CDI3* Grand Prix Special an Escolar's Emil

Wagner und Escolar’s Emil gewinnen ihre Special-Premiere

Dressur
Bei all der gewaltigen Kraft, die Escolar's Emil mitbringt, ist er zugleich hoch elastisch und beweglich. Eine tolle Mischung! Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Bei all der gewaltigen Kraft, die Escolar's Emil mitbringt, ist er zugleich hoch elastisch und beweglich. Eine tolle Mischung! Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de
Nachdem sie gestern bereits ihren ersten internationalen Grand Prix für sich entscheiden konnten, setzten die Louisdor-Preis Zweiten Thomas Wagner und Escolar's Emil heute bei ihrem Special-Debüt noch einen drauf.

Besser hätte sich Thomas Wagner seinen Saisoneinstieg 2026 sicher kaum vorstellen können. Schon gestern im Grand Prix gelang ihm mit dem nun elfjährigen rheinischen Escolar-Sohn Escolar’s Emil ein toller Auftritt. Der heutige Grand Prix Special, der erste für den mächtigen Wallach, gelang sogar noch ein Stück souveräner. Vielleicht auch, weil „Emil“ nun schon einmal in der Prüfungshalle war und sich sicherer fühlte.


Besonders zu Beginn der Prüfung reihte sich ein Highlight ans andere. Wo andere „Special-Anfänger“ noch Probleme hatten mit den vielen Wechseln zwischen höchster Versammlung in der Passage und maximaler Schwungentfaltung im starken Trab, die im Grand Prix Special verlangt werden, hielt Emil wie ein Metronom seinen Takt und federte sich mit der ihm eigenen Elastizität von einem Highlight zum nächsten – inklusive der Traversalen.


Im Schritt riskierte der stets zu allen Seiten aufmerksame Emil dann doch mal ein paar Blicke ins Publikum, was etwas auf Kosten des Fleißes ging. Die Piaffen gelangen im Takt und recht fleißig, jedoch vorne stützend. Die Galopptour gelang ohne technische Fehler und mit ausgesprochen schönen Pirouetten.


Fazit: Im Vergleich zum Grand Prix konnten die beiden heute sogar noch eine Schippe drauflegen – auch notenmäßig. 71,660 Prozent wurden es. Sie blieben die einzigen, die eine 7 vor dem Komma stehen hatten.


Black Beauty


Zweite wurde Charlott-Maria Schürmann mit ihrer Dante Weltino-Tochter Dante’s Pearl. Auch für sie war dies heute der erste Grand Prix Special. Diese elfjährige Stute ist so wunderschön und bewegt sich besonders im Trab so elegant und leichtfüßig, dass man ihr schon deshalb mehr Punkte geben möchte. Ihre Unerfahrenheit auf diesem Niveau verhinderte dies aber auch heute. Neben Highlights wie den Verstärkungen, den Traversalen und der Linkspirouette schlichen sich in den Passagereprisen ungleiche Tritte ein, am Ende der eigentlich sehr schönen Zweier bauten sie noch einen Einerwechsel ein, die Rechtspirouette war zu groß und auch heute kam Dante’s Pearl im Schritt nicht zur vollen Losgelassenheit. Auch schaffte Schürmann es heute noch nicht, die Stute ganz stabil vor sich zu behalten. 69,681 Prozent spiegeln nicht das wider, was die Stute eigentlich kann. Trotzdem konnten sie sich über Rang zwei freuen.


Nabbens Metronom


Mit gerade mal einem halben Punkt Abstand mussten sich die anderen Louisdor-Preis Finalisten des Vorjahres geschlagen geben. Das waren Tobias Nabben und Forster. Für sie war das heute der zweite Grand Prix Special. Sie hatten ihre Feiertaufe beim Agravis Cup in der Halle Münsterland.


Der Finest-Sohn mag nicht die ausdrucksvollste Bewegungsmechanik haben, aber dafür ist er taktsicher wie ein Metronom und elastisch von Kopf bis Schweif. Wenn er piaffiert, federt das ganze Pferd. Die Übergänge scheinen für ihn ein Kinderspiel zu sein. Außerdem ist er rührend bemüht und motiviert. Bisweilen vielleicht ein bisschen zu sehr, so dass er nicht immer zur vollen Losgelassenheit kommt – wie heute im Schritt. Das war teuer. Ein Versehen beim Angaloppieren kostete außerdem Punkte. Mit 69,660 Prozent wurden sie Dritte.


Und sonst?


Als Nabben und Forster in Münster Platz zwei im Grand Prix Special belegten, waren es Katharina Hemmer und Special Gold gewesen, die den Sieg davon getragen hatten. Heute war jedoch offenbar nicht der Tag des San Amour-Sohnes. Schon gestern im Grand Prix hatte man den Eindruck, dass Hemmer relativ viel Gewicht in den Zügeln hatte. Heute zog „Spezi“ sie im starken Trab nach der ersten Passage mehrfach regelrecht aus dem Sattel. Es gelang Hemmer, das zu korrigieren. Doch Zufriedenheit in der Anlehnung wollte sich heute nicht einstellen. Mit 68,681 Prozent waren sie trotzdem noch fünfte vor Lisa Müller und Dantiamo, der auch heute in den Trabverstärkungen immer wieder auf die Vorhand und aus dem Takt kam, allerdings schöne und von Müller gefühlvoll gerittene Piaffen zeigte (68,447).


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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