Cicero Z van Paemel lebt nicht mehr
Spitzenvererber Cicero Z van Paemel lebt nicht mehr
Cicero Z van Paemel mit Dirk Demeersman 2009 in Nörten-Hardenberg. Foto: sportfotos-lafrentz.de Wie Cicero van Paemels langjähriger Reiter Dirk Demeersman berichtet, erhielt er bereits in der vergangenen Woche einen Anruf, dass es seinem einstigen Star nicht gut geht. Die letzten Jahre verbrachte Cicero Z van Paemel seinen Lebensabend in dem Gestüt, dem er seinen Namen verdankt. Das meldete gestern, dass „der Tag, den alle am meisten gefürchtet haben, gekommen war“.
Cicero war ein Sohn des Carthago Z aus einer Randel Z-Graphit-Gotthard-Mutter mit Hannoveraner Stutenstamm, der eine ganze Reihe gekörter Hengste und international erfolgreicher Springpferde hervorgebracht hat. Zeit seines Lebens war der Schimmel im Besitz des Gestüts van Paemel, das ihn für seine Sportkarriere Dirk Demeersman anvertraute.
Karriere mit Dirk Demeersman
Der bekam den Schimmel siebenjährig in den Stall, ließ sich aber Zeit mit ihm. Erst Ende achtjährig wagten die beiden sich an die ersten internationalen Starts heran. Aber dafür ging die Karriere des Hengstes auch sofort steil. Neunjährig ging er die ersten Fünf-Sterne-Turniere und Nationenpreise und war auch sofort platziert. Einer der schönsten Momente des Jahres war sicherlich der siebte Platz im Weltcup-Springen von Mechelen. Neben vielen anderen Erfolgen gewannen sie hier im Jahr darauf auch das Sires of the World-Springen. Zwölfjährig gewannen sie den Großen Preis des CSI3* von Aalst vor heimischer Kulisse. Sie platzierten sich in Aachen, Lanaken, Antwerpen und bei diversen Gelegenheiten mehr.
So hätte es weitergehen können, doch der Schimmel zog sich eine Verletzung zu, die seiner eigenen sportlichen Karriere ein Ende setzte. Das Gute daran: Das Ende im Parcours wurde der Beginn einer großen Laufbahn als Vererber.
Aus dem ersten Jahrgang des von seiner Aufmachung her nicht gerade modernen Schimmels, der gleichwohl eine überragende Sprungtechnik hatte, gingen nur acht Fohlen hervor – fünf davon reiften zu internationalen Spitzenpferden heran. Für seine weitere Laufbahn als Deckhengst wurde Cicero Z van Paemel ins Gestüt Zangersheide gegeben, wo er gut zu tun hatte, wie die Statistik zeigt.
Beeindruckende züchterische Bilanz
Cicero Z van Paemel kann aktuell auf 72 gekörte Söhne verweisen und auf 50 Nachkommen, die im internationalen Sport auf 1,60-Niveau unterwegs sind. Mehr als 100 „Ciceros“ springen über 1,50 Meter.
Die hierzulande bekannteste Tochter dürfte Marcel Marschalls Fenia van Klapscheut sein. Aber da gibt es beispielsweise Izzy by Picobello von Bertram Allen (IRL), Eristov von Jordan Coyle (IRL), den Wallach Icos der Brüder Philippaerts und viele mehr.
Ein geliebtes Kind hat viele Namen
Dirk Demeersman sagte einmal, der mächtige Schimmel sei viel sensibler gewesen, als man auf den ersten Blick hätte annehmen können – eine positive Eigenschaft, die er an seine Nachkommen weitergegeben hat. Ebenso wie seine Technik. Wie Demeersman es formuliert: „Er konnte seine Vorderbeine bis an die Ohren ziehen.“
Aber das war nicht der Grund, warum er für seine Besitzer und seinen Reiter unvergessen bleibt. Dirk Demeersman: „Cice, Droopy … kein einziges Pferd in unserem Stall hatte mehr Namen als er.“ Cicero von Paemel Z sei „ein großer Gentleman“ gewesen, ein sehr schlaues Pferd.
Oder wie seine Besitzer Luv Van Eeckhout und Karin Verheyen vom Gestüt van Paemel es beschreiben: „Ein außergewöhnlicher Hengst. Die Art Pferd, die man nur einmal im Leben trifft. (…) Die Leere, die du jetzt hinterlässt, ist immens.“