Die Abstammungen der Kandidaten für die DSP-Hengsttage München-Riem 2026
DSP-Hengsttage: Ferro und Cor de la Bryère prägen das Lot
Er ging selbst Olympia und prägt den Sport mit seinen Nachfahren bis heute: Ferro v. Ulft-Farn unter Coby van Baalen. Foto: Toffi-images.de 92 Hengste, 57 mit Schwerpunkt Dressur, 35, deren Zukunft im Parcours liegen soll – das ist das Lot, das sich in diese Woche bei den DSP-Hengsttagen in München-Riem der Körkommission, bestehend aus Torsten Große-Freese (Bayern), Dr. Carina Krumbiegel (Baden-Württemberg), Antje Lembke (Brandenburg-Anhalt), Lynn Sander (Rheinland-Pfalz-Saar) und Christian Kunitz (Sachsen-Thüringen). Als Sportkommissare konnten erneut Jörg Schrödter für die Beurteilung der Dressurhengste und Andy Witzemann für die Springhengste gewonnen werden.
Bemerkenswert ist, dass von den 92 Youngstern gerade mal drei nur zur Körung kommen und nicht verkäuflich sind. Alle anderen sollen am Ende über die Auktion neue Besitzer finden.
Cor de forever
13 der 35 Springhengste gehen auf Cor de la Bryère zurück, aufgeteilt auf vier Stammhalter: Caletto I mit den Linien Calido (1) und vor allem Chacco-Blue (3), Corrado I über seinen Enkel Cornet Obolensky (4), Calypso II über Contender bzw. den auch nach seinem Tod noch omnipräsenten Typmacher Conthargos (4) und Constant bzw. Chin Chin über den 1,60-erfolgreichen KWPN-Hengst Zapatero VDL bzw. dessen Sohn Martini VDL (1).
Cor des Zeitgenosse Capitol I schickt drei Nachfahren ins Rennen, je einen über Carthago Z, Clarimo und Cardento.
Die zweithöchste Anzahl an Nachfahren liefert Diamant de Semilly, zwei davon über Emerald van’t Ruytershof, der auf dem besten Weg ist, ein ebensolcher Stempelhengst zu werden wie sein Vater.
Der Furioso II-Sohn Voltaire erlebt in München-Riem einen Boom dank seines Urenkels Denzel v’t Meulenhof. Dieser selbst S-erfolgreiche Vererber der Station Nijhof führt ebenfalls Cor de la Bryère-Gene über Chin Chin. Seine Großmutter ist nämlich keine Geringere als die selbst im großen Sport hoch erfolgreiche Qerly Chin, die elf (!) internationale Springpferde und drei gekörte Hengste brachte, wobei der Fünf-Sterne-erfolgreiche Jenson van’t Meulenhof heraussticht. Jede Menge gute Gene also, die in München gleich bei drei Youngstern auftauchen. Ein weiteres Mal ist Voltaire als Großvater über den Bachl-Hengst Vingino vertreten.
Heartbreaker, dessen Nachkommen sich unter anderem durch ihren Ehrgeiz auszeichnen, ist dreimal dabei, davon zweimal über den mit Kent Farrington 5*-siegreichen Jasper, der inzwischen auf der Station Völz zuhause ist.
Tangelo van de Zuuthoeve brachte so großartige Pferde wie Tobago Z und Darry Lou. Von letzterem gibt es einen Nachkommen im diesjährigen Münchener Körlot, ein weiterer Tangelo-Vertreter stammt von Vigaro ab und einmal ist der 1996 geborene Tangelo van de Zuuethoeve noch selbst der Vater.
Dreimal ist der KWPN-Hengst Mr. Blue vertreten, zweimal über den Holsteiner Verbandshengst und Nationenpreissieger Plot Blue, einmal über den niederländischen Olympiaspringer Zirocco Blue.
Das sonst so häufig vorkommende Almé-Blut über Baloubet du Rouet taucht diesmal nur einmal in den väterlichen Pedigrees auf, über den bei Familie Schadock stationierten Blue Diamond.
Ferro schlägt Vivaldi bei den Dressurhengsten
Auf den meisten deutschen Körplätzen dominierte das Blut des Vivaldi das jeweilige Dressurlot, vor allem über Vitalis. Nicht so in München-Riem. Hier bestimmt Ferro mit 14 Vertretern das Geschehen. Dabei kommt das Gros über Zack – viermal über Sezuan bzw. dessen Söhne Janeiro Platinum (1) und Secret (3), viermal über Zackerey und einmal über Zalando.
Valegro-Vater Negro hat noch einen direkten Sohn im Lot. Eine neue F-Linie hat der Ampere-Sohn und damit Ferro-Urenkel Franklin in Deutschland etabliert. Er ist viermal vertreten und damit der einzige, der Ampere in die väterlichen Pedigrees bringt.
Apropos F – die Gene des Florestan blühen wie eh und je. Der NRW-Landbeschäler ist mit 13 Youngstern aus drei verschiedenen Linien dabei. Fünf gehen auf Fürst Heinrich zurück, sechs auf Florencio, zwei auf Fidermark bzw. seinen Sohn Fidertanz.
Fürst Heinrich ist zweimal über Fanegro v. Farrell dabei, einmal über Fabletic v. Frascino, dann über den Fürst Romancier-Enkel Flashbang sowie über Fürst Samarant.
Florencio ist zweimal mit Floricello-Söhnen am Start und viermal mit Floricello-Enkeln, alle über Feliciano.
Der Fidertanz-Sohn Filox stellt einen Körkandidaten. Einmal ist Fidertanz über seinen Urenkel Fynch Hatton vertreten, der die Linie des Franziskus vertritt.
Vivaldi mag diesmal nicht der prägende Hengst sein, beliebt bleiben seine Nachfahren dennoch. Zehn an der Zahl sind in München dabei, wobei das Gros (8) über Vitalis kommt und je einer über Dream Boy und Ibiza.
Grand Prix-Hengst Escolar ist fünfmal vertreten, einmal direkt, einmal über NRW-Siegerhengst Extra Gold, der mit seinem ersten Körjahrgang auf sich aufmerksam macht, und dreimal über Escamillo. Letzterer ist wohl derjenige Escolar-Sohn, der dafür sorgt, dass das E-Blut auch noch über Generationen einen festen Platz in den väterlichen Abstammungen des Dressursports und der Zucht behält.
Der prägendste Donnerhall-Sohn dürfte wohl De Niro sein. Er ist mit drei Nachfahren in München dabei. Außerdem taucht Donnerhall einmal über De Chirico auf.
Als wichtigster Belissimo M-Vertreter für die Linie des Bolero hat sich Benicio etabliert, vor allem auch dank seines Sohnes Bonds. In München sind zwei direkte Benicio-Söhne dabei und einer über Bonds.
Das T wie Totilas bringen drei Youngster in den Katalog ein, einmal mit einem direkten Sohn und zweimal über Toto Jr. Ein weiteres Mal taucht der Trakehner Stempelhengst Gribaldi über Millennium bzw. dessen Sohn, den Oldenburger Siegerhengst 2014, Morricone I auf.
Andere einstige Granden der Dressurpferdezucht sind diesmal nur noch rar gesät in der Olympiahalle. Ein Körkandidat geht über Sir Heinrich auf Sandro Hit zurück. Quaterback ist mit einem Sohn dabei. Last but not least könnte der Doppel-Dressurpferdeweltmeister Red Viper dafür sorgen, dass das Rubinstein-Blut erhalten bleibt. Auch er ist mit einem Nachkommen im Lot vertreten.