Deutsche U25 Dressurreiter holen überlegen den Titel bei EM in Pilisjaszfalu
Deutsches U25 Team holt ebenfalls Gold, Totalausfall von Hermès mit neuer Reiterin
Rose Oatley und Alive and Kicking, hier bei ihrem Ü74 Prozent Auftritt in Mannheim.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Bei den Jungen Reitern waren die Plätze in Pilisjaszfalu hart umkämpft. Die Entscheidung um Titel und Medaillen in der Mannschaftswertung bei den Europameisterschaften der U25 Reiter war eindeutiger – zugunsten des deutschen Teams, dessen Reiterinnen die Plätze eins, zwei, vier und fünf belegten. Alle kamen auf mehr als 70 Prozent. Das ist sonst keinem Team gelungen.
Die Prüfung war noch nicht vorbei, da war schon klar, dass Deutschland der Titel nicht mehr zu nehmen war. Da hätte Alexander Yde Helgstrand als letzter Teamreiter für Dänemark schon über 74 Prozent erreichen müssen. Die Bestbewertung mit seinem Inspiration in der Intermédiaire II liegt jedoch bei 70,618 Prozent. Tatsächlich lieferte das Weltcup-erfahrene Duo die sicherlich beste Piaffe-Passage-Tour des Tages und toppte sein Personal Best um rund 1,5 Prozent. Das reichte nicht, um an Deutschland vorbeizuziehen, aber es war genug, um Dänemark Silber vor den Niederlanden zu sichern.
Damit hieß es am Ende Gold für Deutschland mit 215,412 Prozent vor Dänemark mit 213,235 Prozent und den Niederlanden, die es auf 210,412 Prozent brachten.
Oatley und Baumgürtel auf Rang eins und zwei
Katharina Schuster mit Qence L und Pia-Carlotta Gagel auf Riccio hatten ja bereits gestern zweimal alle Erwartungen übertroffen, als sie jeweils ein Personal Best ablieferten. Ähnlich gut lief es heute für die beiden weiteren Mannschaftsreiterinnen.
Als erstes Paar für Deutschland am heutigen Tag gingen Lucie-Anouk Baumgürtel und ihre selbst ausgebildete First Vienna ins Viereck. Es fehlte etwas der Fluss in der Bewegung, die Stute schien etwas abzuklemmen. Vor dem Hintergrund war es eine reiterliche Meisterleistung, dass die Pony-, Junioren- und Junge Reiter-Europameisterin die Stute trotzdem ohne große Lektionsfehler durch die Prüfung brachte, trotzdem Höhepunkte hatte, wie etwa die schnurgeraden Serienwechsel und mit 72,088 vorerst die Führung übernahm.
Nur ein Paar sollte es noch besser machen: Rose Oatley und Alive and Kicking. Zwar kamen die Tochter der australischen Olympiareiterin Kristy Oatley und die von Charlotte Dujardin ausgebildete westfälische All at Once-Tochter nicht ganz an die über 74 Prozent heran, die sie bei ihrem internationalen Debüt in Mannheim erreicht hatten, aber 72,118 Prozent waren genug, um sich an die Spitze zu setzen und damit den Sieg für Deutschland im Grunde perfekt zu machen – auch wenn dann noch einige andere starke Paare kamen.
Totalausfall von Hermès
Dass der Abstand zwischen den Niederlanden und Dänemark vergleichsweise groß ausfiel, lag vor allem an einem der stärksten niederländischen Paare, Eline Anker und Hermès. Anker hat den Easy Game-Sohn dieses Jahr von Dinja van Liere übernommen, die ihn ausgebildet hatte, mit ihm Einzelbronze bei den Weltmeisterschaften 2022 gewann und ihn bei den Olympischen Spielen 2024 sowie den Europameisterschaften 2025 präsentierte. Mit seiner neuen Reiterin lieferte der Wallach (er wurde gelegt) in Exloo ein starkes internationales Debüt. Sie gewannen die Intermédiaire II mit 73,774 Prozent.
Davon waren sie heute weit entfernt. Genauer gesagt konnten sie die Aufgabe nicht beenden, weil Hermès die Ecken des Dressurvierecks zu unheimlich fand. Eline brauchte schon ihr ganzes Geschick, um ihn ins Viereck zu bugsieren. Hier kam sie dann bis X und nach dem Anreiten war es vorbei. Hermès verweigerte sozusagen dreimal und die beiden wurden abgeklingelt. Damit zählten die 68,441 Prozent von Micky van Schelstraete und Karim von gestern.
Neben der sehr schönen Vorstellung von Tessa Kole und Hexagon’s King Robert, die mit 70,265 Prozent Neunte der Endabrechnung sind, komplettierte der absolut in Aufrichtung vorgestellte Johnny unter Marten Luiten das Team. Die beiden wurden mit 71,706 Prozent Vierte der Einzelwertung.
Ausgeglichenes dänisches Team
Das mit Silber geschmückte dänische Team überzeugte durch ausgeglichen gute bzw. „ziemlich gute“ Leistungen, denn außer Laura Jarlkvist Rasmussen und Seventeen JR, die mit 68,617 Prozent das Streichergebnis bildeten, erreichten alle Reiter ein Ergebnis von 70 Prozent und mehr. Das war zum einen Ida Kirstine Björn mit Hotson, die bereits gestern mit 70,588 Prozent überzeugten. Dann Frederikke Gram Jacobsen und Finest Alegra, die in der Trabtour noch wie Titelkandidaten aussahen, das Niveau aber nicht ganz bis zum Ende halten konnten und mit 70,735 Siebte wurden. Und schließlich wie bereits berichtet Andreas Helgstrands Sohn Alexander Ade Helgstrand und Inspiration mit 71,912 Prozent.
Starke Schweizer
Durch schöne Ritte zu gefallen wussten übrigens auch die Schweizer, die nur zu dritt angetreten waren, aber einen starken vierten Platz mit 205,677 Prozent belegten. Die eidgenössischen Heldinnen der Stunde waren Robynne Graf mit Domino (67,853), Milena Sophia Sulzer auf Roksanda (69,50) und Meilin Ngovan im Sattel von Dreamdancer (68,324).
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