Floricello auf den Spuren von Quaterback & Co.

Ein neuer DSP-Elitehengst und weitere Ehrungen in München

Zucht
Floricello ist nun DSP-Elitehengst. Foto: Björn Schröder Floricello ist nun DSP-Elitehengst. Foto: Björn Schröder
Was haben Quaterback, Don Diamond, Colestus, Rivero II, Askari, Millennium, Colorit, Con Spirit und Decurio gemeinsam? Sie alle sind DSP-Elitehengste. Seit dem vergangenen Wochenende haben sie einen weiteren Kollegen in ihrem erlauchten Kreis. Diese und mehr Ehrungen von den DSP-Hengsttagen in München Riem.

Der 18-jährige Oldenburger Dunkelfuchs Floricello v. Florencio-Dormello-Feingau von der Station Wadenspanner ist neuer DSP-Elitehengst. Floricello begann seine Karriere als Reservesieger der Oldenburger Körung 2010. Anfangs noch in schwedischem Besitz stehend, wurde er ein Jahr nach seiner Körung Vizechampion beim dortigen Reitpferdechampionat.


International bekannt wurde Floricello fünfjährig, als er die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gewann, damals mit Andreas Helgstrand im Sattel, der sich bereits 2012 Anteile an dem Talent gesichert hatte.


2014 kehrte Floricello dann zurück nach Deutschland. Die Münchenerin Sara Marburg, die als Anbieterin von Internetdomains erfolgreich war, kaufte Floricello sowie noch weitere Pferde bei Helgstrand Dressage in Dänemark ein. Die große sportliche Karriere blieb dem Hengst jedoch versagt. Aufgrund einer Verletzung musste er lange pausieren und verbrachte die Zeit seiner Reha unter anderem auf dem Zuchthof Wadenspanner, wo er dann auch im Deckeinsatz war.


Hier wurde er wieder fit und sammelte auch Turniererfolge bis Klasse S. Seine Nachzucht war überzeugend. Und so verkaufte Marburg den Hengst 2020 an die Familie Wadenspanner verkauft, wo er sich seither ganz auf seinen Job als Deckhengst konzentriert.


Was gut ist, denn Floricello hat sich bestens vererbt. Bereits aus seinem ersten Jahrgang in Schweden gingen gekörte Hengste und erfolgreiche Sportpferde hervor. Sein bekanntester Sohn dürfte der ebenfalls bei Wadenspanner stationierte Feliciano sein, der nun siebenjährig ist, seine ältesten Nachkommen also gerade dreijährig. Doch schon aus den ersten Jahrgängen gingen zahlreiche prämierte Fohlen und teure Auktionskandidaten hervor.


Der diesjährige Körjahrgang hat Werbung für beide gemacht, Floricello und seinen Sohn Feliciano. Je zwei Söhne der beiden  wurden gekört. Feliciano stellte einen der Siegerhengste.


Zwei DSP-Prämienhengste aus Marbach


Der Marbacher Landbeschäler Askaryan ist nun DSP-Prämienhengst. Foto: Björn Schröder
Der Marbacher Landbeschäler Askaryan ist nun DSP-Prämienhengst. Foto: Björn Schröder

Nicht nur Körkandidaten können eine DSP-Prämie einheimsen, sondern auch längst gekörte Hengste, die sich im Sport hervortun. Das können Auftritte bei DSP- und Bundeschampionaten sein, bei Jungpferdeweltmeisterschaften, Hengstleistungsprüfungen und Sporttests bzw. ab siebenjährig Platzierungen in der schweren Klasse.


2026 wurden zwei DSP-Prämien vergeben, beide an Hengste des Haupt- und Landgestüts Marbach. Die eine sicherte sich der nun fünfjährige Askaryan v. Asia Z-Little Rock aus der Zucht von Heinz Walz in Bad Wildbad. Der Schimmel legte einen hervorragenden 50-Tage-Test ab, bei dem er sowohl durch sein Interieur und seine Rittigkeit auffiel als auch durch seine Galoppade und sein Springvermögen. Zudem wurde er mit Eva-Maria Lühr im Sattel Landeschampion der vierjährigen Springpferde in Baden-Württemberg.


DSP-Prämienhengst Nummer zwei wurde Comme Cavelle v. Comme Prévu-Pasco (Z.: Wolfgang Reich). Der Dunkelbraune ist nun sechsjährig. 2023 erhielt er im Rahmen der DSP-Sattelkörug in Marbach sein positives Körurteil. Ein Jahr später gewann er die PSA-Tour für vierjährige Springpferde in Baden-Württemberg. 2025 platzierte er sich mit Pia-Luise Baur im Finale des Bundeschampionats der fünfjährigen Springpferde.


