Pita Schmid, Teresa Leowald und Justus Hayessen sind Preis der Besten Sieger 2026
Preis der Besten-Sichtung und mehr in Radolfzell
Symbolbild Vielseitigkeit. Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de Zum zweiten Mal richtete die Familie Vogg auf dem Gut Weiherhof in Radolfzell am Bodensee die Preise der Besten im Rahmen jeweils offen ausgeschriebener Zwei- und Drei-Sterne-Prüfungen aus. Für den dreifachen Olympiasieger Michael Jung ist das Turnier quasi um die Ecke und seit jeher ein fester Termin zum Jahresauftakt. So traten die besten Nachwuchsreiter hier gegen ihn und noch einige andere Stars des Sports an.
Junge Reiter – Schmids erfolgreicher Einstand
Bei den Jungen Reitern im CCI3*-S waren elf Paare am Start, darunter die Vorjahressiegerin der Junioren, Pita Schmid. Sie ließ sich mit der zehnjährigen First Ampere-Tochter Favorita V auch in diesem Jahr bei ihrem Einstand im Junge Reiter-Lager die Butter nicht vom Brot nehmen. Mit einer 31,4 Minuspunkte Dressur lag sie hier noch an dritter Stelle. Doch im Gelände war sie schneller als alle ihrer Konkurrenten um den Titel und hatte mehr als einen Springfehler Vorsprung, als es in den Parcours ging. Den brauche sie nicht. Das Paar leistete sich lediglich 0,8 Zeitstrafpunkte und setzte sich so mit 35 Minuspunkten an die Spitze des Feldes.
Nach einem suboptimalen Start als Elfte mit 36,7 Minuspunkten in der Dressur konnten Silvia Kelly und ihr ebenfalls erst zehnjähriger Hannoveraner Calypso v. Stalypso im Gelände und im Springen Boden gut machen und holten mit 40,7 Minuspunkten Silber.
Bronze ging an ein Paar, das im Nachwuchssport schon einiges an Medaillen gesammelt hat: Matti Garlichs und seinen 14-jährigen Westfalen Ludwig v. Light On. Bei drei Junioren-Europameisterschaften waren die beiden an zwei Gold- und einer Bronzemedaille beteiligt. 2024 waren sie zudem Vierte der Einzelwertung und letztes Jahr holten sie erste Drei-Sterne-Platzierungen. In Radolfzell starteten sie von Platz vier nach der Dressur, hatten 10,8 Zeitfehler im Gelände, aber lieferten die andere von nur zwei Nullrunden im Springen. Das verhalf ihnen zum Sprung aufs Treppchen.
Offene Wertung
In der offenen Wertung belegten die drei die Plätze vier, neun und 14. Bestes Paar waren hier die Schwedin Louise Romeike im Sattel ihres Olympiapferdes von 2024, des zwölfjährigen ZfdP-Wallachs Caspian v. Crumble. Dem Paar sind dieses Jahr schon Favoritenchancen auf den Weltmeister-Titel zugesprochen worden. Auf Drei-Sterne-Niveau waren sie dieses Jahr jedenfalls absolut souverän, gingen in der Dressur mit 24,9 Minuspunkten in Führung und fügten diesen lediglich 2,4 Zeitfehler im Gelände hinzu. Sieg mit 27,3 Minuspunkten.
Dahinter reihte sich Michael Jung im Sattel seines zehnjährigen polnischen Warmblüters FischerSolution II ein, der seine Karriere einst als Dzoker begann, aber umbenannt wurde, als er an Jungs Sponsor, die Familie Fischer verkauft wurde. Sie waren Zweite nach der Dressur (26,9), verloren diese Position dann durch 4,8 Zeitfehler im Gelände, konnten das aber mit fehlerfreiem Springen ausbügeln, Rang zwei mit 31,7 Minuspunkten.
Über Rang drei (34,3) freute sich die Deutsche Meisterin der Berufsreiter aus dem Vorjahr, Nina Schultes mit Grand Prix Iwest. Die beiden waren eines von nur zwei Paaren, die eine fehlfreie Geländerunde hinlegen konnten. Damit arbeiteten sie sich von Rang acht nach der Dressur zwischenzeitlich auf den zweiten Platz vor, den sie durch einen Abwurf im Parcours dann aber doch wieder an Jung abtreten mussten.
