Oldenburger Körung 2025

Siegerhengste v. Bonds und Kasanova de la Pomme, Schweden und Schweiz kaufen ein

Zucht
Der OS-Siegerhengst 2025 v. Kasanova de la Pomme und der OL-Champion v. Bonds. Foto: Oldenburger Verband/Beelitz Der OS-Siegerhengst 2025 v. Kasanova de la Pomme und der OL-Champion v. Bonds. Foto: Oldenburger Verband/Beelitz
Ihr Name ist Haase und sie weiß Bescheid, wenn es um Oldenburger Junghengste geht. Die Rede ist von Anne Haase, die 2015 (Mit-)Ausstellerin des Siegerhengstes Bonds war und nun einen von ihr entdeckten Sohn in Vechta mit der Siegerschärpe vom Platz traben sah. Der OS-Siegerhengst hingegen kam in den Niederlanden zur Welt.

53 Dressurhengste waren zur Oldenburger Körung 2025 angetreten, 32 wurden gekört und neun prämiert.


Zum Siegerhengst der Oldenburger Körung 2025 ernannte die Körkommission die Katalognummer 42, einen Rappen, ausnahmsweise nicht im typischen Fuchs-mit-Weiß-Look seines Vaters Bonds. Die Mutter ist die Elite- und Staatsprämienstute Faszination v. Diamond Hit-Florencio I-Santander H. Hans und Britta Scherbring haben den 1a Prämienhengst gezogen. Ausgestellt wurde er von Anne Haase in Ottersberg, die sich damit über einen ganz besonderen Erfolg freuen durfte. Denn genau vor zehn Jahren war sie es, die – zusammen mit Wilhelm Sieverding – den Vater dieses Youngsters in Vechta präsentierte, der damals ebenfalls mit der Siegerschärpe bedacht worden war. Haase entdeckte ihren zweiten Champion als Fohlen auf der Auktion in Vechta.


Die Anpaarung war vom Ehepaar Scherbring mit Bedacht gewählt worden. Die Mutter aus dem Stamm der Fackese ging nicht nur selbst auf dem Brillantring in Rastede, sondern hat auch bereits drei S-erfolgreiche Nachkommen und bis Grand Prix ausgebildete Verwandtschaft. Ihr Halbbruder Damon’s Design v. Damon Hill geht für die USA im großen Viereck. Die dritte Mutter, Elite- und Verbandsprämienstute Francesca, brachte in Anpaarung mit Diamond Hit gleich vier Grand Prix-Pferde.


Über die anschließende Auktion wechselte der Siegerhengst für 360.000 Euro an das Gestüt Lövsta aus Schweden, Stammkunden in Vechta, die sich schon 2023 den Siegerhengst Verbier gesichert hatten. Wie dieser Von und Zu-Sohn wird auch der Champion 2025 im Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen als Vererber debütieren. Während Verbier nach siegreichem Kurzleistungstest und den ersten Fohlen mit der Hauptprämie bedacht nach Schweden umgezogen ist, hat das DLZ also den nächsten Lövsta-Siegerhengst im Stall, der auf den Namen Barnsley getauft wurde.


Die Reservesieger


Dynamic Dream-Fidertanz-De Nirolautet die Abstammung des ersten Reservesiegers der Oldenburger Körung 2025, der deutlich vom Muttervater geprägt ist. Elisabeth Wegert hat den Dunkelfuchs aus dem Stutenstamm gezogen, der neben mehreren Grand Prix-Pferden unter anderem den KWPN-Hengst Bretton Woods hervorgebracht hat. Der Hengst war verkäuflich. Der Hammer fiel bei 95.000 Euro.


Deutlich teurer war mit 130.000 Euro der zweite Reservesieger, ein rappfarbener Beau in edler Aufmachung v. For Romance-Floriscount-Rohdiamant. Monika Quarz in Friesoythe ist die Züchterin des Hengstes. Die BG Ifversen & Schwierking stellte ihn aus. In der Mitteilung des Oldenburger Verbandes hieß es, ein „aufstrebendes Gestüt aus Niedersachsen“ habe den Zuschlag erhalten. Inzwischen ist auch klar, welches Gestüt das ist: das Gestüt Famos von Maik Kanitzky, wo ab 2026 Dorothee Schneider die Verantwortung als Ausbilderin übernehmen wird.


