Lillie Keenan setzte sich in der zweiten Grand Prix Qualifikation von Aachen durch, sechs Deutsche ohne Abwurf

Samstagshighlight von Aachen an Lillie Keenan, Thieme bester Deutscher

Springen
Lillie Keenan und Kick On haben heute ordentlich aufs Gas gedrückt in Aachen. Foto: Jasmin Metzner/CHIO Aachen Lillie Keenan und Kick On haben heute ordentlich aufs Gas gedrückt in Aachen. Foto: Jasmin Metzner/CHIO Aachen
Lillie Keenan setzte sich im wichtigsten Springen des Samstags beim TsCHIO Aachen durch. Weitere Top drei-Platzierung für Richard Vogel mit Youngster. Französischer Wiederholungstäter und mehr.

Wie schon in der ersten ging es auch in der zweiten Qualifikation für den Rolex Grand Prix des TsCHIO Aachen über einen 1,55 Meter-Parcours, diesmal allerdings mit Stechen. Hier kam heute keiner auch nur annähernd an die Performance von Lillie Keenan und ihrem Hengst Kick On heran. Der Warrior-Sohn war schon beim Weltcup-Finale mit seinem Speed aufgefallen. Heute waren die beiden schon im Umlauf eines der schnelleren Paare und im Stechen lieferten sie in fehlerfreien 38,21 Sekunden eine schlicht nicht zu schlagende Zeit nach einem Ritt wie an der Schnur gezogen in Stil, Harmonie, Rhythmus und eben auch Tempo.


Lillie Keenan konnte es sich leisten, heute alles zu riskieren. Für Morgen setzt sie ohnehin auf ihren langjährigen Partner Fasther, mit dem sie letztes Jahr bereits Sechste im Großen Preis gewesen war. „Er ist ein sehr erfahrenes Pferd – für mich eines der besten der Welt. Ich denke, wir haben eine sehr gute Chance, wenn ich meinen Job so gut mache, wie es mir heute gelungen ist.“


Das Nachsehen hatte das belgische Paar, das im Dezember den Global Champions Tour Super Grand Prix gewinnen konnte: Abdel Said (BEL) und Bonne Amie. Die 13-jährige Stute war nach 39,59 Sekunden ins Ziel gekommen und bis Lillie Keenan und Kick On ihre Zeit pulverisierten, hatten die zwei wie die sicheren Sieger ausgesehen.


Einen Riesenerfolg verbuchte der Argentinier José Maria Larocca auf dem DSP-Hengst Christ v. Contendro aus der Zucht von Gabriele Eder mit Rang drei in 40,10 Sekunden. Groß dürfte die Freude auch bei Jérôme Guery gewesen sein, der mit Quito de Mariposa auf den vierten Platz kam. Nach der Verabschiedung seines Superstars Quel Homme de Hus war es zuletzt ruhiger geworden um den Belgier. Heute ließ er unter anderem die beiden britischen Mannschaftsolympiasieger Ben Maher (Point Break) und Scott Brash (Hello Mango) direkt hinter sich.


Deutsche Springreiter in Topform


Sehr gut lief das Springen auch für die deutschen Springreiter. Vier erreichten das Stechen. Sandra Auffarth und Comcador OLD sowie Christian Ahlmann mit Untouched LB verpassten es nur aufgrund eines Zeitfehlers. Bestes deutsches Paar waren André Thieme und Derby-Spezialist Paule S mit zwei fehlerfreien Runden und einer Zeit gegen die Uhr, die für Rang sieben reichte. Da zeigte sich, dass Thieme nicht nur bei Chakaria ins Schwärmen gerät: „Paule hat ein abnormales Vermögen und spielt mit den Hindernissen. Im Umlauf kam es mir vor wie ein Stilspringen. Ich musste gar nichts machen, das hat sich unfassbar gut angefühlt“, so der Aachen-Sieger von 2024 über seinen zwölfjährigen Oldenburger.


Daniel Deußer auf Pepita van’t Meulenhof kassierte einen Abwurf und wurde Neunter. Sophie Hinners und Combella hatten ebenfalls einen Springfehler gegen die Uhr und wurden Elfte.


René Dittmers Cody sprang herausragend wie schon beim Weltcup-Finale. Der Stader verzichtete auf einen Start im Stechen. Der Grund liegt auf der Hand: Cody soll seine Kräfte für die eigentliche Entscheidung morgen im Rolex Grand Prix schonen. Dittmer: „Er hat sich im Umlauf super angefühlt, fühlt sich wohl auf dem Platz. Er ist im Verlauf des Parcours immer besser gesprungen und daher werde ich ihn morgen an den Start bringen. Dafür soll er ausgeruht sein und so habe ich auf das schnelle Stechen verzichtet. Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung für das Springen morgen ist.“ Die Daumen sind gedrückt!


