Neue Konstellation im Kursdesign der Vielseitigkeit von Luhmühlen: Kai-Steffen Meier assistiert Mike Etherington-Smith
Neue Konstellation im Kursdesign der Vielseitigkeit von Luhmühlen
Kursdesigner Mike Etherington-Smith und Assistent Kai-Steffen Meier auf der Geländestrecke von Luhmühlen. Foto: TGL / Thomas Ix Nicht nur was das Drumherum anbelangt, versprechen die Veranstalter der Vielseitigkeit in Luhmühlen einige Neuerungen. Auch was die Sprünge anbelangt, gibt es Neuigkeiten zu vermelden aus der Lüneburger Heide.
Mike Etherington-Smith mit neuem Assistenten
Nach wie vor ist der Brite Mike Etherington-Smith zuständig für das Kurs-Design. Sprich er ist derjenige, der sich den Streckenverlauf ausdenkt. Dabei legt er fest, welcher Hindernistyp wann wo auf der Geländestrecke zu überwinden ist. Bedenken muss er dabei nicht nur, dass seine Maße – Höhe, Weite… – dem internationalen Reglement entsprechen, sondern auch bei welchen Hindernissen beispielsweise die Höchstabmessungen gebaut werden können. Und wo es sich empfiehlt, nicht das Maximale abzufordern. Dafür muss der Kursdesigner nicht nur im Hinterkopf haben, wann das Hindernis im Verlauf der Strecke kommt, sprich „wie viel noch im Tank“ ist, sondern auch wie die Beschaffenheit der Trasse ist – bergauf, bergab, kurvige oder gerade Anreitstrecke – und auch, wie der Boden in den Wasserkomplexen beschaffen ist.

Die Herausforderungen von Mike Etherington-Smith
Mike Etherington-Smith hat schon so ziemlich alles gebaut, was weltweit im Cross zu bewältigen war. Unter anderem auch bei Olympischen Spielen. Für ihn stellt die Qualität der Reiter die größte Herausforderung dar: „Es ist ja eine bekannte Tatsache, dass die Reiter die Parcoursbauer immer austricksen. Wenn ich denke, dass ich meinen Kurs gut voreinander habe, finden die Jungs immer einen Weg, mich auszutricksen. Die Top-Reiterinnen und Reiter sind so gut, wir können aber nur bis zu einer bestimmten Höhe und Breite gehen, weil wir auf die Pferde achten müssen. Wir müssen fair zu den Pferden sein. Das ist das Wichtigste.“
Kai-Steffen Meier neu im Luhmühlen-Team
Neu an der Seite von Mike Etherington-Smith ist Kai-Steffen Meier, der als Assistent fungiert. Kai-Steffen Meier, dessen Ehefrau, die Belgierin Lara de Liederkerke-Meier, bereits in Luhmühlen die Fünf-Sterne-Prüfung hat gewinnen können, ist nicht nur Coach in Belgien, er ist selbst auch ein international erfolgreicher Vielseitigkeitsreiter. Mehrfach hat er den Geländekurs der schwersten Vielseitigkeitsprüfung der Welt in Badminton ohne Hindernisfehler beenden können. Er verspricht ein paar sichtbare Veränderungen im Kurs: Wir haben „vielen Sachen ein bisschen einen neuen Look gegeben. Neue Fragen. Interessante Sachen, die man so vielleicht hier noch nicht gesehen hat.“

Teamwork und Diskussion
Etherington-Smith und Meier haben in den vergangenen Wochen immer wieder in Luhmühlen gemeinsam diskutiert und gegrübelt, wie welches Hindernis auf der Strecke stehen sollte. Wie die Aufgaben, die an Pferd und Reiterinnen beziehungsweise Reiter gestellt werden, auszusehen haben. Und natürlich auch, ob diese Aufgaben für die Paare auf der Geländestrecke klar und deutlich zu erkennen sind. „Wir sind Montag morgen los und haben überall noch mal Hindernisse gestellt. Eine wirklich coole Sache, weil einfach jeder mal so eine Linie stellt. Und dann läuft man das ab. Und diskutiert: Was ist dann hier? Was ist dies?“
Das macht das Duo auf der Geländestrecke Luhmühlen
Die Kursdesigner, beziehungsweise der Designer und sein Assistent, machen sich Gedanken darüber, wie die einzelnen Hindernisse auf der Strecke stehen sollen – die Sprungrichtung, Distanzen und natürlich auch die Alternativen. Dann ist es der Job der Hindernisbauer, die theoretischen Ideen der Designer umzusetzen. Nicht in Fleisch und Blut, sondern konkret vor allem in Holz. Dafür ist seit diesem Jahr erstmals Christian Zehe zuständig.
Der Mann aus Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern ist selbst auch internationaler Kursdesigner, in Luhmühlen ist er der Parcoursbauer. Zehe, der aus der Nähe von Rostock stammt, kennt das Gefühl über den Kurs in Luhmühlen zu reiten. Er war nach der Wende einer der ersten Reiter aus der ehemaligen DDR, der in Luhmühlen am Start war. 1992 schaffte er es in den deutschen Olympiakader.
Safety first
Christian Zehe ist seit Jahren international als Hindernisbauer bekannt. Er ist einer, der viel im Bereich der „deformierbaren“ Hindernisse getüftelt hat. Der überwiegende Teil der neuen Sprünge ist so gebaut, dass bei einem Aufprall Elemente wegklappen und das Verletzungsrisiko für Pferd und Reiter minimiert wird.
Als Christian Zehe im Oktober die Anfrage seitens des Organisationskomitees in Lumühlen erhielt, ob er sich vorstellen könne, 2026 als Hindernisbauer tätig zu sein, hat er dann aber doch einmal trocken abgeschluckt. Nicht nur, weil der große Name Luhmühlen über allem schwebt, sondern auch, weil es zeitlich ganz schön knapp war.
Aber aktuell sind alle Zeitpläne eingehalten. Gebaut wird emsig an der CCI4-S-Strecke für die Deutschen Meisterschaften und natürlich die Piste der anspruchsvollsten Vielseitigkeitsprüfung, die es in Deutschland gibt, die CCI5*-L. In 14 Tagen geht es los.
Weitere Infos auf der Webseite der TGL Luhmühlen