Otello de Guldenboom

Otello de Guldenboom Foto: Sportfotos-lafrentz.de/Tiffany van Halle
- Name: Otello de Guldenboom
- Geschlecht: Hengst
- Jahrgang: 2014
- Rasse: Belgisches Warmblut (BWP)
- Vater: Tobago Z
- Muttervater: Caretino
- Züchter: Hugo Versnick, Reesegem (Belgien)
- Größte Erfolge: Zweiter Weltcup-Finale 2026
Auf den ersten Blick könnte man Otello de Guldenboom und seinen Vater Tobago Z für zwei völlig verschiedene Typen halten. Otello ist braun, deutlich im Rechteckformat – sein Vater war ein kleinerer Fuchs mit dem ein oder anderen Abzeichen. Sportlich allerdings verbindet Vater und Sohn mehr, als man vermuten würde: Tobago Z wurde 2019 Vierter im Weltcup-Finale, sein Sohn sieben Jahre später Zweiter.
Gezüchtet wurde der Hengst von Hugo Versnick im belgischen Reesegem. Seine Mutter Caretina, eine Holsteiner Stute vom Stamm 628B – eine dreistellige Stammnummer, immer ein Indiz für eine lange Zuchttradition –, stammt von Caretino-Cor de la Bryère ab und hat S-erfolgreiche Geschwister wie Kinder.
Karriere bei Stephex
Die frühe Karriere des Belgiers mit der Holsteiner Mutter begann unter italienischer Flagge: Gianluca Genussa ritt ihn zunächst, ab 1,30-Meter-Springen übernahm Andrea Calabro, dem der Hengst gehörte. 2023 stieg Otello auf 1,50-Meter-Niveau auf – und Calabro bot ihn den Stephex Stables an. Beim Ausprobieren, bei dem Kendra Claricia Brinkop im Sattel saß, war das Urteil schnell gefällt: enormes Springvermögen, aber noch nicht ganz ausgereift im Körper und mit einer Tendenz zur Bedächtigkeit im Tempo. Der Deal wurde abgeschlossen. Erste Turnierstarts absolvierte Otello unter Stephans Tochter Emily Conter, bevor er als zu groß und körperbetont für sie eingestuft wurde und zu Daniel Deußer wechselte.
Was folgte, war systematisches Finetuning: Schwung entwickeln, ohne dass der Vorwärtsimpuls zum Stürmen wird; Galoppade verfeinern; die natürliche Vorsicht im Parcours nutzen, statt sie wegzureiten. Auf Zwei- und Drei-Sterne-Niveau sammelte Otello Erfahrung. Den entscheidenden Schritt nach vorn machte er auf einer Mexiko-Tour Ende seines zehnten Lebensjahres, wo er als Ersatz für das ausgefallene Erstpferd seinen ersten Großen Preis auf 1,60-Meter-Niveau bestritt. Von da an ging es steil bergauf: Weltcup-Saison, dann das Finale 2026 als Zweiter – und schließlich die Weltmeisterschaft 2026 in Aachen als WM-Pferd Daniel Deußers.
Wie der Vater, so der Sohn
Otellos Charakteristikum: Er ist ein unemotionales Pferd. Auf dem Abreiteplatz unaufgeregt, fast unbeteiligt wirkend – ein Umstand, der Deußer anfangs verwirrte, bis er die Parallele zu Tobago Z erkannte. Beide Pferde, Vater wie Sohn, sind keine Abreiteplatz-Showmen. Im Parcours aber liefern sie. Seine Sprungtechnik hat eine eigene Handschrift: Die Zehenspitzen zeigen im Abflug gelegentlich etwas tiefer als das Bein – kein Warnsignal, sondern sein persönlicher Stil. They jump in all shapes.
Die ausführliche Geschichte von Otello mit den Einschätzungen von Daniel Deußer finden Sie hier.