Den gleichen Zuschlagspreis erzielte der ebenfalls mit einer Prämie bedachte Junghengst mit der Nummer 87, ein hübscher Schimmel v. St. Emilion-San Amour-Lamerto H. Die Urgroßmutter Freesie v. Floristen ist eine Vollschwester zum NRW-Landbeschäler Fleurop. Silvia Zeyn aus Langwedel zeichnete hier als Züchterin verantwortlich. Aussteller war Christoph Wahler vom Klosterhof Medingen, wo ja auch der Vater aufgestellt ist, der in diesem Jahr seinen ersten Körjahrgang präsentiert. Ein „Sportstall in Niedersachsen“ soll die neue Heimat sein.


Die weiteren Prämien


Gleich der erste Dressurhengst des Lots erhielt eine Prämie, ein Sohn des Be Sure, Bundeschampion 2024, der sich mit Leonie Richter für das Burg-Pokal Finale 2025 qualifizieren konnte. Be Sure hatte nur diesen einen Nachkommen im Lot, hier in Anpaarung mit einer dänischen Sezuan-Temptation-Mutter. Zwar war bzw. ist das Gestüt Chateau de Fontaine Züchter und Aussteller des unverkäuflichen Hengstes, der Dunkelbraune hat jedoch keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu dessen Aushängeschild Wendy de Fontaine von Isabell Werth.


Dynamic Dream stellte gleich sieben Nachkommen in Vechta, obwohl der verhinderte NRW-Siegerhengst, dem sein Titel wegen verbotener Medikation aberkannt worden war, wegen eines Unfalls, aufgrund dessen ihm eine Karriere als Reitpferd versagt blieb, keine Leistungsprüfung hat. Man wollte seine Eintragung ins Hengstbuch I vom ersten Fohlenjahrgang abhängig machen. Inzwischen hat für offiziell 1,9 Millionen Euro an Helgstrand verkaufte Dream Boy-Sohn schon ganze 43 gekörte Söhne, darunter der Hannoveraner Champion DC-10. Die ältesten Nachkommen sind jetzt vierjährig.


Von den sieben „Dynamic Dreams“ in Vechta wurden alle gekört und zwei prämiert. Neben dem bereits erwähnten Reservesieger erhielt auch die Nummer 53 v. Dynamic Dream-De Niro-Plaisir d’Amour eine Prämie. Petra Klaus zeichnet hier als Züchterin verantwortlich, die BG Senf & Kampmann präsentierte den Youngster. Die Mutter stellte unter anderem das Grand Prix-Pferd Friedolin von Hayley Beresford sowie eine Brillantring-Stute. Aus dem Stamm ging z. B. auch der Dressurpferde-WM Medaillengewinner Sultan des Paluds hervor, der später mit Annabella Pidgley EM-Medaillen im Nachwuchsbereich für Großbritannien holte. 80.000 Euro investierten Kunden aus Katar in den schicken Braunen.


Der Vivaldi-Enkel Asgard’s Ibiza war mit zwei Nachkommen in Vechta vertreten, die beide gekört wurden. Eine Prämie gab es zudem für den in den Niederlanden gezogenen KWPN-Hengst mit der Nummer 72. Er hört auf den Namen Identity und stammt ab v. Ibiza-Painted Black-Jazz, vereint also mit Vivaldi, Gribaldi und Jazz drei der vier populärsten niederländischen Dressurlinien in sich (außer Ferro). Der Hengst wurde auch unter niederländischer Fahne ausgestellt und war verkäuflich. Bei 50.000 Euro fiel der Auktionshammer und als Verbleib werden ebenfalls die Niederlande angegeben.


Secret-Grey Flanell-Desperados lautet die Abstammung des prämierten Rappen aus der Zucht von Markus Geng und im Besitz der niederländischen Olaerts Equestrian. Die wollte sich nicht von dem mit viel Aktion ausgestatteten Youngster trennen, dessen zweite Mutter bereits zwei gekörte Millennium-Söhne vorweisen kann. Aus dem Stamm kommt beispielsweise Robert Dovers Olympiapferd von 1988, Federleicht v. Federgeist xx.


Ein weiterer Prämienhengst mit dem Blut des Sezuan wurde die Katalognummer 86 v. So Perfect-Franziskus-Wilkens. Der mit Leonie Richter inzwischen Intermédiaire II-erfolgreiche Vater war Reservesieger der Oldenburger Körung 2019, ist aber inzwischen gelegt. Er stellte drei Söhne in Vechta, die alle gekört wurden. Der mit der Prämie stammt aus Dänemark von der ZG Hansen & Mark und wurde von Michael Barnekow ausgestellt. Seine neuen Besitzer sind noch ein Stück weiter nördlich zuhause. Der Zuschlag ging für 120.000 Euro nach Schweden.


