WM der Voltigierer mit Gold für deutsche Gruppe und Alice Leyer bei den Damen, Bronze für Bela Lehnen bei den Herren und mehr

Zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze – WM Medaillenregen bei den Voltigierern

Alice Layher und FBW Candy überragende Weltmeister in Aachen!
Foto: sportfotos-lafrentz.de Alice Layher und FBW Candy überragende Weltmeister in Aachen! Foto: sportfotos-lafrentz.de
Deutschlands Voltigierer haben abgeliefert bei dieser Weltmeisterschaft. Bei den Damen gab es sogar Gold, Silber und Bronze. Der VV Köln Dünnwald ist ebenfalls Weltmeister und Bela Lehnen turnte bei den Herren zu Bronze.

Kopf-an-Kopf-Rennen um das WM Gold bei den Damen


Layher oder Meyer? Die WM 2026 war ein tougher Wettbewerb zwischen den beiden besten deutschen Voltigiererinnen Alice Layher (24) und Kathrin Meyer (25). In der Pflicht hatte Layher auf ihrer 19-jährigen Württemberger Stute FBW Candy (Longe Daniel Zembrot) die Nase vorn. In der Technik wurde sie vom Erfolgstrio Kathrin Meyer/Capitaine Claus/Gesa Bührig abgelöst. Doch der Vorsprung von Layher aus der Pflicht war so groß, dass sie in der Zwischenwertung, für die die Ergebnisse aus Pflicht und Technik addiert und durch zwei geteilt werden, in Führung gingen. Heute ging nun der Showdown in der Kür – wer würde siegen? Layher, die auf dem Peak ihrer Karriere ist, oder die dreifache Weltcup-Siegerin Kathrin Meyer, die in Aachen ihre Karriere nach elf Jahren im Spitzensport in der Gruppe und als Einzelvoltigiererin abschließt?


Die beiden machten es spannend. Wie Bundestrainer Kai Vorberg sagte: „Dass diese Leistungen dabei zustande kommen und sie in der Kür alle wirklich hundertprozentig performen, das ist schon selten.“ Doch am Ende kann man gegen eine 10 kaum anturnen. Und das war die artistische Note, die Alice Layher heute für ihren Auftritt erhielt. Mit einer unglaublichen 9,041 insgesamt ließ sie Meyer nicht nur in der Kür hinter sich, sondern holte sich auch ihren ersten Weltmeistertitel. Da war sie selbst einigermaßen sprachlos: „Ich kann es gar nicht beschreiben, ich fühle mich völlig überwältigt.“


Anders Kathrin Meyer, die auf eine 8,862 kam und ihrer glanzvollen Karriere mit der Silbermedaille eine letzte Krone aufgesetzt hat: „Es war überwältigend, ich habe keinen Fehler gemacht, ich bin sehr stolz auf das Programm, das ich heute geturnt habe und auch die letzten beiden Tage. Mein Team hat mich super unterstützt, der Capi (Capitain Claus OLD) hat so tolle Runden gemacht und ich bin einfach dankbar, das erleben zu dürfen.“


Um den deutschen Erfolg perfekt zu machen, holte Annemie Szemes auf Rubinio an der Longe von Nina Vorberg auch noch Bronze. Nachdem sie in Pflicht und Technik „nur“ Vierte und Sechste war, musste sie heute eine Schippe drauflegen – und das gelang: Rang drei mit 8,814 in der Kür bedeuteten 8,436 in Summe.


„Ich hatte schon immer ein bisschen im Näschen, dass Annemie auch eine sehr, sehr gute Kür zeigen kann, aber dass es dann so durchläuft und so harmonisch ist, bei allen drei Mädels. Dass deren Küren fast auf den Punkt waren wie geplant, dass nichts herausgenommen oder entschärft, sondern einfach durchgezogen wurde – und das auch noch harmonisch und genauso wie gedacht, das kommt ganz selten vor. Und das wagt man sich gar nicht zu wünschen, dass das an so einem Tag wie heute, bei einer Weltmeisterschaft in Aachen, dann auch tatsächlich so aufgeht. Ich habe immer ein bisschen davon geträumt, aber nicht wirklich zu hoffen gewagt“, so ein begeisterter Bundestrainer Kai Vorberg, der hier in Aachen vor 20 Jahren selbst Weltmeister wurde.


B wie Bela, B wie Bronze


Ein ähnliches Duell wie bei den Damen gab es bei den Herren zwischen dem französischen Top-Voltigierer Quentin Jabet, der in Aachen auch schon beim CHIO siegreich war, und dem Niederländer Sam dos Santos. Am Ende hatte Jabet auf Estado IFCE an der Longe von Loic Devedu mit einer Gesamtnote von 8,794 die Nase vorn. Sam dos Santos auf Hero, longiert von Amy dos Santos, kam auf eine 8,508 – Silber.


Und über Bronze konnte sich Bela Lehnen mit Max an der Longe von Sarah Krauss freuen. Hier wurde es eine Gesamtnote von 8,448. Der 21-jährige Kölner rang nach Worten: „Es ist einfach mega. Also ich kann es noch gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Es ist so viel passiert in den letzten Wochen und Monaten. Deswegen bin ich erstmal sehr dankbar gewesen, hier zu sein. Dass das geklappt hat und dass da sogar noch eine Medaille herausgekommen ist, das ist unfassbar.“ Findet Bundestrainer Kai Vorberg nicht: „Wer drei saubere Runden macht, der kann dann auch bei den Medaillen mit dabei sein.“


Nachrücker Jannik Heiland beendet die nicht minder lange und glamouröse Karriere wie die von Kathrin Meyer auf Rang sieben. Er war trotzdem happy: „Das Kürlied habe ich meinem Longenführer Lars Hansen gewidmet. Ich habe mit ihm mein erstes Championat im Einzel gemacht 2009 und jetzt hier heute meine letzte Einzelrunde mit ihm zusammen und da schließt sich dann wieder der Kreis. Es war sehr emotional für mich. Da floss schon die ein oder andere Träne.“


Der Schwanengesang ertönte heute noch für einen anderen Voltigierer: Thomas Brüsewitz. Der fünffache Aachen-Sieger hatte sich seine letzte Kür vermutlich anders erträumt. Er rutschte in seiner Kür ab. Das war bitter. Am Ende wurde er 13.


Gold für die GER Gruppe


Der VV Köln Dünnwald war einmal mehr die Gruppe, die die deutschen Farben bei einem Championat vertreten durfte. Nicht ohne Grund. An der Truppe um Longenführerin Alexandra Knauf in der Besetzung Gianna Ronja, Philip Goroncy, Larina Herbertz, Yara Jolie Scheel, Fabio Ring und Bela Lehnen war kein Vorbeikommen, weder in der Pflicht noch in der Kür. Und so holten sie souverän Gold vor Frankreich und Österreich.


Das Pferd, auf dem Köln turnt, ist Ecuador NRW. Der begann seine Karriere einst als Auktionspferd von Stephan Borgmann.


 


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