Nationenpreis Vielseitigkeit Marbach: Michael Jung und Deutschland in Führung nach Gelände
Michael Jung und deutsches Team Overnightleader in Marbach
Michael Jung und fischerChipmunk FRH sind die Overnightleader beim CCIO4*-S in Marbach. Foto: Jan Frohne Die deutsche Mannschaft liegt auch nach dem Geländeritt beim Nationenpreis auf dem Areal des Haupt- und Landgestüts Marbach auf der schwäbischen Alb weiterhin in Führung. Mit 94,8 Zählern, rangiert das Team vor den Schweden (114,4) und der Abordnung aus Belgien (115,3).
Einer in der Zeit im Cross in Marbach
Auf dem Kurs auf der schwäbischen Alb, 3505 Meter lang, mit vielen Strecken, bei denen es bergauf beziehungsweise bergab ging und mit 22 Hindernissen und insgesamt 35 Sprüngen, galt es einmal mehr vor allen Dingen ein Schwierigkeitskriterium zu erfüllen: die Idealzeit. Die 6:09 Minuten einzuhalten, gelang am Ende nur dem Franzosen Benjamin Massie mit der Stute Guess Star (37,2/11. 46 Paare waren insgesamt an den Start gegangen waren. Auch im deutschen Team schafft es keiner innerhalb der Idealzeit ins Ziel. Michael Jung und fischerChipmunk FRH, führend nach der Dressur (21,2), benötigten 17 Sekunden länger als vorgesehen. Mit den daraus resultierenden 6,8 Strafpunkten rangiert er nach dem Cross weiterhin auf Position eins (28,0) vorm abschließenden Parcoursspringen am Sonntag.
Michale Jung führt, Julia Krajewski Vierte
Das zweitbeste Teamergebnis lieferte Julia Krajewski mit Tullabeg Platinum, dem zwölfjährigen Iren, im Stall nur Paul genannt. Das Paar war Neunte nach der Dressur (30,9). Im Gelände kamen zwei Zeitstrafpunkte hinzu, damit Platz vier vor dem Springen.
Libussa Lübbeke und Caramia FRH, Mannschaft-Europameister aus dem Jahr 2025, konnten ihren vierten Platz nach der Dressur (29,1) nicht ganz halten. Zwölf Sekunden, sprich 4,8 Minuspunkte, mussten addiert werden. Mit 33,9 Punkten ist das Familienprojekt Sechste vorm Springen.
Das jüngste Pferd im deutschen Team, der erst neunjährige Zuccini MN, hatte einen Vorbeiläufer im ersten Drittel der Strecke. Am dritten Element von Hindernis acht waren sich der Holsteiner Schimmel und Ben Leuwer kurz uneins (71,7). Zuccini ist eines der Pferde, das von der Förderinitiative Road2LA unterstützt wird.
Jung Overnightleader
Michael Jung führt. Der Einzige, der ihm die Zwischenführung noch hätte streitig machen können, war der Schweizer Felix Vogg. Doch dessen Luhmühlen-Sieger Colero wischte rechts an Hindernis 6c vorbei. Vogg rangiert jetzt auf Position 23, lobte aber den „super, super Kurs“, der „sehr, sehr schön zu reiten“ gewesen sei.
Lara de Liederkerke-Meier stürzt mit zweitem Pferd
Aussichtsreich im Rennen liegt theoretisch noch die Belgierin Lara de Liederkerke-Meier (BEL) mit dem zehnjährigen Diarado-Sohn Kiarado d’Arville (29,2) auf Platz zwei im Klassement. Allerdings stürzte sie ihrem zweiten Pferd La La Land d’Arville. Die Stute hatte in der Landung nach Sprung 10d, einer Bürste die auf einer Bergabstrecke lag und an der mehrere Paare Probleme hatten, die Füße verloren und die Reiterin aus dem Sattel katapultiert.
Lara de Liederkerke-Meier, am vergangenen Wochenende noch Badminton-Finisher (19.), konnte aufstehen ist aber sicherheitshalber mit ihrem Ehemann Kai-Steffen Meier ins Krankenhaus gefahren. Die Stute war nach dem Sturz über die Strecke getrabt, ohne dass sie ein Anzeichen einer Lahmheit gezeigt hätte.
Siegl Dritte in Zwischenwertung
An dritter Stelle liegt die Österreicherin Lea Siegl mit Van Helsing. Die Kombination zählte zu den schnelleren Paaren. 2,8 Zeitstrafpunkte aus dem Cross lassen sie auf 32,1 Minuspunkte kommen.
Oberlandstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, Hausherrin in Deutschlands ältestem Staatsgestüt, zollte dem Aufbautrupp und Marbach Eventing ihren Respekt. „Sie haben so viele ehrenamtliche Helfer“ organisiert. „Es fühlte sich fast schon wie eine Europameisterschaft an“, so von Velsen-Zerweck mit Blick auf das kontinentale Championat, das auf der Alb ausgerichtet werden soll.
Bundestrainer mit Lob für den Kurs
Er habe eine tolle Prüfung gesehen, sagt Bundestrainer Peter Thomsen. Und er ergänzte: „den ein oder anderen Teilnehmer für die WM habe ich heute hier gesehen“. Sicherlich keine zu kühne Prophezeiung angesichts von Michael Jung und Julia Krajewski im Team.
Fünf Reiterinnen und Reiter gaben auf der Strecke auf, weitere acht Kombinationen mussten ausscheiden. Nach der letzten Verfassungsprüfung am Sonntagvormittag entscheidet sich der Nationenpreis ab 15 Uhr mit dem Parcoursspringen.
Zwischenstand CCIO4*-S Marbach 2026