Junioren – Sieger der Nerven
Hart umkämpft war der Titel bei den Junioren, wo 24 Paare am Start waren. Die haben alle zuverlässig abgeliefert. Vor dem Abschlussspringen trennte kein Springfehler die Top 12 Paare. Doch sowohl die Siegerin als auch die Zweitplatzierte bewiesen Nervenstärke. Teresa Leowald und ihr neunjähriger Diacontinus-Sohn DJ Continus hatten nach der Dressur noch an dritter Stelle gelegen, arbeiteten sich dann dank einer Nullrunde im Cross an die Spitze vor und ließen sich auch im Parcours nichts zuschulden kommen. Mit 28,1 Minuspunkten gewannen sie in ihrem ersten Juniorenjahr nicht nur den Titel, sondern auch die offene Wertung der Prüfung. Letztes Jahr war Teresa noch Dritte bei den Ponys und mit DJ Bundesnachwuchschampionesse.
Silber holten Karlotta Isabelle Walla und Clever Man WAF nach Hessen. Mit nur 0,5 Punkten Abstand gingen sie ins Abschlusspringen, ließen alle Stangen oben, leisteten sich lediglich 0,4 Zeitfehler, sodass am Ende 29 Minuspunkte zu Buche schlugen.
Aus der Prinz von Homburg-Schule, dem Reitinternat in Neustadt-Dosse, waren Isabelle Grom und die ebenfalls von Crumble abstammende Holsteiner Stute Halma nach Radolfzell gereist und mit der Bronzemedaille im Gepäck kehren sie heim. Ihrem Dressurergebnis fügten sie noch 1,2 Zeitfehler im Parcours hinzu. Endstand: 29,9 Minuspunkte.
Offene Wertung
In der offenen Wertung waren Teresa Leowald und DJ Continus wie erwähnt ebenfalls nicht zu schlagen. Karlotta Isabelle Walla war Drittbeste insgesamt und Isabelle Grom konnte sich über Rang fünf freuen. Zweite war Mannschaftseuropameisterin Libussa Lübbecke auf der siebenjährigen Bundeschampionats-Dritte des Vorjahres, Daroca de Rioja FRH, ebenfalls eine Diacontinus-Tochter. Vierter wurde Sven Lux mit der achtjährigen Ramiro B-Tochter MBF Senorita.
Ponyreiter – im Parcours aufs oberste Treppchen gesprungen
Neun Jahre ist es her, dass zuletzt ein männliches U16-Talent den Preis der Besten bei den Ponys gewinnen konnte. Dieses Talent reitet inzwischen Senioren-Championate für Deutschland: Calvin Böckmann. In dessen Fußstapfen tritt nun vielleicht Justus Hayessen, der dieses Jahr die Nase vorn hatte bei den Ponys. Im Sattel der zehnjährigen Schimmelstute Miss Windsor, die zuvor schon mit Pia Sophie Schreiber und Anna Schwanbeck internationale Erfahrungen gesammelt hat, lieferte er eine von nur zwei fehlerfreien Geländerunden der Preis der Besten-Wertung und machte damit schon mal Plätze nach der Dressur gut. Von der Bronzeposition aus startete er in den Parcours und kam mit lediglich 0,4 Zeitfehlern wieder heraus. Anders die Konkurrenz. So war Justus der Titel mit 32,2 Minuspunkten nicht zu nehmen.
Die Konkurrentin, die das Nachsehen hatte, war Lea Brügger mit Golden Girl’s Nelly. Nach Dressur und Gelände lagen sie an der Spitze der Gesamtwertung, büßten diese aber mit 4,8 Fehlern im Springen ein, gewannen jedoch noch Silber (34,0). Damit wiederholte Lea ihren Vorjahreserfolg, wobei sie da noch im Sattel von Nellys Mutter saß, der Stute Next Generation.
Brügger war nicht die einzige mit Fehlern im Parcours. Bronzegewinnerin Greta Marie Löhr hatte zwei Abwürfe auf dem erfahrenen Rathcline Dream, schaffte es aber trotzdem noch auf Rang drei der Wertung mit 42,3 Minuspunkten.
Offene Wertung
Auch bei den Ponys gab es eine offene Wertung. Hier hatte die Italienerin Isabella Owers auf Astronauts Voyager mit 31,5 Minuspunkten die Nase vorn. Justus Hayessen war Zweiter vor der Französin Emilie Aunac im Sattel von Uriel de Tassine (33,4). Lea Brügger wurde Vierte, Greta Marie Löhr Neunte der Gesamtwertung.
Stilpreise
Den Sonderpreis für den besten Stil im Gelände der Stiftung Deutscher Pferdesport erhielten jeweils Mathis Huisinga mit Carlotta (Junge Reiter), Lukas Wilhelm Sühling mit Allnightparty (Junioren) und Anna von Helldorf mit Marlon (Ponyreiter).
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