Bereiter Lucas Wenz verlässt den Holsteiner Verband, Andreas Künnemann wird Ausbilder im Hengststall
Wenz geht, Künnemann kommt – personelle Veränderungen beim Holsteiner Verband

Wie der Holsteiner Verband meldet, geht Lucas Wenz Ende September „im gegenseitigen Einvernehmen“. Er stelle sich einer neuen beruflichen Herausforderung. Wenz war dann genau drei Jahre lang für die Ausbildung der Hengste in Elmshorn tätig und konnte während dieser Zeit eine Reihe Erfolge erzielen.
Vor allem mit dem Hengst United Way konnte er sich sportlich in Szene setzen und hat mit ihm internationale Erfolge bis 1,55 Meter verbuchen können. So waren die beiden Vierte 2025 Vierte im Sires of the World Springen in Lanaken und platzierten sich beispielsweise in Lier, Herning und Hohen Wieschendorf. Aber auch die Hengste Union City, Charaktervoll und Vigado waren sein Beritt.
Wenz sei „in bewegten Zeiten“ zum Holsteiner Verband gekommen und habe „sich mit großem Engagement in die Arbeit mit den Hengsten eingebracht und dazu beigetragen, die Marke ,Holstein‘ wieder zu stärken“, heiß es in der Mitteilung des Verbandes.
Verbandgeschäftsführer Felix Flinzer betonte, man habe die Zusammenarbeit „stets sehr geschätzt“ und wünsche Wenz alles Gute.
Neuer Trainer
Einer geht, ein anderer kommt. In diesem Fall geht es um den Ausbilder Andreas Künnemann, der am 1. Oktober die Rolle des Ausbilders und Trainers im Hengststall übernehmen wird. Er soll sich zum einen um die Ausbildung der jungen Pferde, aber auch um das Training der Bereiter kümmern.
Elmshorn bekommt mit dem 67-jährigen Künnemann einen Mitarbeiter, der den Sport aus allen Perspektiven kennt. Der Pferdewirt hat selbst mehr 250 Siege in Youngster-Springen im „Scheckbuch“ stehen, ist Träger des Goldenen Reitabzeichens und hat seine Schüler bis zu EM Teilnahmen gecoacht. In Dänemark war er neben seiner Trainertätigkeit auch als Veranstalter tätig. Zudem hat er zwei Jahre lang beim dänischen Pferdesportverband die Entwicklung des Springsports mit verantwortet. 2024 wählte der dänische Berufsreiterverband ihn zum „Trainer des Jahres“.
„Es geht darum, eine gute Basis zu schaffen und Pferd und Reiter Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Gerade bei jungen Pferden ist es wichtig, ihnen Zeit zu geben, gleichzeitig aber von Anfang an die richtigen Grundlagen zu vermitteln“, erklärt Felix Flinzer die Idee, die der Verband mit Künnemanns Anstellung verknüpft. Diese ist aber noch um einiges größer.
Elmshorn als Ausbildungszentrum
Künnemanns Anstellung sei Teil einer „größeren strategischen Entwicklung“, schreibt der Verband. Der Standort Elmshorn solle ein verstärkt zum Ausbildungszentrum werden, und zwar nicht nur für die Hengste und die Verkaufspferde, sondern beispielsweise auch im Rahmen einer Art „After-Sales-Service“.
„Wir wollen Ausbildung künftig noch stärker als einen zentralen Bestandteil unseres Angebots verstehen“, erklärt Felix Flinzer. „Dazu gehört für uns die Ausbildung unserer Pferde ebenso wie die Entwicklung unseres Bereiterteams. Gleichzeitig möchten wir unseren Kunden auch rund um Auktion und Verkauf einen noch umfassenderen Service bieten.“
Heißt in der Praxis, dass wer beim Verband ein Pferd kauft, hier auch einen Ansprechpartner für die weitere Entwicklung mit dem Pferd findet. Auf Dauer soll es ein breites Lehrgangsangebot geben. Weitere Ausbildungsmöglichkeiten, mit denen Elmshorn zu einem „Treffpunkt für Ausbildung, Zucht und Sport“ wird, sind in Planung.