Der erste, der Sport und Zucht in sich vereinte
Für den heutigen Weg eines Hengstes ist der sportliche Einsatz beinahe so selbstverständlich wie die regelmäßigen Tupferproben. In den 1980er Jahren war es aber Donnerhall, der im Dressursektor (im Springen waren in Frankreich, Benelux und auch in Holstein (Ramiro, Caletto II…) die Deckhengste diesbezüglich den Viereckskünstlern mehr als nur einen Schritt voraus) als erster bewies, dass eine Sport- und eine Zuchtkarriere durchaus Hand in Hand gehen kann.
Diesen Weg sind auch viele seiner Söhne gegangen. De Niro (1993-2017) beispielsweise, lange Zeit die Nummer eins unter den Dressurpferde-Vererbern in der Weltrangliste der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH), Mannschafts-Weltmeister, und Weltcup-Sieger Damon Hill (2000-2024), der die Silbermedaille im Team bei den Olympischen Spielen von London 2012 gewann oder Don Schufro, 2008 bei Olympia in Hongkong Bronzemedaillengewinner für Dänemark im Mannschaftswettbewerb und u.a. Vater von Weihegold. Eines von insgesamt nur drei Fohlen des ersten Jahrgangs von Donnerhall war Don Primero (1995-2012), später Bundeschampion und vor allem als Vater des Jungpferde-Weltmeisters Dimaggio (geb. 1995) nachhaltig in der internationalen Dressurpferdezucht verankert.
Zu den züchterisch und sportlich erfolgreichen Enkeln Donnerhalls zählt u.a. Desperados v. De Niro (2001-2020), der unter Kristina Bröring-Sprehe die Nummer eins der Weltrangliste und lange Jahre fester Bestandteil des zumeist siegreichen deutschen Dressurkaders war.
Die Übermacht von Donnerhalls Dressurvererbung zeigte sich vor allem in den 2010er Jahren. Bei den Olympischen Spielen von London 2012 gingen alle Pferde im deutschen Team (Damon Hill/Helen Langehanenberg, Diva Royal/Dorothe Schneider, Desperados /Kristina Bröring-Sprehe, Dablino/Anabel Balkenhol) auf Donnerhall zurück.
Doch nicht nur im deutschen Dressurteam ist das Donnerhall fest verankert: Die Dänen hatten mit Digby/Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, Don Schufro/Andreas Helgstrand und Donnperignon/Anna Kasprzak drei direkte Donnerhall-Söhne in ihrem Championatsequipen. Über De Niro wird das großartige Genpotenzial vor allem über Danone (2000-2021) und dessen Söhne Destano (geb. 2007), einem Hannoveraner, der an zwei Olympischen Spielen teilnahm, sowie Dante Weltino der Dressurreiterei der Zukunft gesichert. Der 2007 geborene Oldenburger Dante Weltino blickt auf drei Olympia-Nominierungen zurück. Sein Sohn Jagerbomb konkurrierte unter der Britin Becky Moody im Olympia Kürfinale 2024 in Paris mit seinem Erzeuger und gewann Bronze mit Team GB. Destano wiederum zeugte den Oldenburger Denoix, Vierter im Grand Prix Special der EM 2025 unter Katharina Hemmer und das am zweitbesten bewertete Pferd der deutschen Mannschaft, die die Goldmedaille gewann.
