Badminton 2026: Lordship's Graffalo, „Walter“, und Rosalind Canter führen auch nach Gelände. Harry Meade Zweiter

Badminton 2026: Rosalind Canter und „Walter“ haben Sensation zum Greifen nahe

Vielseitigkeit
Rosalind Canter und Lordship's Graffalo, „Walter“ könnten mit einem dritten Sieg in Badminton Geschichte schreiben. Foto: badminton.horse-trials.co.uk Rosalind Canter und Lordship's Graffalo, „Walter“ könnten mit einem dritten Sieg in Badminton Geschichte schreiben. Foto: badminton.horse-trials.co.uk
Wird Walter die Sensation schaffen? Das ist die große Frage nach dem Geländetag bei den Badminton Horse Trials 2026. Rosalind Canter und Lordship's Graffalo, „Walter“ könnten mit einem dritten Sieg Geschichte schreiben. Und die Chancen stehen gut!

Die britische Mannschafts-Olympiasiegerin Rosalind Canter und ihr 14-jähriger Wallach Lorship’s Graffelo, nicht nur im Stall, sondern auch international besser bekannt als „Walter“, könnten Historisches schaffen. Mit 23,7 Punkten, seinem Dressurergebnis, liegt das erfolgsverwöhnte Paar nach dem Geländeritt weiterhin in Führung. Ein Gefühl, dass für Pferd und Reiterin nicht ganz unbekannt ist. Schon zweimal haben die beiden in Badminton das Feld hinter sich lassen können, 2023 und 2o25. 2024 waren sie Zweite. Auch in Burghley, dem zweiten großen Klassiker der Vielseitigkeitreiterei auf britischen Boden, waren Walter und Rosalind bereits zweimal siegreich. Ein dritter Sieg in Badminton wäre etwas, das es bislang noch nicht gegeben hat. Und das Wort historisch ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen, denn der Geländekurs im Park des Duke of Beaufort rund um Badminton House ist seit 1949 Pilgerstätte für Vielseitigkeitsreiter.


Stillen und Geländeritt koordinieren


Das größte Problem sei es gewesen, das Stillen ihrer im Januar geborenen zweiten Tochter, Seneh, in den Zeitplan zu integrieren. „Walter ist es zu verdanken, dass ich solch einen guten Geländeritt hatte. Seine Grundschnelligkeit hilft mir, gerade jetzt, wo ich nicht so fit bin“, sagt Rosalind Canter. „Wir wollen als Familie den Tag genießen“, so die Weltmeisterin von 2018. Mit Blick auf den morgigen Tag ist sie bemüht, die hohen Erwartungen etwas zu dämpfen. „Am Ende dürfen wir nicht vergessen: Ich bin nur ein Mensch und Walter ist nur ein Pferd.“


Harry Meade, Zweiter, 21. und ein Sturz


Auf Platz zwei hinter den Overnight Leadern rangiert der Weltranglistenerste, der Brite Harry Meade. Mit Anaghmore Valoner, einer 14-jährigen irischen Stute, 2024 Vierte beim CCI5*-L Burgley und von Meade als eher introvertiert und schüchtern bezeichnet, war er nach der Dressur Elfter (30,3). Bei dieser Summe blieb es auch im Cross. Damit trennen den Briten 6,6 Minuspunkte von der Führenden. Rosalind Canter kann sich also theoretisch einen Springfehler im morgigen abschließenden Parcours erlauben. Immer vorausgesetzt, es gibt keine unschönen Überraschungen beim Vet Check am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr (9.30 Uhr Deutscchlandzeit).


Harry Meade hat bislang 15. Mal in Badminton beendet. Sein Vater Richard, eine Vielseitigkeitlegende in Großbritannien, und darüber hinaus, hat den Klassiker bereits zweimal gewinnen können, 1970 und 1982. 1972 gewann er olympisches Gold. Harry Meet wartet derzeit noch auf seinen ersten Sieg, seine beste Platzierung war bislang ein dritter Platz im Jahr 20 mit Wild Lone. Vielleicht, um auf Nummer sicher zu gehen, hat Meade sich nicht nur auf ein Pferd beschränkt. Mit Et hop du Matz gelang ihm ein fehlerfreier Geländeritt. Er brauchte aber elf Sekunden länger, sodass sich nach Addition von 4,4 Minuspunkten ein Zwischenergebnis von 40,9 (Rang 21) für diese Kombination ergibt.


Weniger gut lief es mit Pferd Nummer drei, Cavalier Chrystal, 2025 Vierte in Burghley. Bis zu einem Versehen der Stute sei es ein idealer Ritt gewesen, so der Weltranglistenerste. Doch dieses Versehen führte zu einem Sturz.


Platz drei für eine Züchter/Reiter-Kombi


Sarah Bullinore bringt es auf 40 Starts in 5*-Prüfungen. 1997 ritt sie das erste Mal in Badminton. Mit dem zehnjährigen Corimiro liegt sie auf einem selbstgezogenen Pferd auf Platz drei vorm sonntäglichen Springen. Nach der Dressur war sie noch 19. (32,1). Dem Paar gelang ebenfalls eine der insgesamt sieben fehlerfreien Runden im Cross innerhalb der Zeit. Die Mutter einer der größten Nachwuchshoffnungen im britischen Vielseitgkeitsgeschehen ist selbst auf 5*-Niveau erfolgreich gegangen.


Bergendahl und Lutien kommen ins Ziel!


Arne Bergendahl, einziger Deutscher im Feld in diesem Jahr, kassierte einsgesamt 31 Strafpunkte. Zunächst brach ein Sicherheits-PIN. Später gab es einen Vorbeilaufer an Sprung 28, zwei hohen, schwer zu taxierenden Ecken. Damit liegen Bergendahl und Lutien, übrigens die Mutter von Bronco, der in den Genuss der Förderung Road2LA kommt, an 42. Stelle. 15,4 Strafsekunden hatte die Stute auch noch zu verzeichnen.


61 Starter waren in der Dressur ins Viereck gegangen, nach dem Gelände waren es noch 45. Zwei Kombinationen hatten bereits nach der Dressur zurückgezogen. Acht Reiterin beziehungsweise Reiter entschieden, sich auf der Gelände Strecke nach Problemen aufzugeben. Dazu zählten auch die Sieger von 2025, Carolin Powell und High Time. Sie mussten nach Problemen mit den Ecken, die auch Bergendahl zum Verhängnis geworden waren, aufgeben. Sechs Paare mussten ausscheiden.


Der Parcours von Course Designer Eric Winter war 6550 Meter lang. 45 Sprünge galt es in 32 Hindernissen zu überwinden. Morgen um 8.30 Uhr Ortszeit steht die abschließende Verfassungsprüfung auf dem Programm.


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