DSP Hengsttage 2026: Wenn plötzlich drei Siegerhengste in der Bahn sind

DSP Hengsttage 2026 mit Dressur-Doppelspitze und „unglaublichem“ Springsieger

Zucht
Drei Siegerhengste bei den DSP Hengsttagen 2026. Drei Siegerhengste bei den DSP Hengsttagen 2026.
Da waren es plötzlich drei – bei den DSP-Hengsttagen gab es drei Siegerhengste in zwei Disziplinschwerpunkten. Neben dem Springsieger v. Heartbreaker wurden zwei Dressursieghengste, Söhne von Sir Donnerhall und Feliciano, herausgestellt. Insgesamt wurden 52 Hengste gekört.

Die DSP Hengsttage 2026 in München Riem warteten mit einem Novum auf. Drei Siegerhengste wurden aus den 92 angetretenen Hengsten ausgewählt. Im Springen gab es einen Solitär, in der Dressur ein Doppel. Die genetische Vielfalt spiegelte sich in den Körurteilen wider. Im Prämienlot Springen kamen die elf prämierten Hoffnungsträger aus vier großen Hengstlinien. In der Dressur ließen sich die neun DSP Prämienhengste auf sieben Linienbegründer zurückverfolgen, wenn man im Falle des Vollblüters Furioso xx die Furioso II- und die Ferro-Linie getrennt betrachtet.


DSP Hengsttage 2026 Dressur: Siegerhengste im Doppelpack


In der Dressursparte wurden 28 Hengste gekört, von denen neun eine Prämier erhielten. Drei Hengste wurden auf den „Endring“ gebeten. Aus dem Trio wurden dann zwei Hengste zu Champions erklärt. Ein bei Martin Niedermair gezogener Feliciano-Sohn und ein in Westfalen geborener (Z.: Erich Trogemann) Fuchs v. Sir Heinrich.


Der Braune v. Feliciano-San Amour kann auf illustre Verwandtschaft verweisen. Seine Großmutter v. Lanciano-Raueck ist eine Vollschwester zum mehrfachen Bundeschampion und bis Grand Prix erfolgreichen Bayern Lord Sinclair. Der mit großer Schulterpartie ausgestattete Sieger war schon einmal in aller Munde: Als Auktionsfohlen war er 2023 bei der DSP Auktion in Sauerlach von der Tschechin Ida Vávriková ersteigert worden. Für stattliche 30.000 Euro.


Jörg Schröter, in der Körkommission für die Dressur zuständig, kommentierte den formschönen Braunen so: „So viele Möglichkeiten, das ist ja fast schon am Optimum. Ein Traumpferd. Ein tolles Auge, ein Pferd, der sich super leichtfüßig und wie auf Federn bewegt. Sicherlich sein Highlight an der Longe. wo man dann die immensen Möglichkeiten sehen konnte,  wieviel Lastaufnahme und Tragkraft dieses Pferd entwickeln kann. Wie weit er dann sich nach oben katapultieren kann.“ Was die Kömmission außerdem begeistert hatte: Das Interieur, die  Ausgeglichenheit.


Sir Heinrich-Sohn – Siegerhengst made by Sandro Hit


Der zweite Siegerhengst bestach durch seinen Takt. Ein Fuchs, der immer nach oben antrabte und dort wo andere eilig im Bewegungsablauf wurden, sich in Selbsthaltung und Takt präsentierte. Der Fuchshengst ist in Westfalen registriert und entspringt einem ursprünglich hannoverschem Mutterstamm. Die Mutter stammt von Don Juan de Hus ab.


Schröter lobte Körperpartien und „unheimlich großen Linien“. „Ein Pferd, was mit seinen Grundgangarten in allen Bereichen komplett überzeugt hat – so viel Eleganz ,soviel Leichtfüßigkeit.“ Außerdem stellte er die Darstellung an der Longe besonders heraus., „superschön in der Anlehnung, superschön bergauf. Es gibt es gibt nichts, was dieses Pferd an Wünschen nicht erfüllen würde“. Dass Altmeister Sandro Hit mit einem Siegerhengst in Erscheinung tritt, hat es auch schon länger nicht mehr gegeben.


