Franziskus FRH

Hat hier jemand starker Trab gesagt? Franziskus so: "Jaaaa!" Foto: sportfotos-lafrentz.de
- Name: Franziskus FRH
- Geschlecht: Männlich
- Jahrgang: 2008
- Rasse: Hannoveraner
- Vater: Fidertanz
- Muttervater: Alabaster
- Züchter: Elisabeth Albers
- Größte Erfolge: WM Bronze mit der Mannschaft in Herning 2022, zweimal DM-Bronze in der Kür, qualifiziert fürs Weltcup-Finale 2023, siegreich im Nationenpreis von Aachen 2024
#Tanzmitfranz – das war nicht nur auf Social Media ein Hit. Wenn Franziskus und Ingrid Klimke im starken Trab zu „La Cintura“ von Álvaro Soler durchs Viereck steppten, tanzten auch auf den Zuschauerrängen die Hüften. Franziskus FRH war das erste Pferd, das der Vielseitigkeitsolympiasiegerin Ingrid Klimke den Traum von einer Medaille auf dem Dressurviereck erfüllte. Bis dahin dauerte es allerdings eine Weile. Denn auch wenn sein Name Franziskus den Anschein eines Heiligen gibt, unter dem Sattel war das nicht immer.
Daran, dass Franziskus mit drei überdurchschnittlichen Grundgangarten gesegnet und dazu noch bildschön ist, bestand nie ein Zweifel. Und wenn man Franziskus so beobachtete, konnte man zu dem Schluss kommen, dass ihm durchaus klar war, dass er etwas Besonderes ist. Ingrid Klimke kann sich auf die Fahnen schreiben, dass es ihr gelungen ist, den bei den Züchtern sehr gefragten Macho mit seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein auf ihre Seite zu bekommen.
Prämienhengst und Bundeschampion
Zur Welt kam Franziskus 2008 im Züchterstall von Elisabeth Albers in Löningen. Seine Mutter Antara v. Alabaster hatte aus der Anpaarung mit De Niro bereits einen gekörten Hengst gebracht. Doch die Kombination mit Fidertanz erwies sich als noch besser. Das zeigte sich unter anderem auch beim Verdener Hengstmarkt 2025, wo ein Prämienhengst v. Livaldon-Diamond Hit aus der Zucht von Elisabeth Albers ins Landgestüt Celle vermittelt wurde. Die Großmutter dieses Hengstes ist eine Vollschwester zu Franziskus.
Bereits als Fohlen qualifizierte sich Franziskus zum Deutschen Fohlenchampionat. Zwei Jahre später glänzte er als Prämienhengst der NRW-Hauptkörung und begann seine Beschälerlaufbahn auf der Station Holkenbrink. Die Grundausbildung erhielt er von Johanna Klippert, mit der er vierjährig zunächst Hannoveraner Champion und dann bejubelter Bundeschampion wurde. Ein Jahr später übernahm Ingrid Klimke die Ausbildung. 2014 qualifizierten die beiden sich für das Finale bei der WM der sechsjährigen Dressurpferde in Verden. Hier kamen sie allerdings nicht über Platz 13 hinaus – Franziskus wollte den Zuschauern mal wieder zeigen, dass er ein ganzer Kerl ist. Damit crashte er so manchen Auftritt, aber Ingrid Klimke ließ sich nicht entmutigen, denn wenn Franziskus sich nicht ablenken ließ, war er meistens ganz vorne dabei.
Bilderbuchkarriere
Die Karriere von Franziskus verlief bemerkenswert geradlinig, besonders angesichts dessen, dass er als Deckhengst stets einen kräftezehrenden Zweitjob hatte. Siebenjährig sammelte er die ersten Erfolge in der schweren Klasse. Mit acht Jahren platzierte er sich im Nürnberger Burg-Pokal Finale auf Rang zwei. Ein Jahr später wurde er Dritter im Finale des Louisdor-Preises. In den kommenden Jahren etablierte er sich immer mehr im Grand Prix-Sport. Und dabei wurde er von Saison zu Saison besser. Hatte er anfangs noch Probleme, in der Piaffe taktrein diagonal zu fußen, wurde das von Jahr zu Jahr besser und stabiler. 2019 wurden er und Ingrid Klimke in den deutschen Olympiakader berufen. Bis zu ihrem ersten Championatseinsatz mussten sie allerdings noch ein bisschen warten. 2022 klappte es dann. Empfohlen hatte das Paar sich mit der Bronzemedaille in der Kür bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. Daraufhin wurden sie für den Nationenpreis in Aachen nominiert, was sowohl für Franziskus als auch für Ingrid Klimke eine Premiere war. Sie beendeten sie auf Rang zwei mit der Mannschaft – und sicherten sich einen Platz im Team für die WM in Herning.
Hier hatten die beiden eine echte Sternstunde. Nicht nur DASS sie mit einer persönlichen Bestleistung im Grand Prix alle Überwartungen übertrafen, es war vor allem das WIE, das begeisterte. Ob in Versammlung oder Verstärkung, auf gerader oder gebogener Linie, einem oder zwei Hufschlägen – „Franz“ und Ingrid ließen keinen Punkt liegen. Sie eroberten nicht nur die Herzen der Richter, sondern auch die der Zuschauer. Zur Belohnung gab es Bronze mit der Mannschaft.
Verletzungsserie
Danach konnten die beiden ihr Grand Prix-Ergebnis aus Herning noch mehrere Male toppen und qualifizierten sich für das Weltcup-Finale 2023 in Omaha. Doch es sollte nicht sein. Bereits im Grand Prix merkte Klimke, dass Franziskus anders war als sonst. Sie zog vor der Kür zurück und reiste ab. Der Tierarzt konnte keine Verletzung feststellen. Franziskus bekam eine Sportpause, ehe Klimke ihn für die grüne Saison wieder antrainierte. Sie gewannen erneut DM-Bronze in der Kür und wurden für den CHIO Aachen nominiert. Doch hier war er bereits nach dem Abreiten lahm und nun gab es auch eine Diagnose: ein Haarriss im Knochen.
Franziskus wurde operiert, erhielt eine lange Pause und kehrte 2024 topfit zurück. Nach guten Platzierungen in Hagen und München wurden die beiden in Aachen Zweite im Grand Prix (noch vor den späteren Mannschaftsolympiasiegern Frederic Wandres und Bluetooth), Vierte im Special und Dritte in der Kür. Sie wurden als Reservisten für Paris benannt. Doch sie traten die Reise ins Trainingslager gar nicht erst an. Die alte Verletzung meldete sich zurück und Ingrid Klimke und Besitzer Wilhelm Holkenbrink beschlossen, den 16-jährigen Hengst aus dem Sport zu nehmen.
Züchterische Bilanz
Nicht nur Franziskus’ sportliche Bilanz kann sich sehen lassen. Bis dato zählt er 37 gekörte Söhne und 13 Pferde im Grand Prix-Sport, von denen EQUITANA’s Firlefranz und Freudenstern ebenfalls durch Ingrid Klimke bis Grand Prix ausgebildet wurden. Hinzu kommen Bundeschampions wie Forever Valentine und Pferde, die sich im Junioren- und Junge Reiter-Bereich glänzen wie For Gold OLD.