FN Jahresabschluss 2025 – deutliches Plus

FN mit positivem Jahresabschluss 2025 – der Verband feiert sich

Szene
Der FN-Vorstand und das Präsidium stellten bei der Mitgliederversammlung in Bad Dürkheim den Jahresabschluss 2025 vor. Foto: Pferdesport Deutschland Der FN-Vorstand und das Präsidium stellten bei der Mitgliederversammlung in Bad Dürkheim den Jahresabschluss 2025 vor. Foto: Pferdesport Deutschland
Pferdesport Deutschland hat das Jahr 2025 mit einem Jahresergebnis von 517.000 Euro abgeschlossen. Bei der Mitgliederversammlung in Bad Dürkheim wurden Vorstand und Präsidium einstimmig entlastet.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dennis Peiler erklärte, der eingeschlagene Konsolidierungskurs greife: „Unser Ziel war es, ein Plus von 500.000 Euro zu erwirtschaften. Das haben wir übertroffen.“ Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Ergebnis damit mehr als verdreifacht – von rund 144.000 Euro auf 517.000 Euro. Dass ein Verband, der sich in einer strukturellen Krise befindet, ein positives Jahresergebnis als strategischen Durchbruch kommuniziert, verdient zumindest einen zweiten Blick.


Die Liquidität stieg laut Finanzvorstand Vanessa Richwien auf rund drei Millionen Euro. Peiler kündigte an, in den kommenden Jahren „weiter gezielt Rücklagen aufzubauen“ – ein Ziel, das angesichts jahrelanger Haushaltsprobleme notwendig geworden ist.


Woher kommt das Plus?


Präsident Martin Richenhagen ordnete die Zahlen als Ergebnis strategischer Entscheidungen ein: „Wir haben Strukturen verändert, uns schlanker aufgestellt und denken heute unternehmerischer.“ Zugleich verwies er auf die Verschmelzung von DOKR und FN sowie die Anpassung der Satzung. Ob diese Reformen tatsächlich nachhaltig wirken oder primär der internen Konsolidierung dienen, bleibt vorerst offen.


Wie konkret die Verdreifachung des Jahresergebnisses zustande gekommen sind und woher 3 Millionen Euro Rücklagen kommen, bleibt in der Mitteilung der FN vage. Eine Anfrage dazu läuft.


Mitgliederbereich im Umbau


Vize-Präsidentin Annett Schellenberger kündigte an, den Kreis der Persönlichen Mitglieder zum „Pferdesport Deutschland Club“ weiterzuentwickeln – inklusive neuem Logo und einem Markenauftritt, der sich an die neue Identitätswelt des Verbands anlehnen soll. Auch das langjährige Mitgliedermagazin PM-Forum bekommt ab der Juli-Ausgabe einen neuen Namen: „Pferd & Mensch. Das Magazin für Pferdesport Deutschland.“ Versprochen werden ein neues Layout, modernere Optik und ein höherer Seitenumfang. Ob hinter der aufwendigen Neuverpackung auch inhaltlich ein spürbarer Mehrwert steckt, werden die Leser ab Sommer beurteilen können.


Was die Mitgliederzahlen betrifft, lohnt sich ein nüchterner Blick: Zum 31. Dezember 2025 zählte der Verband 50.855 Persönliche Mitglieder – ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schellenberger verwies zwar auf „anhaltend starke Mitgliedszuläufe“ seit dem Jahreswechsel und zeigte sich optimistisch, dass die Neuausrichtung diesen Trend verstärken werde. Belastbare Zahlen dazu blieben jedoch aus.


Das Seminarangebot entwickelte sich 2025 auf solidem Niveau. An rund 140 Online- und Präsenzseminaren nahmen insgesamt fast 17.000 Teilnehmende teil – Zahlen, die für sich sprechen und den praktischen Kern des Mitgliederangebots unterstreichen. Im Zuge der Neuausrichtung wurde zudem eine neue Sprechergruppe für den künftigen Club gebildet, der neben Schellenberger Jennifer Becker, Nicola Danner, Gabriele Heydenreich, Dr. Anne Liebetrau, Ronny Trepnau und Rudolph Herzog von Croÿ angehören.


Rückgänge im Turniersport – Reaktionen mit Fragezeichen


Vize-Präsidentin Sport Heike Körner bestätigte noch einmal, was längst bekannt ist: „Wir sehen Rückgänge im Turniersport.“ Als Reaktion präsentierte sie das Projekt „100 Schulpferde plus“, das gemeinsam mit der Reit-WM Aachen umgesetzt wird. Rund 1.600 Vereine hätten sich beworben, mehr als 500.000 Euro seien bereits ausgeschüttet worden. Körner forderte zudem mehr niedrigschwellige Zugänge zum Pferdesport, besseren Service für Reitbetriebe und Bürokratieabbau in der LPO – Forderungen, die im Verband seit Jahren kursieren.


Züchter: viel Absicht, wenig Konkretes


Der Vize-Präsident Zucht Carsten Grill erklärte, es sei die „Aufgabe des Dachverbandes, die Züchter stärker zu unterstützen.“ Dr. Klaus Miesner ergänzte, man stehe im Austausch mit Verbänden und politischen Entscheidungsträgern und setze sich für eine Überprüfung der tierärztlichen Gebührenordnung ein. Konkrete Ergebnisse dieser Bemühungen blieben zumindest in der Pressemitteilung unerwähnt.


Das Thema Bundeschampionat der Reitpferde kommt in der Pressemitteilung nicht vor. Aber es wurde angerissen, dass Änderungen bei den Prüfungsanforderungen für drei- und vierjährige Pferde umgesetzt wurden. „Uns ist eine altersgemäße Präsentation besonders wichtig“, so Carsten Grill.


 


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