Deutsche Meisterschaft Springen 2026: Gold für Kukuk, Silber für Kutscher, Bronze an Lill
Olympiasieger Christian Kukuk ist Deutscher Meister Springreiten 2026
Ein Olympiasieger wird Deutscher Meister Springreiten 2026: Mit Akarad Tivoli Z siegte Christian Kukuk in Balve im Stechen um den Titel. Foto: sportfotos-lafrentz.de Deutscher Meister im Springreiten 2026 konnte nur werden, wer nach vier anspruchsvollen Runden noch ohne Abwurf war. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Wertungsprüfung, dem Großen Preis am Sonntag, ging es über zwei Umläufe. Nach dem zweiten Umlauf hatte sich das Feld potenzieller Kandidaten fürs Treppchen gelichtet. Als letzten hatte der Titelverteidiger Pech. Mario Stevens Hoffnungen auf den vierten Titel, es wäre der dritte im Sattel des Hannoveraners Starissa gewesen, wurden am Einsprung der Dreifachen Kombination zunichte gemacht. Starissa war einfach zu dicht an die vordere Oxerstange gekommen.
Drei im Stechen wollen Deutscher Meister im Springreiten 2026 werden
Es war ein Trio, das für das Stechen um die Deutsche Meisterschaft im Springreiten 2026 qualifiziert hatte: Marco Kutscher, 51, Olympiasieger Christian Kukuk, 36, und Maximilian Lill, 32. Lill musste mit Casallco’s George PS als erstes ins Stechen. Der aus der Zucht von Paul Schockemöhle stammende OS-Hengst, war Anfang des Jahres Teil der Equipe, die in Sharjah den Nationenpreis hatte gewinnen können. Im Balver Springstadion lief es weniger gut: Drei Abwürfe sammelte das Paar ein. Damit stand schon ziemlich fest, dass der neue Deutsche Meister mit „Ku“ beginnen würde.
Kutscher oder Kukuk?

Christian Kukuk hatte den zehnjährigen Akarad Tivoli Z mit zur Deutschen Meisterschaft gebracht. Der drahtige Braune war in den USA mehrfach erfolgreich gegangen, auch schon in CSI5*-Springen in Wellington. Zuletzt landeten die beiden zwei Top 10-Platzierungen beim Turnier im Kentucky Horse Park in Lexington. Der auf Darco zurückgehende Wallach hat an Hochweitsprüngen mitunter eine etwas individuelle Vorhandtechnik. Er streckt die Beine nach vorne, vermeidet aber aufs Tunlichste einen Stangenkontakt. So auch im Stechen in Balve, in dem er nicht nur ohne Abwurf blieb, sondern auch noch in der letzten Distanz mit sieben großen Galoppsprüngen zeigte, dass er „auch auf groß“ abspringen kann.
Kutscher: DM-K.O. an Sprung zwei
Marco Kutscher und der Colman-Sohn Cool Fox, die Sieger der ersten Wertungsprüfung, hatten im zweiten Umlauf bereits an mehreren Sprüngen die Devise, wonach ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss, zur Genüge ausgereizt. Im Stechen ereilte die beiden das Schicksal dann gleich am zweiten Hindernis. Dazu gesellte sich ein weiterer Abwurf – die Silbermedaille für den profilierten Ausbilder und Europameister von 2005 und Dritten der Olympischen Spiele von Athen 2004.
Vierter in der Deutschen Meisterschaft wurde Tobias Meyer mit Caillou (4) vor Marco Kutscher mit Pikeur Lemar (4) und Hendrik Sosath und Casino Grande (4).
Fazit Kukuk: Sieg für Mama
Er mag schon Olympiasieger sein, aber mit der Deutschen Meisterschaft hatte Christian Kukuk noch eine Rechnung offen. In der Favoritenrolle sah er sich nicht. Schließlich hat er Akarad Tivoli Z erst seit Januar unter dem Sattel, entdeckt als er zwei Stunden auf seine Tochter aufpasste und dabei den Großen Preis von Opglabbeek schaute, wo der Wallach unter Bertram Allen ging. Kukuk war begeistert, setzte alle Hebel in Bewegung und sicherte sich das Talent. Gute Entscheidung.
„Hier und da war die Abstimmung noch nicht so, wie ich mir das wünschen würde. Aber er hat mit seiner unglaublichen Qualität alles möglich gemacht“, so Kukuk. Damit hat er seinem Reiter seinen ersten Deutschen Meister-Titel ermöglicht. Quasi ein Heimspiel für den Neu-Münsteraner, der nun auf der Anlage von Karin Ernsting seine Pferde stehen hat. Er besetzt einen Stalltrakt mit elf Boxen. Sieben Pferde, die hier stehen, sind unverkäuflich – wie Olympiasieger Checker und nun der Deutsche Meister Akarad Tivoli Z.
Die Deutschen Meisterschaften in Balve waren das Lieblingsturnier seiner verstorbenen Mutter, erzählte Kukuk. Als sie zum letzten Mal beim Balve Optimum als Zuschauerin dabei war, hatte ihr Sohn es in der Hand, Deutscher Meister zu werden. Aber es sollte nicht sein. „Ich wollte damals unbedingt den Titel gewinnen und dann habe ich es in der letzten Runde vergeigt.“ Man hört den Ärger darüber bis heute heraus. Nun ist die offene Rechnung beglichen. „Meiner Mutter diesen Titel widmen zu können, macht mich sehr stolz und glücklich.“
Kutscher stolz und zuversichtlich, Lill zu viel riskiert
Marco Kutscher war kein bisschen enttäuscht über Silber, nur „stolz und zuversichtlich“ über die Leistungen und für die Zukunft mit Cool Fox, ein Pferd, das er auch noch nicht allzu lange unter dem Sattel hat und das dieses Wochenende gezeigt hat, dass er auch das Zeug für Größeres hat.
Maximilian Lill war als Junior schon einmal Deutscher Meister. Er hätte den Erfolg nur allzu gern noch einmal wiederholt. Doch es sollte nicht sein. „Christian und Marco da wusste ich, ich muss alles riskieren. Am Ende habe ich wohl ein bisschen viel riskiert“, so sein Fazit.
Ergebnisse Deutsche Meisterschaft Springreiten 2026