Caro Hoffrichter ist Deutsche Amateurmeisterin Vielseitigkeit 2026

Die reitende Rechtsanwältin und ihr Wiesenflitzer – DAM Gold für Caro Hoffrichter und Archie CC

Vielseitigkeit
Redaktion von Redaktion
Symbolbild Vielseitgkeit. Foto: sportfotos-lafrentz.de Symbolbild Vielseitgkeit. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Caro Hoffrichter gewinnt zum zweiten Mal die Deutsche Amateurmeisterschaft Vielseitigkeit, diesmal mit selbst gezogenem Pferd.

Es war die zehnte Auflage der Deutschen Amateurmeisterschaft Vielseitigkeit, und zum achten Mal richtete das internationale Vielseitigkeitsturnier in Langenhagen bei Hannover die Meisterschaft aus. Es wurde ein Start-Ziel-Sieg mit 34,4 Minuspunkten für Caro Hoffrichter – obwohl im Parcours und im Gelände ein paar Zeitfehlerchen hinzukamen.


Für die Düsseldorfer Rechtsanwältin war es bereits der zweite Meistertitel bei den Amateuren – 2022 hatte sie mit Lucky van het Trappersveld in Münster Gold gewonnen.


Vom „Archie Racing“ zum Championatspferd


Partner ihres Erfolgs in Langenhagen war der siebenjährige Hannoveraner Archie CC von Alaba, den die Familie selbst gezogen hat. „Als Fohlen hieß er nur Archie Racing, weil er immer so über die Wiesen geflitzt ist“, erzählte die Siegerin und kam dabei ins Schwärmen. „Archie kennt einfach keine Angst, er will einfach nur nach vorne. Er ist ehrlich und schlau und braucht nicht viel Zeit, die Aufgabe zu lesen und zu verstehen – ein Witzbold, ein super Amateurpferd, das es einem immer einfach macht.“


Einfach gemacht habe er es ihr auch in Langenhagen. Mit dem Anspruch, dort abzuliefern, war sie angereist. Für selbstverständlich nahm sie es trotzdem nicht. „Aber als es dann in allen drei Teilprüfungen wirklich wie an der Schnur gezogen gelaufen ist, war die Freude schon sehr groß.“


Vor zwei Jahren waren Hoffrichter und Archie CC Siebte beim Bundeschampionat. Ihr nächstes Ziel ist ein Start bei der WM der jungen Vielseitigkeitspferde in Frankreich im Oktober. Auf lange Sicht soll es aber am besten noch weitergehen. „Aber nicht als Profi, es soll immer Hobby bleiben“, betonte sie. „Meine Tätigkeit in der Rechtsabteilung eines Konzerns bietet mir zum Glück flexible Arbeitszeiten, um entsprechend trainieren zu können.“


Mit dem Hobby Vielseitigkeit kann man Olympiasieger werden, wie Zahnarzt Hinrich Romeike bewiesen hat.


Jaspers und Reemtsma komplettieren das Podium


Seine dritte DAM-Silbermedaille holte Karsten Jaspers. Mit dem elfjährigen Oldenburger Campione de Lux gelang ihm dank der einzigen Gelände-Nullrunde im Teilnehmerfeldder Sprung aufs Treppchen vom sechsten Platz nach Dressur und Springen  – 38,9 Minuspunkte. Wie schon bei der Premiere 2017 (mit Duke’s Delight) sowie 2024 (mit Campione de Lux) wurde es auch diesmal DAM-Rang zwei für den Landmaschinenmechaniker aus Westerstede.


Auch Bernhard Reemtsma machte im Verlauf der Prüfung Plätze gut. Im Sattel von Lougherne Cash In Hand kletterte der Landwirt aus Hohenkirchen mit nur einem Abwurf im Springen vom ursprünglichen sechsten auf den dritten Platz und behielt die Bronze-Position dank einer schnellen Geländerunde bis zum Schluss – Endstand 39,0 Minuspunkte.


