Amateur-Springreiterclub Deutschland (ASC): S-Springen ohne Konkurrenz von Profis
Amateur-Springreiterclub Deutschland (ASC): Nach Feierabend in den Parcours
Amateur Springreiter Club (ASC): S-Springen auf ausgesuchten Turnieren ohne Profibeteiligung. Foto: ASC Gegründet wurde der Amateur-Springreiterclub Deutschland 1997, um sportlich ambitionierten Amateuren Startmöglichkeiten zu bieten, die Spaß machen. Kein Springen, das um sieben Uhr morgens beginnt, gute Bedingungen auf dem gesamten Turnier in einer Prüfung, in der Amateure unter sich sind. Für Profis heißt es: „Wir müssen leider draußen bleiben“. Die Idee dahinter: Wer aus beruflichen Gründen nur eingeschränkt trainieren kann, hat gegen Berufsreiter, die täglich 15 Pferde reiten, in einer offenen S-Prüfung tendenziell eher wenig Freude. Innerhalb des ASC konkurrieren Amateure, im Sinne der ASC-Statuten, ausschließlich untereinander.
Keine Profis, selbe Anforderungen
Was nicht heißt, dass die Anforderungen im Parcours andere sind. Nur das Starterfeld. „Mit dem ASC möchten wir den Amateur-Reitsport in Deutschland nachhaltig stärken und unseren Verein durch die Aufnahme passender Pferdefreunde zukunftssicher und stabil weiterentwickeln“, sagt Malte Laub. Der Immobilienunternehmer aus Chemnitz ist seit 2024 Präsident des ASC.
Was können die reitenden Amateure für den Reitsport machen?
EQUI PAGES widmet dem Amateursport in den drei olympischen Disziplinen eine ausführliche Serie mit Hintergrundinformationen. Dabei wollen wir das Geschehen in Deutschland beleuchten, einen Blick in andere Länder und deren Umgang mit Amateuren im Reitsport betrachten und am Ende in einem Live Event die Frage klären, welchen Beitrag Amateurinnen und Amateure leisten können, um den Pferdesport proaktiv zu gestalten. Gerade auch angesichts öffentlicher Diskussionen lautet deswegen der Gedanke: „Reitsport in der Krise – und was wir dagegen tun“
ASC: Nicht nur Reiten, auch das „Drumherum“ ist wichtig
Vorrangig geht es im Amateur Springreiter Club um den Springsport. Der ASC setzt aber noch weitere Akzente, jenseits der reinen Turnierserie. Kulturelle Rahmenprogramme, gemeinsame Abendessen, Stadtrundfahrten oder auch Skiausflüge gehören auch zum Vereinsleben. Sport, Familie, Beruf und Freundschaften unter einem Dach steckt hinter dem selbstgewählten Leitmotiv „Sport, Freundschaft & Zusammenhalt“.
Das ASC-Prinzip: acht Prüfungen
Sportlich funktioniert die Serie über ein eigenes Punktesystem. Jede Qualifikationsprüfung der Klasse S auf den ausgewählten Turnierplätzen zählt für die Meisterschaft: Der Sieger einer Qualifikation erhält so viele Punkte, wie Clubmitglieder gestartet sind, plus einen Extrapunkt. Der Zweite bekommt zwei Punkte weniger, der Dritte wieder einen weniger, und so weiter.
Am Ende der Saison qualifizieren sich die besten 25 Reiter jeder Serie für das Finale, das traditionell im Rahmen des internationalen Turniers auf Gut Ising am Chiemsee ausgetragen wird. Teilnahmeberechtigt ist dabei nur, wer mit einem Pferd antritt, das innerhalb der letzten 24 Monate eine Qualifikationsprüfung beendet hat.
Seit der Saison 2024/2025 gibt es für den Gesamtsieger zusätzlich einen eigens von Präsident Malte Laub gestifteten und vom Künstler René Lämmel gestalteten Wanderpokal, dazu einen Ehrenpreis für die höchste Punktzahl der gesamten Saison einschließlich des Finales.
Wer beim ASC mitreiten darf
Nicht jeder Amateur kann einfach Mitglied werden. Der ASC verlangt im Jahr des Beitritts ein Mindestalter von 21 Jahren, die Leistungsklasse S2 oder S3 sowie Amateurstatus im Sinne der ASC-Statuten. Wer in den vergangenen drei Jahren an den Deutschen Meisterschaften der Herren teilgenommen hat, ist von der Mitgliedschaft ausgeschlossen – ein Kriterium, das hilft, die Serie klar von der absoluten nationalen Spitze abzugrenzen. Über die Aufnahme entscheidet die Vorstandsmitglieder.
Was die Mitgliedschaft kostet
- Jahresbeitrag (aktive wie fördernde Mitglieder): 260 Euro
- Zusätzliche Jahresgebühr für aktive Mitglieder zur Turnierteilnahme: 2.000 Euro (darin bereits 750 Euro für Startgenehmigungen enthalten)
- Abrechnung nach Kalenderjahr, nicht nach Turniersaison
Voraussetzungen: Mindestalter 21 Jahre im Beitrittsjahr, Leistungsklasse S2 oder S3, keine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Herren in den letzten drei Jahren. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand.
Erst gucken, dann Mitglied werden
Wer noch nicht Mitglied ist, aber in eine Qualifikation hineinschnuppern möchte, kann als Gastreiter starten. Es gelten dieselben Amateur- und Leistungsklassen-Voraussetzungen wie für die Vollmitglieder (in Absprache mit Club und Turnierveranstalter), mit bis zu zwei Pferden pro Prüfung. Dabei stehen zwei Modelle zur Wahl: Eine einmalige Pauschale von 1.000 Euro pro Pferd und Saison berechtigt zur Teilnahme an bis zu drei ASC-Turnieren nach Wahl. Einzige Ausnahme: Balve, wo wegen der besonderen Kulisse des Longines Balve Optimum 1.500 Euro fällig werden.
