Freistaat Thüringen bietet Haflinger Herde des Gestüts Dornburg an: 46 Pferde sollen gemeinsam verkauft werden

Freistaat Thüringen will Herde Haflinger verkaufen – Mindestangebot 162.197 Euro

Szene
Haflinger Herde auf dem Gestüt Dornburg bei Jena in Thüringen. Foto: tlllr.thueringen.de Haflinger Herde auf dem Gestüt Dornburg bei Jena in Thüringen. Foto: tlllr.thueringen.de
Haflinger aus Thüringen, genauer aus Jena, zählten zu den herausragenden Pferdezuchtstätten der ehemaligen DDR. In den vergangenen Jahrzehnten wurden hier erfolgreiche Edelbluthaflinger gezüchtet. Jetzt will der Freistaat Thüringen die 46 Haflinger verkaufen – Kaufpreis mindestens 162.197 Euro.

46 Haflinger aus Thüringen, Stuten, Hengste, Fohlen, Jungpferde aus drei Jahrgängen sowie ein Wallach, suchen einen neuen Besitzer. Der Freistaat Thüringen bietet die gesamte Herde Edelbluthaflinger, die auf dem Gestüt in Dornburg beheimatet ist, zum Kauf an.


Einst waren diese Haflinger der Stolz des Landes: Mit Vollblutarabern angepaart stellt die Herde eine wichtige Genreserve für die Zucht der „Edelbluthaflinger“ dar. 2023 hatte die rot-rot-grüne Regierung im Thüringer Landtag beschlossen, das Gestüt in Dornburg zu verkaufen. Die Kosten, rund 370.000 Euro im Jahr, seien nicht mehr vertretbar, argumentiert die Landespolitik.


Haflingerherde sucht einen neuen Besitzer


Die Haflinger stehen auf dem Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut in Dornburg. Zuständige Behörde ist das Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR). Wer die Pferde kaufen möchte, muss mindestes 162.197 Euro anlegen, inklusive Mehrwertsteuer. Das ist das Einstiegsgebot für die 13 Zuchtstuten, vier Zuchthengste und deren Nachzucht.


Ein Exposé  führt jedes einzelne Pferd auf. Prämienfohlen, Schausieger – züchterisches Tafelsilber.


Nicht nur das Geld soll über den Verbleib der Herde entscheiden. Kaufinteressierte müssen Qualifikationen im Pferdebereich nachweisen. Außerdem muss ein Nutzungskonzept, das die Weiterführung des Gestüts umfasst, vorgelegt werden (Details siehe unten).


Die Thüringer Haflinger


Die Haflingerzucht in Thüringen wurde 1956 begründet. Damals erwarb die DDR sieben Zuchtstuten, ein Stutfohlen und einen Zuchthengst in Tirol. Die Pferde standen zunächst in Jena-Zwätzen im damaligen Lehr- und Versuchsgut der Universität. Viele Landbeschäler im Landgestüt Moritzburg stammen aus Thüringer Zucht. Nach Dornburg kam die Herde erst 1999.


Zusammenfassung der Verkaufsbedingungen


Auf seiner Homepage definiert das Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum die Eckdaten, die potenzielle Käufer erfüllen müssen:


Züchterische und kulturhistorische Bedeutung der Herde


Das Haflingergestüt Dornburg ist ein führender Zuchtbetrieb mit bedeutenden Stutenfamilien und nimmt an bundesweiten Zuchtprojekten teil. Die Herde ist für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Rasse Edelbluthaflinger von zentraler Bedeutung.


Beispiel: Die Herde ist Teil des Projekts „Veredlungskreuzung mit Arabischen Vollblut“, das für den Fortbestand der Rasse notwendig ist.


Kaufpreis und Kostenübernahme


Die Mindesterwartung an den Kaufpreis beträgt 162.197 € inklusive 19% Umsatzsteuer. Alle Kosten des Eigentumserwerbs trägt der Käufer, sofern im Kaufvertrag nichts anderes geregelt ist.


Beispiel: Notar- und Grundbuchkosten sowie Steuern sind vom Käufer zu übernehmen.


Qualifikationsanforderungen an den Käufer


Der Käufer muss bestimmte Qualifikationen im landwirtschaftlichen oder pferdewirtschaftlichen Bereich nachweisen (z.B. Abschluss in Agrarwirtschaft, Sachkundelehrgang Pferdehaltung oder mehrjährige Tätigkeit in der Landwirtschaft). Diese Nachweise können bis zum Kaufvertragsabschluss nachgereicht werden.


Beispiel: Ein Sachkundenachweis nach §§ 2 und 11 Tierschutzgesetz ist für den gewerbsmäßigen Umgang mit Pferden erforderlich.


Konzept zur weiteren Nutzung


Mit dem Kaufgebot muss ein informatives Konzept zur weiteren Nutzung der Haflingerherde vorgelegt werden. Dieses Konzept dient ausschließlich der Information des Verkäufers und wird nicht gemeinsam mit dem Kaufgebot bewertet.


Beispiel: Das Konzept sollte die geplante Zucht, Nutzung und ggf. touristische oder sportliche Verwendung der Herde beschreiben.


Rechtliche Zusicherungen und Ausschluss extremistischer Bestrebungen


Im Kaufvertrag muss der Käufer zusichern, dass weder er noch verbundene Personen/Organisationen extremistischen Bestrebungen nachgehen oder solchen Organisationen angehören (§ 4 Abs. 1 BVerfSchG).


Beispiel: Der Käufer verpflichtet sich, die Herde nicht an Dritte zu überlassen, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agieren.


Diese fünf Punkte sind für die Entscheidungsfindung und die Vorbereitung eines Kaufangebots essenziell und sollten bei jedem weiteren Schritt beachtet werden.


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