Böckmann und Bölting siegen in der offenen Wertung


Der Sieg in der offenen Wertung der ersten Abteilung des CCI3*-S (Jahrgang 2001 und jünger, DAM und Landesmeisterschaft) ging an den amtierenden U25-Weltmeister Calvin Böckmann mit Nachwuchspferd Bubine, einer achtjährigen DSP-Stute von Bubalu VDL mit prominenter Verwandtschaft mütterlicherseits: Sie ist eng verwandt mit Ingrid Klimkes Asha P und dem gekörten Hengst DSP Askari. Die Mutter Van Hera P ist eine Halbschwester zu diesen beiden und war ihrerseits auf CCI3*-Niveau erfolgreich mit Ingrid Klimke.


In der zweiten Abteilung gelang Vanessa Bölting aus Münster mit Ready To Go NRW (29,6 Minuspunkte) und Birkhof’s Lady Ciacomo NRW (31,5 Minuspunkte) ein Doppelerfolg. Dritte wurde hier Heike Jahncke mit Mighty Spring FRH (32,4 Minuspunkte) – 2021 selbst noch Deutsche Amateurmeisterin und seit diesem Jahr im Perspektivkader.


Zauberhafter Erfolg beim Amateur-Championat


Wie im vergangenen Jahr wurde in Langenhagen auch das Deutsche Amateur-Championat Vielseitigkeit ausgetragen, entschieden bereits am Samstag im Rahmen des CCI2*-S.


Gold ging ins Rheinland, an Marie-Sophie Zauber aus Mülheim an der Ruhr. Die 30-jährige Agrarökonomin war 2019 Einzelreiterin bei der EM der ländlichen Vielseitigkeitsreiter. In Langenhagen saß sie auf der erst siebenjährigen Diacontinus-Tochter Dona Casa, lag nach Dressur und Springen auf Platz zwei und setzte sich mit einer fehlerfreien Geländerunde und nur 1,2 Zeitstrafpunkten an die Spitze – Endstand 30,6 Minuspunkte.


Auch die bis dahin drittplatzierte Fe Marquard verbesserte sich im abschließenden Gelände noch um einen Platz und gewann Silber mit ihrer Hannoveraner Stute California Sun Spezial (v. Casalido) – dank einer von nur zwei Nullrunden im Gelände. Im vergangenen Jahr hatte die Bauzeichnerin aus Hiddingen bereits Doppel-Gold beim Bundeswettkampf gewonnen – Endstand nun 31,6 Minuspunkte.


Ihre Platzierungen verdankten die beiden Spitzenreiterinnen auch dem Pech von Titelverteidigerin Friederike Paradies aus Düsseldorf: Für sie und die For-Romance-I-Tochter Fallon B hatte es zunächst wieder nach einem Start-Ziel-Sieg ausgesehen. Doch eine Verweigerung im Gelände bereits an Hindernis sieben kostete sie 20 Strafpunkte und Zeit.


Bei der vierten Auflage des Amateur-Championats machte erstmals kein reines Damen-Trio die Medaillen unter sich aus: Der zweite Reiter mit einer Nullrunde im Gelände war nämlich Oliver Besecke aus dem sächsischen Markersdorf, vielfacher Teilnehmer am Bundeswettkampf Vielseitigkeit. Der 60-jährige Tierarzt und Vertriebsleiter bei einem Pharmakonzern rückte mit Nostradamus P, einem neunjährigen Deutschen Sportpferd von Nathan de la Tour AA, dank der Spitzenleistung im Gelände vom ursprünglichen Platz zwölf auf den Bronzerang vor – Endstand 41,4 Minuspunkte.


Wie an der DAM beteiligten sich 14 Paare am Deutschen Amateur-Championat.


Offene Wertung an Antonia von Baath, zweite Abteilung an Krajewski


Die offene Wertung der ersten Abteilung des CCI2*-S sah einen Start-Ziel-Sieg dank Antonia von Baath mit dem Hannoveraner Gentleman-Sohn FRH Gentle Willowbee H. Die beiden hatten in der Dressur mit 24,3 Minuspunkten die Führung übernommen und beließen es auch in Parcours und Gelände bei diesem Ergebnis.


Die andere Abteilung sah die Bundeschampionesse 2025, Ajana v. Karajan, mit Julia Krajewski an der Spitze. Das Prinzip war das gleiche: Dressurführung mit 23,8 Minuspunkten, was auch das Endergebnis war.


Alle Ergebnisse von DAM/DAC in Langenhagen finden Sie hier.


Bearbeitete Meldung von Pferdesport Deutschland.


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