Vor Rolex Grand Prix: Richard Vogel Schnellster in Samstagshighlight von Spruce Meadows
Richard Vogel siegt in Spruce Meadows
Siegreich in Spruce Meadows: Richard Vogel und Phenyo van Keysersbos.
Foto: Spruce Meadows Tournament Richard Vogel hat gestern mit seinem Speed-Spezialisten Phenyo van het Keysersbos den „Friends of the Meadows“-Cup von Spruce Meadows mit einem spektakulär guten Ritt im sechsköpfigen Stechen gewonnen. Er war letzter Reiter. Bis dahin führte die designierte Aachen-Reiterin Lillie Keenan aus den USA auf dem erst neunjährigen Emerlon, der einst von Laura Klaphake in den Sport gebracht worden war, mit großem Abstand das Feld an.
Richard Vogel hatte offenbar einen Plan. Er ließ seinen elfjährigen Phenyo nicht gleich auf Angriff, sondern ließ ihn seinen Rhythmus finden und holte die Zeit mit seiner Wegführung raus. Nach der Klippe des Stechens, der Kombination, ließ er den Corydon van T&L Sohn dann noch einmal gehen und war am Ende fast eineinhalb Sekunden schneller als Keenan. Die beiden haben übrigens etwas gemeinsam: Sie trainieren mit McLain Ward. Keenan regelmäßig, Vogel ab und zu.
Platz drei ging an ein weiteres erst neunjähriges Pferd, den Hengst Strike a Pose von Robert Whitaker. Der ist ein Sohn von Whitakers ehemaligem Toppferd Catwalk IV und machte seinem Vater mit zwei fehlerfreien Runden alle Ehre.
Richard Vogel sagte später: „Phenyo und ich kennen uns schon eine Weile. Wir hatten schon einige Stechen, von daher weiß ich um seine Stärken. Er ist ein sehr schnelles, sehr effizientes Pferd. Er hat vielleicht nicht den größten Galoppsprung. Darum habe ich zu Anfang hier und da einen Galoppsprung mehr geritten und habe versucht, ihn ein bisschen bei mir zu behalten. Aber nach der Zweifachen hatte ich das Gefühl, ich bin ein bisschen hinter der Zeit und muss die wieder rausholen. Er ist insgesamt super gesprungen, aber besonders die letzten beiden Hindernisse wo ich ihn mehr gehen gelassen habe.“
Noch nicht DER Rolex Grand Prix
Heute steht in Spruce Meadows zwar ein Rolex Grand Prix auf dem Programm, es ist jedoch nicht DER Rolex Grand Prix, also das Springen das Teil des Grand Slam of Showjumping ist. Das steht erst am 13. September im Rahmen der „Spruce Meadows Masters“ im Turnierkalender. Mit seinen Siegen in ’s-Hertogenbosch und Aachen hat Richard Vogel das Kunststück vollbracht, bereits zwei der drei Siege zu holen, die es braucht, um den Rolex Grand Slam of Showjumping zu gewinnen. Wenn er am 13. September noch einmal siegt, ist er nach Scott Brash der zweite Springreiter der Geschichte, dem das geglückt ist. Und Scott Brashs Siegesserie mit Hello Sanctos liegt über zehn Jahre zurück.
Spannenden Sport verspricht aber auch der heutige Große Preis des Pan American in Spruce Meadows. Richard Vogel reitet hier sein „Wunderkind“ Gangster Montdesir, der letztes Jahr neunjährig gleich seinen ersten Fünf-Sterne-Grand Prix gewann und dieses Jahr Vogels Pferd beim Weltcup-Finale war, wo die beiden Neunte wurden, es allerdings nicht optimal lief.
Das letzte Turnier der beiden war der Nationenpreis in Rom, wo sie im ersten Umlauf acht Fehler hatten, im zweiten aber null waren. Sie bestritten das Stechen für Deutschland, waren auch sechs Sekunden schneller als die Konkurrenz aus Mexiko, hatten aber einen Abwurf.
Heute treffen Vogel und Gangster Montdesir auf ein Paar, mit dem sie es schon beim Weltcup-Finale zu tun hatten: Lillie Keenan mit Kick On. Außerdem unter anderem auf Tom Wachman (IRL) mit Kilkenny, dem Olympiapferd seines Trainers Cian O’Connor von 2021, der mit Gengis Khan ebenfalls am Start ist. Ein Wiedersehen gibt es für Vogel auch mit einem Pferd, das er einst selbst zusammen mit David Will in den Sport gebracht hat: dem zehnjährigen Dax v. Dinken. Der von Dirk Georg Jessen gezogene Holsteiner Wallach steht seit Februar 2025 in mexikanischem Besitz und wird in Kanada von Tanimara Maria Macari Carrillo geritten, die mit ihm schon einen Nationenpreis gewonnen hat.
Die Ergebnisse aus Spruce Meadows gibt es hier.