WM der jungen Springpferde: Mindestanforderungen eingeführt, Fünfährige künftig nach Idealzeit

Neue Anforderungen bei den Weltmeisterschaften der Jungen Springpferde

Springen
2021 Silbermedaillengewinner bei der WM Junger Springpferde, heute CSI5*-erfolgreich: Christian Ahlmanns Dourkhan Hero Z. Foto: FEI/sportfotos-lafrentz.de 2021 Silbermedaillengewinner bei der WM Junger Springpferde, heute CSI5*-erfolgreich: Christian Ahlmanns Dourkhan Hero Z. Foto: FEI/sportfotos-lafrentz.de
Die Weltmeisterschaften der Jungen Springpferde bekommen einen neuen Rahmen. So gelten für die Teilnahme erstmals Mindestqualifikationsanforderungen (Minimum Eligibility Requirements, MERs). Außerdem werden die Prüfungen der fünfjährigen Pferde künftig nach Idealzeit gerichtet und nicht mehr nach Zeit.

Hintergrund der Änderungen sind die zunehmende Diskussion über altersgerechte Anforderungen und das Pferdewohl sowie der Wunsch nach mehr Klarheit und einheitlicheren Wegen in der Qualifikation junger Sportpferde.


Mindestqualifikation: drei Nullrunden pro Pferd


In der Dressur gelten MERs bereits, im Springen werden sie nun erstmals eingeführt, um sicherzustellen, dass alle teilnehmenden Pferde fit und den Anforderungen gewachsen sind. Pro Pferd sind drei Nullrunden in Prüfungen mit folgenden Mindesthöhen vorgeschrieben:


Fünfjährige: drei Nullrunden in Prüfungen mit mindestens 115 cm


Sechsjährige: drei Nullrunden in Prüfungen mit mindestens 125 cm


Siebenjährige: drei Nullrunden in Prüfungen mit mindestens 135 cm


Die Ergebnisse müssen entweder bei internationalen Youngster-Turnieren (CSIYH) oder im Rahmen eines vom jeweiligen Nationalen Verband (NF) organisierten Sichtungsverfahrens erzielt werden. Bei nationalen Sichtungen gelten die genannten Mindesthöhen ebenso. Die geforderten Ergebnisse müssen im Kalenderjahr der Weltmeisterschaft und spätestens bis zum Datum der endgültigen Nennungen erbracht sein. Mit der definitiven Nennung muss der Nationale Verband dem Organisationskomitee einen entsprechenden Ergebnisnachweis (Record of Results, RoR) vorlegen.


Nennung und Auswahl


An den Zuständigkeiten der Nationalen Verbände ändert sich nichts: Nennungen können ausschließlich von den NFs erfolgen, die Auswahl der Pferde liegt weiterhin in deren Verantwortung – in enger Abstimmung mit den im jeweiligen Land vertretenen WBFSH-Mitgliedszuchtverbänden. Startberechtigt sind nur Pferde, die bei der Geburt in einem WBFSH-Mitgliedszuchtverband eingetragen wurden.


Neues Prüfungsformat für Fünfjährige


Eine zweite Änderung betrifft direkt die WM: Die Prüfungen der fünfjährigen Pferde werden bei den Weltmeisterschaften künftig nach einer Idealzeit gerichtet, nicht mehr nach Bestzeit. Ziel ist es, das Augenmerk stärker auf korrektes Reiten zu legen, den Fokus auf die Ausbildungsidee der Prüfung zu lenken und den Zeitdruck zu reduzieren. Damit soll dem Entwicklungsstand der jüngsten Altersklasse besser Rechnung getragen werden.


Veröffentlichung und weitere Schritte


WBFSH und FEI sehen die Anpassungen als gemeinsamen Schritt, die Prüfungen stärker an den Bedürfnissen junger Pferde auszurichten und gleichzeitig den sportlichen Anspruch der Championate zu halten. Die vollständigen Richtlinien einschließlich der MERs werden auf den Internetseiten von FEI und WBFSH veröffentlicht. Der aktualisierte Zeitplan der Weltmeisterschaft soll noch im Laufe des Jahres bekannt gegeben werden, rechtzeitig vor Beginn der Nennphase.


Reiter, Besitzer, Züchter, Zuchtverbände und Nationale Verbände werden gebeten, sich frühzeitig mit den neuen Vorgaben vertraut zu machen.


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