession Taonga-De Niro, gezogen von Gert Laisbo, im Besitz von Karsten Schuck und unter dem Sattel von David Taylor.


Helgstrands Trakehner Champion


Nicht in den Medaillenrängen landete der Trakehner Champion Hannu Haakon ND. Das ND steht für Nicole Derlin, der der Scaglietti-Millennium-Sohn aus der Zucht des Trakehner Gestüts Gut Staffelde GmbH gehörte, ehe er vor wenigen Tagen in den Besitz von Helgstrand Dressage wechselte. Mit Mette Sejbjerg saß Helgstrand-Stallreiterin Nummer eins im Sattel des Rappen.


Beim Trakehner Championat hatte er die Maximalnote 10,0 in Schritt (in der Qualifikation) und Galopp (im Finale) erhalten. Heute wurde es eine 8,3 für Trab und Galopp. Der Schritt – maximal raumgreifend, aber nicht immer mit klar erkennbarem V-Moment – erhielt eine 8,5. Das gab laute Buhrufe von der Zuschauertribüne, wobei nicht ganz klar war, ob man die Bewertung zu hoch oder zu niedrig fand. Rittigkeit und Exterieur erhielten eine 8,1, der Gesamteindruck 8,4. Endergebnis: 8,29. Die schönsten Momente der Prüfungen waren im und nach dem Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen. Vorher war die Anlehnung sehr fest.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.




Anmerkung: Ein ausführlicher Bericht zum neuen Format der Reitpferde-Bundeschampionate und den Eindrücken der Beteiligten folgt ein einem gesonderten Beitrag.


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