So gut wie gesetzt: das britische Olympiateam aus Paris 2024 - wer wird Nummer vier bei der WM
Favoriten für das britische WM-Team Dressur – wer wird Nummer vier?
Charlotte Fry, Carl Hester und Becky Moody auf dem Podium in Paris 2024. Foto: sportfotos-lafrentz.de Das britische Dressur Team für die Weltmeisterschaften in Aachen steht eigentlich schon so gut wie fest. Zumindest hat das Richard Davison in einer Kolumne für das britische Pferdesportmagazin Horse and Hound vor kurzem so formuliert. Davison, selbst einst Championatsreiter für UK, ist gut vernetzt, und ist sich sicher: Carl Hester, Charlotte Fry, Becky Moody – das sind die drei, die auf jeden Fall im britischen Aufgebot für die WM im Dressurreiten im August in Aachen stehen sollten. Man muss kein Prophet sein, um diese drei als gesetzt zu erkennen: Der vielfache Olympiareiter (und -sieger) Hester, die Weltmeisterin von 2022, Fry, und die amtierende Weltcupsiegerin Moody waren außerdem Team-Dritte bei den Olympischen Spielen von Paris 2024.
Fragt sich nur, wer für den vierten Team Platz in Frage kommt? Da gibt es gleich mehrere Kandidatinnen, die mit ihren Leistungen in der laufenden Saison schon Ansprüche angemeldet haben.
Sadie Smith und Swanmore Dantina
Zum Beispiel ist da Sadie Smith, die sich in Hagen bei Horses and Dreams mit Swanmore Dantina in das Rampenlicht vorgearbeitet hat. Ihre Rappstute, eine des auch züchterisch immer mehr in den Mittelpunkt tretenden Oldenburgers Dante Weltino, ist recht konstant im hohen 71-Prozent-Bereich in Grand Prixs platziert gewesen, Tendenz steigend. Die Schulabbrecherin im Sattel der zierlichen Stute gibt sich aber bescheiden. In der Weltrangliste, in der immer auf den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate geschaut wird, ist Smith aktuelle an Position 202 gelistet.
Millionärinnen mit Ambitionen
Sie ist nicht die einzige, denn auch Fiona Bigwood, die in Fontainebleau am Start war, hat ein vielversprechendes Pferd. Donna Bella, zehn Jahre jung, selbstgezogen aus der EM-Teilnehmerin Atterupgaards Orthilia, ist allerdings noch nicht so viele internationale Grand Prix Prüfungen gelaufen. Die bislang beste Platzierung, beziehungsweise Bewertung waren 72,217 Prozent im britischen Hartpury. In Hickstead, bei ebenfalls übersichtlicher internationaler Konkurrenz, gewann die Millionärin, deren Familie mit Tiefkühlkost ein Vermögen gemacht hat, mit 73,13 Prozent, was dem britischen Dressurverband eine eigene Pressemitteilung wert war. Allein dieser Umstand lässt darauf schließen, dass die Britin gute Chancen auf eine WM-Nominierung haben dürfte.
Zwei ehemalige Medaillengewinner unterm Sattel
Annabella Pidgley, Erbin des im Immobilienbereich zu Geld gekommenen Tony Pidgley, hat zwei Medaillenpferde unter dem Sattel: Den ehemals von Charlotte Dujardin gerittenen Gio und Vamos Amigos, der unter der aktuellen Weltranglistenersten Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) Silber in Grand Prix Special und Kür in Herning bei der WM 2022 erringen konnte. Plus den Titel Mannschaftsweltmeister.
Die Freundin von Alexander Yde Helgstrand, dem Sohn des dänischen Pferdehändlers Andreas, hat übrigens unlängst einen 50 Prozentanteil an dem den Schimmelhengst Proud James erworben. Mit Vamos Amigos ist ihr bestes Grand Prix-Ergebnis 71,413 Prozent. Mit Gio kam sie auf 71,717 Prozent als beste Leistung im Seniorensport.
Von Stade für UK nach Aachen
Auch die in Deutschland lebende Susan Pape, in Großbritannien geboren und international für das Vereinigte Königreich am Start, hat mit Giulilanta und V-Plus zwei Top-Pferde. Die Stute Giulilanta hat schon in der Kür die 81-Prozent-Marke knacken können und im Grand Prix in den ersten Monaten des Jahres in Florida, viele hohe Platzierung und Siege erreicht. Das beste Grand Prix Ergebnis der Kombination aus Hemmoor in Norddeutschland: 73,63 Prozent in Wellington/Florida im Rahmen des CDI5*.
Und sonst noch
Auch Gareth Hughes, der schon mehrfach in Championatsmannschaften am Start, ist eine Größe, die es zu berücksichtigen gilt. Derzeit hat der Brite allerdings kein Top-Pferd.
Auch die Mannschaftsolympiasiegerin der Spiele von London 2012, Laura Tomlinson, wird noch gehandelt. Allerdings ist sie mit dem selbstgezogenen Full Moon II bislang noch nicht in internationalen Grand Prixs über die 71-Prozent-Marke gekommen.
Für den Briten Carl Hester wird es der letzte Auftritt in weißen Reithosen sein. Er hat erklärt, dass er vom aktiven Sport nach den Weltmeisterschaften in Aachen zurücktreten wird.