Diamant Hengst 2026: King George


Shadi Banki (re.) konnte sich quasi selbst die Hand reichen bei der Auszeichnung seines Hengstes King George mit dem von ihm gestifteten Diamant-Preis. Foto: Björn Schröder
Shadi Banki (re.) konnte sich quasi selbst die Hand reichen bei der Auszeichnung seines Hengstes King George mit dem von ihm gestifteten Diamant-Preis. Foto: Björn Schröder

Der Diamant-Preis wird an denjenigen Springhengst vergeben, der siebenjährig die meisten Ranglistenpunkte bei der FN gesammelt hat und der entweder im Rahmen der DSP-Hengsttage in München, dem Schaufenster der Besten oder der Marbacher Sattelkörung ein positives Körurteil erhalten hat.


Dieses Jahr ging der Diamant-Preis an den Brandenburger Landbeschäler King Georg v. Kasanova de la Pomme-Captain Olympic-Cellestial, der nicht nur in Neustadt/Dosse stationiert ist, sondern hier auch zur Welt kam. David Will hat den Hengst zu seinen größten Erfolgen im vergangenen Jahr geritten.


Der Stifter des Preises ist zugleich Besitzer des Pferdes, er Juwelier Shadi Banki. Sein Hengst reiht sich nun ein hinter Namen wie FST Dipylon, Colestus oder auch Stargold.


„DSP Weena“


DSP Weena Foto: Björn Schröder
DSP Weena Foto: Björn Schröder

Den „Vornamen“ DSP trägt nun die heute zehnjährige und im Juniorensport erfolgreiche Stute Weena v. Topas-D’Amour-Weltmeyer aus der Zucht von Ulrich Vité.


Dreijährig war Weena mit Kay Pawlowska Landeschampionesse in Sachsen-Thüringen. Ein Jahr später kam sie zu ihrer heutigen Reiterin Emilia Brandstätter, die damals selbst erst zwölf Jahre alt war. Das hinderte die beiden aber nicht, sich zusammen so weiter zu entwickeln, dass sie im vergangenen Jahr die österreichischen Farben bei den Europameisterschaften der Junioren vertreten durften. Trainiert werden die beiden von Astrid Neumayer vom Gestüt Pramwaldhof.


FN-Plakette in Gold für Züchter Steffen Jahn


Große Freude angesichts einer verdienten Auszeichnung beim Gestüt Elstertal. Foto: Björn Schröder
Große Freude angesichts einer verdienten Auszeichnung beim Gestüt Elstertal. Foto: Björn Schröder

Wer sich mit Pferdezucht beschäftigt, kommt seit vielen Jahren an einer Zuchtstätte nicht vorbei: dem Gestüt Elstertal in Wolfersdorf in Thüringen von Steffen Jahn. Am 1. Oktober 1990 gründeten Jahn und seine Frau Romy Pöhler das Gestüt. Bis 1998 wurden hier Haflinger gezüchtet. Später wurde umgestellt auf das Deutsche Sportpferd. Eine große Erfolgsgeschichte, die bislang mit zwölf gekörten, 21 Staatsprämienstuten und 87 registrierten Turnierpferden daherkommt.


Bei der Umstellung von Haflinger- auf DSP-Zucht bewies Steffen Jahn ein gutes Händchen. Er tauschte eine Haflingerstute gegen die Stute Paloma aus der berühmten Neustädter P-Familie. Diese Paloma wurde die Stammstute des Gestüts. Zwei Generationen später kam das Stutfohlen zur Welt, welches as Gestüt Elstertal weltweit bekannt machte: DSP Pathétique v. Quaterback, die mit Dorothee Schneider im Sattel hoch erfolgreich war.


Andere Beispiele sind der inzwischen S-erfolgreiche DSP Vangelis, der 2024 DSP-Champion der sechsjährigen Dressurpferde war, oder Primavera v. Mylord Carthago, die mit Zascha Nygaard Lill unter anderem im Großen Preis der Global Champions Tour-Etappe von Rom platziert war und inzwischen mit einer britischen Nachwuchsreiterin unterwegs ist.


Für seine züchterischen Erfolge wurde Steffen Jahn nun unter großem Applaus mit der FN-Plakette in Gold ausgezeichnet.


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