 


OS-Champion v. Kasanova de la Pomme


Der Springpferdezuchtverband Oldenburg International war ursprünglich mit 31 Kandidaten im Katalog angetreten, einer fiel aus, ein anderer schied aus. Mit dem Urteil „gekört“ verließen 19 Hengste den Platz, sechs von ihnen zudem mit einer Prämie.


Zum OS-Siegerhengst 2025 ernannte die Kommission den einzigen Sohn des inzwischen mit Koen Vereecke in 1,60-Meter Springen erfolgreichen 2013er BWP-Siegerhengstes Kasanova de la Pomme. C.G.J. De Gier in den Niederlanden hatte den athletischen Braunen aus einer Apardi-Cassini II-Mutter mit niederländischem Stamm gezogen. Egbert Schep stellte ihn aus und sah ihn für 72.000 Euro über die Auktion an neue Besitzer aus der Schweiz gehen. Einen Namen hatte Vertreter des niederländischen T-Jahrgangs bereits als er in Vechta antrat – sehr passend: Tomba la Bomba (van de Zwethove).


Das Blut des Darco über Vater Asterix de Couleur führt der Reservesieger der Springhengste. Josef Kathmann hatte ihn aus seiner bewährten Nea’s Caretina v. Caretinus-Controller gezogen, die ihm auch schon die Ic-Brillantringstute Nea’s Fantastisca v. Flic en Flac AA bescherte. Die Großmutter brachte den gekörten Catapult. Aus dem Stamm ging unter anderem auch der mit Philipp Weishaupt 1,60 Meter-erfolgreiche Lasse K hervor. Für 55.000 Euro fand der bunte Braune ein neues Zuhause in Belgien.


Comme il faut präsentierte zwei Nachkommen in Vechta, von denen einer mit der Ic Prämie bedacht wurde, derjenige der von Hans Trainer auf dem Gestüt Neugschwent aus einer Calido-Carolus-Mutter gezogen worden war. Jene Mutter war nicht nur selbst S-erfolgreich, sie hat auch bereits zwei S-erfolgreiche Nachkommen. Die Großmutter brachte ebenfalls ein S-Pferd sowie einen gekörten Sohn, die Urgroßmutter ein Grand Prix-Pferd. Mehrere 1,60 Meter-Springpferde sind aus dem Mutterstamm hervorgegangen. Das Gesamtpaket kostete 70.000 Euro.


Die prämierten OS-Hengste


Den Spitzenpreis unter den springbetont gezogenen Hengsten in Vechta brachte der prämierte, aber nicht rangierte Sohn des Candy de Nantuel. Dieser französische Starvererber ist spätestens seit der EM in La Coruña dank seiner Vollschwester Hello Folie wohl jedem Zuchtinteressierten ein Begriff. Sein auffälliger Sohn in Vechta stammt aus einer Cumano-Chellano Z-Mutter, die den Stamm vertritt, der u. a. auch die bekannten 1,60-Springpferde Cupcake Z von Sanne Thijssen und USA Today von Robert Whitaker hervorbrachte. Egbert Schep war hier sowohl Züchter als auch Aussteller. Für 100.000 Euro fand der Youngster neue Besitzer.


Schließlich erhielt auch der Sohn des Hickstead White eine Prämie. Seine Züchterin Lea Beckmann aus Meppen hatte den wohl einzigen Sohn des großen Hickstead von züchterischer Bedeutung an die KWPN-Stute Allenger v. Royal Bravour-Goodtimes angepaart. Das Gestüt Sprehe stellte das Ergebnis aus. Der Zuschlagspreis lag bei 39.000 Euro.


Preisstatistik OL


26 verkäufliche gekörte Dressurhengste erzielten einen Durchschnittspreis von 72.212 Euro, wobei der günstigste Hengst für 23.000 Euro zu haben war. Neun gingen ins Ausland, 17 bleiben in Deutschland.


Den Höchstpreis bei den nicht gekörten Hengsten erzielte der Vivaldos-Fürstenball-Sandro Hit aus der Zucht von Margarete Strohm in Nordhorn. Er ging für 36.000 Euro nach Polen. Acht der nicht gekörten Hengste waren verkäuflich und brachten im Mittel 26.200 Euro.


Preisstatistik OS


15 der 19 gekörten OS-Hengste konnten über die Auktion erworben werden. Im Durchschnitt musste man 47.900 Euro für einen von ihnen ausgeben.


Von den nicht gekörten Hengsten waren sechs für durchschnittlich 14.833 Euro zu haben. Der Höchstpreis lag bei 16.000 Euro für den Sohn des Chaccothage Blue PS-Califax-Aletto von Hans-Georg Töbelmann. Er wechselte in die Niederlande.


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