CDI Tolbert Grand Prix Special
Erster internationaler Sieg für Schürmanns Dante’s Pearl OLD
Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pearl vor einem Jahr in Hagen, wo sie sich für das Louisdor-Preis Finale qualifizierten. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Vor wenigen Wochen hatten Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl in Lier ihr internationales Grand Prix-Debüt gegeben. Der CDI Tolbert war nun das erste Freiluftturnier auf Grand Prix-Niveau für die Dante Weltino-Tochter. Nach einem Grand Prix mit Highlights, aber auch noch einigen Problemen, konnte sie heute im Grand Prix Special zeigen, was in ihr steckt.
Losgelassen, schwungvoll und ausdrucksstark begannen Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl den zweiten Grand Prix Special ihres Lebens. Noch immer fußt die Stute hinten nicht ganz gleichmäßig in der Passage, aber diesmal ohne „Double-Beat“. Im versammelten Schritt konnte Schürmann sie gerade im Schritt halten. Der Übergang in die Piaffe gelang prompt, die Piaffe selbst diagonal, im Takt und fleißig, aber noch über wenig Boden. Auf Dauer dürfte Dante’s Pearl hier noch an Gelassenheit und Erhabenheit gewinnen. Sie brauchte ein paar Tritte, um den Passage-Takt zu finden. Die zweite Piaffe gelang ebenfalls recht gut und die Übergänge ebenfalls.
Im Galopp punktete die Stute mit gerade und locker durchgesprungenen Serienwechseln, wobei sie gegen Ende der Diagonale mit den Einerwechseln sogar stabiler zu werden schien als zu Beginn. Der starke Galopp war ausdrucksvoll, die Rückführung sicher, die Linkspirouette danach gelang herrlich ausbalanciert und zentriert. Auch die neun Einerwechsel auf der Mittellinie – nur leicht schwankend, aber locker und sicher nach vorne durchgesprungen. In der Rechtspirouette verlor Dante’s Pearl einmal kurz die Balance, aber Schürmann konnte die Situation retten.
Alles in allem eine klasse Vorstellung des Paares, das ja noch ganz am Anfang steht! Das sahen auch die Richter so: 74,064 Prozent, persönlicher Rekord, aber immer noch Luft nach oben.
Platz zwei nach Schweden
Die Sieger des Grand Prix, Therese Nilshagen und Navarro, mussten sich heute mit Rang zwei zufrieden geben. Man hatte den Eindruck, dass Nilshagen heute mehr damit zu tun hatte, den mächtigen Hengst bei sich zu behalten. Er wirkte recht interessiert, an allem, was außerhalb des Vierecks geschah, machte aber seinen Job und das sehr ordentlich. Auch bei ihm waren die Passagen nicht immer ganz gleichmäßig im Ablauf und er dürfte mit dem Hinterbein mehr unter den Schwerpunkt arbeiten, aber was bei beiden vorne platzierten Paaren gefiel: Sie waren klar vom versammelten Trab abgegrenzt. Richtig punkten konnte das Paar in der Galopptour – zumindest bis zur zweiten Pirouette, wo Navarro gedanklich schon wieder an der langen Seite zu sein schien und Nilshagen ihn energisch daran erinnern musste, dass da noch eine Lektion zu absolvieren war. Aber auch hier ein toller Auftritt dieses erst zehnjährigen Negro-Sohnes mit der schwedischen Olympiareiterin vom Dressur Leistungszentrum Lodbergen. 73,574 Prozent erhielten sie.
Damit ließen Nilshagen und Navarro ein weiteres schwedisches Duo hinter sich, Cecilia Bergkrå und My Friend. Das sympathische Duo war letztes Jahr noch bei der U25-Tour am Start gewesen und fällt immer wieder durch schöne Ritte auf. Das heute war erst der zweite internationale Special und das erste Mal, dass sie die 70 Prozent-Marke knacken konnten. Rang drei mit 70,404 Prozent waren ein kleiner Meilenstein.
Sensibler Diamante
Das zweite deutsche Paar im Special waren Juliane Brunkhorst und DSP Diamante Negro. Der zehnjährige DeLorean-Sohn ist ein hoch sensibles Pferd und heute war da etwas an der kurzen Seite mit den Richtern (womöglich die Kamera?), das ihm gar nicht behagte. Schon beim kurzen Warm-Up vor Beginn der Aufgabe wollte er dort gar nicht hin. Doch er und Brunkhorst sind ein eingespieltes Paar und er schenkte seiner Reiterin sein Vertrauen. Doch jedesmal, wenn es in diese Richtung ging, bekam er große Augen. Als er dann in der Galopptraversale schräg versetzt auf die Ecke zukam, war es kurz um seine Fassung geschehen. Er stoppte abrupt und wollte schon seinem Fluchtinstinkt folgen. Doch Brunkhorst konnte ihn überzeugen, weiterzugehen. Dass Diamante Negro nach diesem Zwischenfall einfach weitermachte und auch noch einige Highlights zeigte, spricht ebenso für die Partnerschaft der beiden wie für die Einstellung des Wallachs. Und auch wenn er heute zwischenzeitlich abgelenkt war, blitzte immer wieder sein großes Talent durch. Unter dem Strich erhielten sie diesmal 67,489 Prozent und wurden Siebte. Aber da ist noch viel Luft nach oben.
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