Hannoveraner Verband zeichnet Dressurvererber For Dance mit Grande-Preis aus
Grande-Preis für For Dance
Eines der Aushängeschilder für For Dance' Vererbung: Frieda NRW mit Greta Busacker. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Die Hannoveraner Hengstkörung und insbesondere der Hengstmarkt 2015 wurde dominiert von dem Millionenverkauf des Westfalen Revolution an Helgstrand Dressage. Dabei gab es da unter anderem einen schick aufgemachten, aber noch sehr jugendlichen Braunen, der durchaus auch einen zweiten Blick wert war, einen Sohn des For Romance I aus der St.Pr.St. Reverie v. Rubiloh aus der Zucht von Angela und Uwe Butkus in Overath. Er wurde zwar prämiert, flog ansonsten aber eher unter dem Radar. Außer bei Gerd Sosath. Der erkannte das Potenzial, das in diesem Rheinländer schlummerte und holte ihn nach Lemwerder.
For Dance‘ eigene Karriere
Es zeigte sich sehr schnell, dass Gerd Sosath mit seiner Einstellung richtig lag. Bei seinem Veranlagungstest in Schlieckau wurde rasch deutlich, dass die größten Stärken des Hengstes nicht nur in seinem Typ und seinen Grundgangarten zu finden sind. Die inneren Werte wurden mit 9,5 beurteilt, die Rittigkeit mit 8,5. Der Galopp erhielt eine 9,0. Insgesamt wurde es eine Dressurnote von 8,2. Ein Jahr später absolvierte For Dance seinen Sporttest mit 8,22 und auch hier zeichnete er sich durch seine hervorragende Rittigkeit aus.
Im Turniersport sammelte er vierjährig bereits Siege in Dressurpferdeprüfungen der Klasse A mit 8,8, wurde aber auch fürs Bundeschampionat nominiert, wo er einen etwas undankbaren vierten Platz belegte hinter unter anderem Stallkollege Devonport. Geritten wurde beide Hengste von Rieke Harms, damals noch Schnieder. Sie präsentierte For Dance auch im Folgejahr beim Bundeschampionat, ehe 2020 Ninja Sosath, Ehefrau von Juniorchef Hendrik Sosath, die Zügel übernahm.
Die beiden wurden Seriensieger in Klasse M, gewannen unter anderem 2021 das Deutsche Amateur-Championat. 2022 wagten sie gemeinsam den Schritt in die schwere Klasse und heimsten auch hier eine Schleife nach der nächsten ein. Mittlerweile sind sie bis Klasse S** siegreich.
Vererbung
Parallel zu seiner eigenen Karriere war For Dance im Deckeinsatz und machte sich auch hier einen Namen. Die ältesten Nachkommen sind nun neunjährig. Prominentester For Dance-Sprössling dürfte die Westfalen-Stute Frieda NRW von Greta Busacker sein. Die beiden holten 2024 Silber beim Bundeschampionat der siebenjährigen Dressurpferde und begeisterten 2025 im Finale des Nürnberger Burg-Pokals, auch wenn manches nicht lief wie erhofft. Klar ist aber: Das ist ein Paar mit Perspektive und Greta Busacker lobt unter anderem Rittigkeit und Einstellung ihrer Tanzpartnerin.
Die Oldenburger Stute Fame and Glory OLD (Mutter v. Farewell III) ist unter Maria Gomez Guzman international für Spanien auf S-Niveau platziert. Im Parasport glänzt das ehemalige Verdener Auktionsfohlen For Memory (Muttervater Destano, Z.: Kurt Bolte, Okel), einst ein gekörter Hengst, mit der US-Amerikanerin Cynthia Screnci.
For Dances Qualitäten kommen nicht von Ungefähr. Seine Mutter kann auf insgesamt vier gekörte Söhne verweisen. Einer davon, der 2006 geborene Flanagan v. Fidertanz, war auf Grand Prix Niveau unterwegs. Ebenso sein Vollbruder First Famous und ein weiterer ebenfalls gekörter Bruder geht wie For Dance bis Intermédiaire I.
Abstammung, Eigenleistung und Vererbung haben bereits den Oldenburger Verband dazu veranlasst, For Dance mit dem Titel des Hauptprämienhengstes und als „Future Sire“ auszuzeichnen. Nun zog der Hannoveraner Verband mit dem Grande-Preis nach. Die Vergabe des Preises sei mit der Hoffnung verknüpft, dass For Danes Nachkommen die Hannoveraner Zucht nachhaltig positiv beeinflussen mögen. „Die Voraussetzungen bringt der Hengst mit, sein Zuchteinsatz ist empfehlenswert“, heißt es beim Hannoveraner Verband.