Kein Finale für Gastreiter
Eine Finalteilnahme auf Gut Ising ist als Gastreiter ausgeschlossen. Das gilt auch, wenn nach drei Starts keine Mitgliedschaft beantragt worden ist. Alternativ lässt sich auch turnierweise ein Gastreiter-Antrag stellen – höchstens einmal pro laufende Serie und zweimal insgesamt. Danach erwartet der Club den Schritt zur regulären Mitgliedschaft. Bereits gezahlte Gastreiter-Gebühren werden auf die erste Jahresmitgliedschaft angerechnet, sofern diese im selben Jahr beantragt wird. Eine Rückerstattung nach Zahlung ist ausdrücklich nicht vorgesehen.
Gastreiter-Gebühren pro Turnier und Pferd (Stand August 2026)
Turnierort Gebühr
Chemnitz 750 Euro
Brakel 250 Euro
Herford 250 Euro
Balve 1.000 Euro
Immenrode 250 Euro
Darmstadt 250 Euro
Biblis 250 Euro
Bisingen 250 Euro
Alternativ: Pauschale 1.000 Euro pro Pferd und Saison für bis zu drei Turniere nach Wahl (1.500 Euro bei Teilnahme in Balve). Finalteilnahme auf Gut Ising als Gastreiter ausgeschlossen.
Quer durch die Landesverbände
Anders als viele Landesverbände organisiert sich der ASC nicht über eigene Mitglieder-Regionen mit festen Gebietsansprechpartnern, sondern über eine bundesweit verteilte Serie von Qualifikationsturnieren. Die Startorte liegen traditionell in unterschiedlichen Landesverbandsgebieten verteilt über das gesamte Bundesgebiet – von Sachsen (Chemnitz) über Westfalen (Brakel, Balve) und die Region Herford bis nach Thüringen (Immenrode), Hessen (Darmstadt, Biblis) und Baden-Württemberg (Bisingen).
Das Finale findet traditionell im Rahmen des internationalen Turniers auf Gut Ising in Bayern statt. Ansprechpartner für die einzelnen Turnierstationen sind jeweils die gastgebenden Vereine vor Ort in Abstimmung mit dem ASC-Vorstand, zentral erreichbar über die Geschäftsstelle des Clubs.

Die Geschichte des ASC
Die Gründungsversammlung des Amateur-Springreiterclubs Deutschland fand am 2. Februar 1997 in Niederkassel statt, die Satzung wurde damals einstimmig beschlossen. Formaler Sitz des Vereins ist bis heute Herford. Fast zwei Jahrzehnte lang prägte Klaus Brinkmann, heute geschäftsführender Gesellschafter der bugatti Holding Brinkmann (Pikeur, Eskadron) den Club als Präsident. Nach 17 Jahren gab er das Amt an den gebürtigen Ravensburger und heutigen Chemnitzer Immobilienunternehmer Malte Laub ab.
Laub war zuvor bereits als Titelsponsor der Deutschen Amateurmeisterschaften (DAM) aktiv gewesen war. Klaus Brinkmann selbst bleibt dem Club als Ehrenmitglied und weiterhin aktiver Sportler verbunden. Die Verbindung der Familie Brinkmann zum ASC reicht dabei noch weiter: Bereits Wolfgang Brinkmann, Olympiasieger und Vater des heutigen Sportdirektors Thorsten Brinkmann, gehörte 1999 zu den Meisterwertungssiegern des Clubs – eine Familientradition, die sich mit Thorsten Brinkmanns heutigem Amt im Vorstand fortsetzt.

Der neue Vorstand
Nach dem Führungswechsel setzt sich der geschäftsführende und erweiterte Vorstand des ASC wie folgt zusammen (Stand August 2026): Malte Laub als Präsident und Gesamtansprechpartner, Marcel Grote als Vizepräsident, zuständig für Marketing, Außenauftritt und Sponsoring, Jonas Ossenberg-Engels als Geschäftsführer für interne Kommunikation, Ranking-Auswertung und Vertragswesen, sowie Daniela Haase als Schatzmeisterin, die das Amt von Thomas Sagel übernommen hat. Für die sportliche Seite zeichnen gleich zwei Sportdirektoren verantwortlich: Ferdinand Hurrle und Thorsten Brinkmann, beide zuständig für Prüfungsgestaltung, Ausschreibungen und Gastreiterlizenzen. Axel Fromm komplettiert den Vorstand als Beisitzer.
ASC-Geschäftsstelle
Amateur-Springreiterclub Deutschland e. V. Am Linkberg 11 33619 Bielefeld
Postanschrift: c/o Malte Laub, Weststraße 86, 09116 Chemnitz
E-Mail: info@springreiter.club Web: www.springreiterclub.de Facebook: Amateur-Springreiterclub Deutschland e.V. Instagram: @amateurspringreiterclub
Ansprechpartner im Vorstand
- Präsident Malte Laub – m.laub@springreiter.club
- Vizepräsident Marcel Grote (Marketing/Sponsoring) – m.grote@springreiter.club
- Schatzmeisterin Daniela Haase – d.haase@springreiter.club
- Sportdirektor Ferdinand Hurrle (Prüfungen, Ausschreibungen, Gastreiterlizenzen) – f.hurrle@springreiter.club
- Sportdirektor Thorsten Brinkmann – t.brinkmann@springreiter.club
- Geschäftsführer Jonas Ossenberg-Engels – info@springreiter.club
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