Shamonda-like-Virus beim Pferd: Erste Nachweise bei verstorbenen Pferden in der Schweiz
Neues Virus, neue Fragen – das Shamonda-like-Virus
Symbolbild Pferdeweide
Foto: sportfotos-lafrentz.de Das Shamonda-Virus ist ein Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe – verwandt mit dem Schmallenberg-Virus und dem Akabane-Virus. Seit den 1960er-Jahren in Afrika bekannt, galt es bis 2026 als nicht in Europa verbreitet. Anfang August 2026 wies das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine neue europäische Variante des Erregers bei Rindern in Süddeutschland nach. Infektionen wurden seitdem auch in der Schweiz, Frankreich sowie in mehreren deutschen Bundesländern bestätigt. Zuletzt wurde das Virus auf einem Betrieb im Kreis Höxter in NRW nachgewiesen.
Wie wird das Virus übertragen?
Das Shamonda-Virus wird nach aktuellem Kenntnisstand hauptsächlich durch Gnitzen übertragen – kleine blutsaugende Insekten, die auch das Schmallenberg-Virus und die Blauzunge verbreiten. Gnitzen sind dämmerungs- und nachtaktiv und lassen sich durch Stallhaltung allein nicht fernhalten.
Erstnachweis bei Pferden
Aus der ganzen Schweiz wurden seit Ende Juli den Pferdekliniken der Vetsuisse-Fakultät an den Universitäten Bern und Zürich Pferde mit neurologischen Symptomen gemeldet. Bekannte Erreger wurden in der Diagnostik ausgeschlossen. In Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Virologie und Immunologie (IVI) und der Vetsuisse-Fakultät wurde das Shamonda-like-Virus schließlich im Hirnmaterial zweier verstorbener Pferde nachgewiesen. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) betont, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um festzustellen, ob das Virus tatsächlich die Ursache der beobachteten Symptome ist.
Symptome beim Pferd
Betroffene Pferde wirken zu Beginn häufig teilnahmslos und abgeschlagen. Im weiteren Verlauf können neurologische Ausfälle auftreten, mit ausgeprägter Schläfrigkeit und einem schwankenden Gang. Ob diese Symptome regelmäßig im Zusammenhang mit dem Virus stehen oder ob es sich um Einzelfälle handelt, ist noch nicht geklärt. Ein Nachweis des Virus am lebenden Tier ist bisher nicht gelungen.
Betroffene Pferde wirken zu Beginn häufig teilnahmslos und abgeschlagen. Im weiteren Verlauf können neurologische Ausfälle auftreten, mit ausgeprägter Schläfrigkeit und einem schwankenden Gang. Ob diese Symptome regelmäßig im Zusammenhang mit dem Virus stehen oder ob es sich um Einzelfälle handelt, ist noch nicht geklärt. Ein Nachweis des Virus am lebenden Tier ist bisher nicht gelungen.
Schutzmaßnahmen und Therapie
Einen Impfstoff gibt es derzeit nicht. Betroffene Pferde können ausschließlich symptomatisch behandelt werden. Als wichtigste Präventionsmaßnahme empfehlen FLI und BLV den Schutz der Tiere vor Gnitzen: durch Repellentien, intensive Stallbelüftung und das Einstallen in der Dämmerung, wenn Gnitzen besonders aktiv sind. Für den Menschen besteht nach aktuellem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko.
Pferdehalter, die ungewöhnliche neurologische Symptome bei ihren Tieren beobachten, sollten tierärztlichen Rat einholen. Die Vetsuisse-Fakultät und das IVI arbeiten weiter daran, Krankheitsbild und Ausbreitung beim Pferd besser zu verstehen.
Quellen
- Friedrich-Löffler-Institut
- Universität Bern
- Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit
- topagrar.com
- Bayerischer Bauernverband