Don Hitmeyer Silvester 2025/26
Don Hitmeyer über prickelnde Feiertage
Don Hitmeyer lässt es knallen, auf der Stallgasse … Schönes neues Jahr 2026! Hallo, hier spricht Don Hitmeyer. Schönes neues Jahr, allerseits. Und? Seid ihr auch „gut reingekommen“? Gute Vorsätze? Oder seid ihr „punschlos“ glücklich, wie es mein Reitmensch mit seinem unverkennbar äußerst subtilen Humor formuliert? Ich kann nur sagen, wenn 2026 so prickelnd wird, wie meine Zunge am Silvesterabend, dann gute Nacht! Nein, kein Sekt, kein Crémant und schon gar kein Champagner.
Dafür Ivermectin, Jahrgang 2025, Südhang, etwas streng im Abgang. Und, nein, auch nicht im Glas kredenzt, sondern per Spontanangriff aus der Tube appliziert. Die Attacke wurmt mich jetzt noch. Danke, Reitmensch, nie wieder werde ich denken, „drück mal ein bisschen auf die Tube“, wenn du beim Bandagieren wieder einmal im letzten Moment bemerkst, dass „irgendwer“ wohl die Bandagen falschherum aufgewickelt hat. Stichwort Tube: Es gibt doch dieses JU TUBE, von dem alle sprechen, da gibt’s bestimmt auch ’nen Anleitungs-Tutorial fürs richtige Bandagenaufwickeln. Und weil es Video ist, kann man es auch langsamer abspielen. Für diejenigen, deren Windungen schon mit dem Wickeln ein Problem haben.
Also, Stößchen aufs neue Jahr! Ich glaube übrigens, dass es kein Zufall ist, dass Ivermectin mit IHHHHH! anfängt. Ich war in der Stallgasse nicht allein mit dem Schicksal, dass man bei Neujahr rundum meine Person nicht an „froh“ und „neu“, sondern an „roh“ und „Abscheu“, hübscher ausgedrückt, an Parasitenprophylaxe denkt. Immerhin denken die Menschen an uns. Das muss man ihnen hoch anrechnen! Was haben sie schon sorgenvoll geblickt am ersten Weihnachtstag! Ich hatte ja die Vermutung, dass die Geschenkauswahl meines Reitmenschen sich als problematisch herausgestellt haben könnte. Unter uns, mal ganz ehrlich, der eigenen Mutter das Backbuch „Endlich schmackhafte Adventskekse“ untern Baum zu legen – das muss man sich schon trauen. Ich schenke ihm ja auch kein „Richtig Reiten reicht (wann begreifst du es endlich)-T-Shirt“.
Aber nein! Es war auch weder der sechste Kloß in Gänsebratensoße noch das anschließende Mousse au Chocolat vom Vortag, das die bedrückten Gesichter ausgelöst hat. Es war: Silvester! Feuerwerk! Knall, bumm, peng, zisch! Alle Jahre wieder, aber diesmal hatten alle besonders Angst davor. Der Grund: Gundel. Gundel, eigentlich Adelgunde Baronin von Bangenhofen. Sie ist eine Dame mittleren Alters (O-Ton Selbstbeschreibung), die mitsamt ihrer 24-jährigen Shagyaaraberin Shania seit ein paar Monaten bei uns eingezogen ist. Shania ist gut unterwegs und hat ihre Besitzerin bestens im Griff. So wiehert sie immer erst, wenn es das dritte Mal „SCHÄNAIIIIIIIJA“ vom Parkplatz her gen Stallgasse schallt. Und richtig laut wiehert sie erst, wenn Gundel ihre Stute dann in den Hochadel erhebt, „na, mein Prinzesschen, na du kleine Königin“.
Shania sagt, sie beginnt schon kurz vor Weihnachten, bei jedem kleineren Knallgeräusch zu zucken. Wenn zwischen den Jahren die ersten Böller knallen, dann reißt sie auch mal den Kopf hoch und weitet die Nüstern. Dann, so sagt sie, ist sie sich sicher, dass Gundel am Silvesterabend mit mehreren 5-Kilo-Säcken Möhren erscheint, „damit meine Komtesse mit diesem wiiiiiiiiderlichen Lärm einigermaßen zurechtkommt“.
So weit so gut. Silvester auf der Stallgasse fanden noch andere PuBs (Pferdebesitzerinnen und -besitzer) eine gute Idee, also gab es reichlich Möhren (was die Ivermectin-Attacke etwas relativierte). Aber es gab auch Sekt. Und der ploppt beim Entkorken. Was bei Shania eine kurze Zuck-Attacke und bei Gundel einen längeren Schreianfall auslöste. „SCHÄNAIIIJA, meine Principessa, bleib ganz ruhig. Ruhig! Ruhig!!“
Weil es beileibe nicht die erste Flasche Sekt des Abends war, und aus einem Mobilphone eine Playlist Marke Ballermann dröhnte, wurde es Richtung Mitternacht tatsächlich immer lauter auf der Stallgasse – sehr zu Gundels Ungemach. „Welch infernalischer Lärm! Das ist ja Wahnsinn, das ist die Hölle!“ Ihr ernstgemeinter Einwand wurde prompt vom spontan gegründeten Gesangsverein „Stallgasse von 2026“ aufgenommen: „Hölle, Hölle, Hölle“.
Tja, was soll ich sagen. Happy new Year!