Der Dritte im Bunde stand nicht zum Verkauf. Ein auffälliger Fuchshengst mit keckem Gesicht, der über seinen Vater Juwel auf Zack (Urgroßvater) zurückgeht. Der Hannoveraner, einer von drei im Prämienlot, überzeugte unter anderem durch dynamischen Antritt. Er wurde zum Reservesiegerhengst ernannt.


Fünf Linien im Prämienlot


Die sechs weiteren Prämienhengste stammten aus fünf Linien. Ein drahtiger Fuchs v.  Dutch Dream-Benicio, dessen Mutter die ehemalige Bundeschampionesse Baroness Bibi war, repräsentierte Ladykiller xx (über Vivaldi). Escolar war durch einen Urenkel von Energy -Sezuan mit auffallender Hinterbeinaktivität vertreten. Der Jazz-Zweig der Furioso II-Linie leuchtet mit einem geschmeidigen Global Player-Floriscount-Sohn auf. Totilas war über einen Braunen v. Total Hope-Feenkönig xx, dessen Mutter eiine Halbschwester zu dem Grand Prix -Pferd Oldi v. Swagman ist, im Lot repräsentiert. Schließlich gab es neben dem Reservesieger noch zwei weitere Ferro-Nachfahren, einen Braunen v. Fusionist-Brentano II und einen hochbeinigen Zackerey-Fürst Heinrich-Nachkommen. Mit jeweils drei Vertretern waren die Verbände DSP, Hannover und Westfalen im Prämienlot repräsentiert.


Springen: Olympiasieger Hickstead stellt Sieger bei DSP Hengsttagen 2026


Schon mehrere gekörte Söhne hat die OS-Stute Diarada v. Diarado-Argentinus-Ramiro Z aufzuweisen. Aber ein Siegerhengst war bislang nicht darunter. Das ist nun nicht mehr so. Mit dem drahtigen Hickstead-Sohn der selbst im Springsport erfolgreichen Stute stellte die Körkommission einen drahtigen Hengst an die Spitze der elf prämierten Kandidaten für den Parcours. Der Braune (Z.: Uwe Eberhardt) konnte sehr gut mit seinem Körper umgehen. Er vereinte so viele positive Attribute in sich, dass Andy Witzemann, Springexperte in der Körkommission, es kurz und knapp in seiner Laudatio machte. „Ein unglaubliches Pferd, ein Ausnahmepferd mit allen Qualitäten gesegnet, nach denen wir suchen. Ein blütiger Heartbreaker, langbeinig – ein kompletter Hengst“.


International bewährte Gene


24 Hengste erhielten insgesamt ein positives Körurteil im Springsegment. Im „Elferrat“ der prämierten Parcoursaspiranten fanden sich fünfmal Hengste, die auf Cor de la Bryère zurückgingen, dreimal war der Franzose Diamant de Semilly präsent als Linienbegründer, zwei gingen auf den in den Niederlanden in den 1970er Jahren populären Lucky Boy xx zurück. Und der Sieger v. Heartbreaker vertritt die Farn-Linie, die ihren Ursprung in Holstein hat.


Der Reservesieger vertrat den berühmten Holsteiner Stamm 318, genauer 318D2 (Diarado, Corofino …). Im Typ konnte er seinen Erzeuger Million Dollar nicht verleugnen, wenngleich er weniger bunt als andere Nachkommen des Belgiers war. Vermögen schien der Hengst gleich dreimal bestellt zu haben. „Gewaltiges Springen, nicht weit weg von der Perfektion. Ein Pferd, das kann ‘ne 10 kriegen“, analysierte Andy Witzemann.


Der zweite Reservesieger brachte internationales Blut von väterlicher und mütterlicher Seite: Der Braune stammt von Balou du Reventon ab, der als Zuchthengst unter dem Namen Cornet‘s Balou firmiert. Mannschafts-Olympiasieger Harry Charles und vorher Brian Mogre haben diesen Hengst über die schwersten Kurse der Welt geritten. Der Mutterstamm zeichnet außerdem für den legendären For Pleasure verantwortlich. Andy Witzemann: „Ein ziemlich kompletter Sportler und Hengst mit viel Übersicht, alles Vermögen am Sprung, dabei leichtfüßig“.


Mit direkten Söhnen von u.a. Chacco-Blue, Cornet Obolensky sowie Emerald und Diamant de Semilly waren viele Big Names als Väter der Prämienhengste im Körkatalog verzeichnet.


Die verkäuflichen Hengste gehen ab 15 Uhr in die Auktion.


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