In eigener Sache

herzlich willkommen auf EQUI PAGES! An diesem Projekt haben wir alle lange gearbeitet und nun ist es endlich online, das neue digitale Medium für den Pferdesport. Dies ist ein echtes Herzensprojekt. Warum, das möchte ich als Ideengeberin hier kurz schildern.
Ich habe Pferde geliebt, da wusste ich noch gar nicht, dass man diese großen Tiere mit den sanften Augen und den weichen Nüstern so nennt. Für mich waren das „Hoppes“. Und das war laut meinen Eltern auch das erste Wort, das ich gesagt habe. Nicht Mama, nicht Papa, sondern Hoppe. Am Anfang war das Wort, dann kam das Nerven. Eine heftige Emotion, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnere, war meine ohnmächtige Wut, wenn meine Mutter anfing zu singen „Mamatschi, ich wünsch mir ein Pferdchen“. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Denn dieser Gesang war ihre Antwort auf meine Versuche, sie davon zu überzeugen, dass das nicht nur die Laune eines kleinen Kindes, sondern ein echter Herzenswunsch war.
Mit neun bekam ich mein erstes Pony, Bronco. Er war – zusammen mit unserem ersten Reitlehrer Hans Gerlach, dem noch weitere prägende Lehrmeister folgten, danke dafür! – ein unerbittlicherer und besserer Pädagoge als meine Eltern es je hätten sein können. Unter den Pferden, die mich seit Bronco begleitet haben, ragte eines heraus: Ismene. Eine richtige Persönlichkeit, die sich vehement zur Wehr setzte, wenn ihr etwas nicht passte. (Ihre Box durfte nur betreten, wer von ihr akzeptiert wurde. Alle anderen bekamen nur ihr Hinterteil mit drohend erhobenem Hinterbein zu sehen). Ich habe viele Fehler gemacht, auch solche, unter denen sie zu leiden hatte und für die ich mich bis heute schäme. Sie hat mich gezwungen, mich zu hinterfragen, mehr als jedes andere Pferd. Sie hat mir meine Grenzen aufgezeigt. Aber sie hat mich auch immer wieder in Gnaden aufgenommen, wenn ich auf ihre Bedingungen einging. Sie war das Pferd, auf dem ich zum ersten Mal gespürt habe, wie es sich anfühlt, wenn Reiter und Pferd miteinander verschmelzen, wie wirkliche Durchlässigkeit sich anfühlt, wie man einen Springparcours rhythmisch reitet. Und auch, wie man sich all das erarbeitet. Ich bekam Ismene, da war sie gerade sieben geworden und ich zwölf (danke, Mama und Papa!). Wir haben uns von nicht mal E- bis M-Niveau hochgearbeitet. Sie hat mir mein Silbernes Reitabzeichen und meine ersten Kreismeisterschaftsmedaillen beschert. Wir haben uns (erfolglos) in der Vielseitigkeit versucht und hatten eine Siegesserie in Stilspringen – bis ich sie in einen Oxer gesetzt habe und sie von da an nicht mehr sprang, wenn ich eine weiße Hose trug. Wie gesagt, Ismene war eine Persönlichkeit. Sie starb mit 28 Jahren in meinen Armen. Dieses Pferd hat mir mehr gegeben als 95 Prozent der Menschen, mit denen ich es bis heute zu tun bekommen habe. Ich vermisse sie.
Pferdemenschen kennen das. Diese Tiere nehmen einen ein. Reiten ist kein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung. Und wenn ich nach dem Tod von Ismenes letztem Fohlen, meiner Fame, die 26 Jahre lang an meiner Seite war, heute kein Pferd mehr mein Eigen nenne, dann liegt das genau daran: dass ich diesem Anspruch aus verschiedenen Gründen derzeit nicht gerecht werden kann. Aber dafür hat mein lieber Kollege Jan ja einen ganzen Stall voller vierbeiniger Familienmitglieder. 😉
Mein Lebensinhalt sind Pferde trotzdem immer geblieben. Dafür habe ich schon mit meiner Berufswahl gesorgt. Zwar habe ich Politik studiert, aber als es darum ging, in den Semesterferien auszuloten, wo meine erwerbstätige Zukunft liegen könnte, lag die Antwort für mich auf der Hand: Ich will ein Praktikum beim St.GEORG machen. Gedacht, beworben und eine Zusage bekommen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. So habe ich das Team um Gabriele Pochhammer und Jan kennengelernt. Nach meinem ersten Tag in der Redaktion war mir klar: Die nächsten acht Wochen muss ich mich hier unentbehrlich machen. Das hat geklappt. Fast 20 Jahre lang war der St.GEORG meine berufliche Heimat. Das Kapitel hat sich aus inzwischen bekannten Gründen geschlossen. Doch die Leidenschaft für guten Journalismus im Sinne der Pferde ist geblieben.
Wir Pferdefreunde verdanken diesen Tieren so viel, ich persönlich eigentlich alles. Darum ist es mir und diesem tollen Team von EQUI PAGES ein echtes Herzensanliegen, die Geschichten von Menschen und Pferden zu erzählen. Auch die unbequemen Wahrheiten. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass diese Tiere auch weiterhin einen Platz in der Gesellschaft haben. Und wir würden uns sehr freuen, wenn ihr mit dabei wärt!
Dafür haben wir EQUI PAGES ins Leben gerufen. Freut euch auf gründlich recherchierte News, Hintergrundinfos zu Reitern und Pferden, fachliche Einordnungen und Kommentare, auf unseren Wissensbereich Wikipferdia und last but not least endlich wieder auf Don Hitmeyer. Ihr wollt das Team von EQUI PAGES kennenlernen? Hier geht’s zur Redaktion – Pferdemenschen für Pferdemenschen.
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In diesem Sinne, habt ein wunderbares Jahr 2026 mit den Pferden!
Herzlichst, Dominique Wehrmann