Club of Rome


Bundestrainer Otto Becker, den mit EQUI PAGES bereits in Hamburg über die Vorbereitung in Hinblick auf die WM und einiges anderes gesprochen hatte, gab nun auch bekannt, welche vier Paare Deutschland beim Nationenpreis in Rom vertreten sollen. Die Paare, die für die WM infrage kommen, sollen vermehrt auf Rasen springen, denn das müssen sie im August in Aachen ja auch und der traditionsreiche Platz in Rom ist ebenfalls ein Grasplatz.


Dort treten für Deutschland an:



  • Sophie Hinners mit Iron Dames Combella

  • Christian Ahlmann mit Untouched LB

  • Richard Vogel mit Cloudio oder Gangster Montdesir

  • Jörne Sprehe mit Toys.


Weitere Top drei Platzierung für Vogels Youngster


Begonnen hatte der Tag in Aachen heute morgen mit der Youngster Tour, wo diesmal die Schweizer Meister-Ausbilderin Jannika Sprunger die strahlende Siegerin war. Sie stellte die achtjährige Zangersheider Stute Victory Music Z v. Vigo d’Arsouilles vor, die in 69,22 Sekunden ohne Abwurf dafür sorgte, dass für sie tatsächlich die Siegermusik gespielt wurde.


Zweiter wurde Max Kühner auf der von Harm Oncken gezogenen OS-Stute Cardi MT v. Conthargos, gefolgt vom Siegerpaar von gestern: Richard Vogel mit United Call JPS. Der achtjährige Holsteiner Wallach ist ein Sohn von Vogels Superstar United Touch und stammt wie dieser aus der Zucht von Julius-Peter Sinnack.


Nach dem gestrigen Sieg berichtete Vogel noch, wie beeindruck United Call von dem Stadion war. Aachen ist sein erstes internationales Turnier überhaupt. Zwei Starts, einmal Erster, einmal Dritter – keine schlechte Bilanz!


Ebenfalls platziert: René Dittmer und der Casall-Sohn Cajero aus der Zucht der Familie Witt auf Rang fünf, Daniel Deußer mit dem BWP-Hengst Silence Dwerse Hagen an neunter Stelle, Christian Kukuk auf Neuzugang ESI Romeo, einem Iren von Eldorado van de Zeshoek (12.) und Philipp Weishaupt mit Aberdeen Z direkt dahinter mit der schnellsten Vier-Fehler-Runde.


Epaillard macht’s nochmal


Warum einmal gewinnen, wenn’s auch zweimal geht, dachte sich wohl Julien Epaillards Jarnac-Sohn Easy Up de Grandry und sicherte sich nach dem gestrigen 1,45 Meter Zwei-Phasen-Springen zum zweiten Mal ein Rahmenspringen, diesmal über 1,50 Meter gegen die Uhr. Über Rang drei freute sich Sophie Hinners auf der Kannan-Tochter Kaleni Jo für Hans-Dieter Dreher im Sattel von Harley de la Cense.


Die Plätze sechs und sieben schnappten sich Marcus Ehning mit Flower Girl und René Dittmer auf Brunson, ebenfalls jeweils ohne Abwurf. Nur zwei Zeitfehler schlugen für Christian Kukuk und den Iren HK Carrera zu Buche, ein zehnjähriger Carrera VDL-Sohn, der ebenfalls zu den Neuzugängen in Kukuks Beritt gehört.


Alle Ergebnisse aus Aachen finden Sie hier.


 


Ähnliche Beiträge

Starker Auftritt des deutschen Springnachwuchses beim Nationenpreis-Turnier Martofte
Starker Auftritt des deutschen Springnachwuchses beim Nationenpreis-Turnier Martofte Zum Artikel
Martofte: Nationenpreis-Heimsieg für Dänemark, Hannes Ahlmann Deutschlands einziger Nuller
Martofte: Nationenpreis-Heimsieg für Dänemark, Hannes Ahlmann Deutschlands einziger Nuller Zum Artikel
Aachen: United Touch S schickt seinen Sohn und mehr
Aachen: United Touch S schickt seinen Sohn und mehr Zum Artikel
WP Wehrmann Publishing