
Ben Maher nach seinem bislang größten Triumph, dem Olympiasieg in Tokio 2021 mit Explosion W. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Der britische Springreiter Ben Maher wurde 1983 in London geboren. Mit acht Jahren begann er zu reiten und schon im Ponyalter gewann er mit der britischen Equipe den Titel bei den Europameisterschaften. Das war 1997, also im zarten Alter von 14 Jahren.
Nach dem Wechsel auf Großpferde ging die Karriere erfolgreich weiter, Maher war unter anderem Teil der siegenden Mannschaft bei der EM der jungen Reiter 2004. 2005, gerade einmal 22 Jahre alt, gewann er das renommierte Hickstead Derby. Er war der jüngste Sieger dieses klassischen Springens.
Seine professionelle Karriere hatte Maher im Stall der britischen Amazone Liz Edgar begonnen. 2005 ging er dann für zwei Jahre in die Schweiz zu Beat Mändli, der mit der Britin Leslie McNaught verheiratet war. Sein erstes Championat im Erwachsenenalter waren die Olympischen Spiele Hongkong 2008. Hier sattelte er die Stute Roulette und wurde Fünfter mit der britischen Mannschaft. In der Einzelwertung landete er auf Rang 19.
Seinen größten Erfolg in der frühen Karriere feierte Maher dann in seiner Geburtsstadt London, wo er bei den Olympischen Spielen 2012 im Sattel von Triple X Gold mit der britischen Mannschaft gewann. In der Einzelwertung landete das Paar auf dem neunten Platz.
Ein weiteres wichtiges Pferd in der Karriere von Ben Maher war die Stute Cella, eine Cento-Tochter. Mit ihr gewann er die Einzel-Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2013 in Herning. Außerdem siegte die britische Equipe in der Teamwertung, wieder Gold! Das Jahr 2013 markiert noch einen wichtigen Punkt in der Karriere von Ben Maher: Er führte erstmals die Weltrangliste an.
In den Anfangsjahren seiner Karriere wurde Ben Maher von Familie Philips unterstützt. Da es allerdings Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von verkauften Pferden gegeben haben sollte, trennten sich die Wege nach einem Prozess, der letztendlich außergerichtlich entschieden wurde. Ben Maher machte sich daraufhin selbstständig mit einem Ausbildungs- und Handelsstall.
Es war seine ehemalige Chefin Liz Edgar, die ihm die Fuchsstute Diva zur Verfügung stellte. Sie ging erfolgreich in der Hallensaison und nahm auch an der Europameisterschaft 2015 in Aachen teil. 2016 zählte Maher zum Olympia Aufgebot Großbritanniens bei den Spielen in Rio de Janeiro mit Tic Tac.
Ein absolutes Ausnahmepferd trat dann in seinem Leben mit dem niederländischen Wallach Explosion W. Der Chacco-Blue-Sohn, Jahrgang 2009, fiel schon als junges Pferd durch sein spektakuläres Springvermögen auf. 2018 und 2019 siegte Maher in der Gesamtwertung der Global Champions Tour. Und bei den Europameisterschaften 2019 in Rotterdam schrammte das Paar Maher/Explosion W nur knapp an der Goldmedaille vorbei. Sie fuhren mit der Silbermedaille der Einzelwertung und einer Bronzemedaille aus dem Teamwettbewerb zurück nach Großbritannien.
Nachdem die Olympischen Sommerspiele 2020 aufgrund der Corona Pandemie um ein Jahr verschoben werden mussten, trafen sich die Besten der Welt erst 2021 in Tokio. In überragender Manier gewannen Ben Maher und Explosion W dort die Goldmedaille in der Einzelwertung. Es war das letzte große Championat für Explosion W. 2022 ging er nur drei Turniere, war aber in jedem Großen Preis, darunter dem von Aachen, platziert. Mitte Juni 2023 sprang er im Großen Preis von La Baule über den Wassergraben, landete und konnte nicht mehr auftreten. Maher sprang sofort ab. Die Pferdeambulanz kam und holte den KWPN-Fuchs vom Platz. Er hatte sich eine Verletzung im Sehnen- und Bänderapparat zugezogen. Zwar kündigte Maher an, Explosion würde wieder in den Sport zurückkehren, doch das ist nicht passiert. Bei der London Horseshow am Wochenende vor Weihnachten hat Maher Explosion offiziell aus dem Sport verabschiedet. Dabei zeigte sich der Fuchs unterm Sattel frisch und vor allem äußerst interessiert an dem großen Möhren-Präsent, das ihm auf einem Tablett gereicht wurde.
Dafür hat der Brite nun eine ganze Reihe jetzt schon nicht mehr so neuer Toppferde im Stall, allen voran die Stute Dallas Vegas Batilly. Mit ihr gehört er 2024 zur britischen Mannschaft, die Gold bei den Olympischen Spielen in Paris gewann – Mahers dritte olympische Goldmedaille. Außerdem sprangen sie 2025 zu Teamsilber bei den Europameisterschaften in La Coruña und wurden Vierte in der Einzelwertung.
Neben Olympiapferd Dallas Vegas Batilly hatte Maher in Point Break ein zweites Spitzenpferd in der Saison 2025 am Start. Der schwedische Action Breaker-Sohn wurde Zweiter im Weltcup-Finale in Basel.
Ben Maher ist in zweiter Ehe mit Sophie Maher verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, Cooper Maher und dessen jüngere Schwester Quinn Amy. 2020 musste Maher sich einer Rücken-OP unterziehen. Mehrere Stürze hatten sein Rückgrat derartig in Mitleidenschaft gezogen, dass selbst das Stiefelanziehen und Parcoursabgehen dem Briten schwere Schmerzen verursachte.
Im Winter lebt und trainiert Ben Maher in Florida, im Sommer ist er in Bishop’s Stortford, in unmittelbarer Nähe des Flughafens London-Stansted zuhause.
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