Vielseitigkeit bei den Asian Games: Gold für Thailand und Alex Hua Tian
Alex Hua Tian verteidigt Vielseitigkeits-Titel bei den Asian Games, Thailand im Gelände zu Gold
Alex Hua Tian und der neunjährige Ire Manjushri sprangen und galoppierten überlegen zum Titel der Asian Games 2026.
Foto: FEI/Yusuke Nakanishi Photography Für so manchen Teilnehmer sind die Asian Games 2026 ein Déjà-vu. Schauplatz für die Pferdesportler ist nämlich der Tokyo Equestrian Park, wo 2021 die Olympischen Spiele stattfanden. Los ging es mit der Vielseitigkeit, die als Hybridformat mit Drei-Sterne-Dressur und -Springen sowie Zwei-Sterne-Gelände geritten wurde.
Nach Dressur und Springen lag Japan vorn, Thailand auf Rang drei. Dann kam das Gelände über 3.640 Meter, wo drei der vier Teamreiter, Woraphat Sittiju auf Uster de Chanay, Korntawat Samran und Billy Elmy sowie Weerapat Pitakanonda und Carnival March, samt und sonders ohne einen einzigen Strafpunkt ins Ziel kamen. Thailands Teamwertung blieb dadurch unverändert bei 109,9 Punkten – genug für Gold, noch bevor die letzte japanische Kombination überhaupt gestartet war. Komplettiert wurde das thailändische Quartett von Supap Khaw-Ngam und Vinetto.
Damit hatte Thailand die favorisierten Japaner geschlagen, die mit einer starken Mannschaft angetreten waren. Yoshiaki Oiwa, Toshiyuki Tanaka und Kazuma Tomoto gehörten alle drei dem Team an, das 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris eine historische Bronzemedaille gewonnen hatte. Doch es reichte nicht. Mit 115,20 Minuspunkten gewannen die Olympia-Bronzegewinner Silber bei den Asian Games hinter Thailand und vor der Republik Korea (143,5).
Eine lange Entwicklung
Thailands Sieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Entwicklung. 2018 in Jakarta und 2023 in Hangzhou hatte Thailand Team-Bronze bei den Asian Games gewonnen, dazu 2019 im heimischen Pattaya die erste Ausgabe der FEI Asian Championships. Im vergangenen Jahr wiederholte das Team diesen Sieg, wieder in Pattaya.
Zwei Reiter standen dabei im Zentrum: Samran gehörte sowohl 2019 als auch 2025 zu den Asian-Championships-Siegerteams und holte 2023 zusätzlich Einzel-Silber bei den Asian Games. Pitakanonda war bei beiden Asian-Championships-Titeln ebenso dabei wie bei der Asian-Games-Bronze in Hangzhou.
„Wir haben immer weiter trainiert und nie aufgehört, uns zu verbessern“, sagte Pitakanonda. „Wir hatten etwa drei Jahre Zeit, um das zu verbessern, was uns gefehlt hat, und es dieses Mal besser zu machen.“ Das ist gelungen. Vor allem auch wegen der Pferde, wie er betonte. „Ich muss auch den Pferden danken, dem besten Teil dieses Sports. Ohne sie könnten wir diese Medaille nicht gewinnen. Besonders meinem Pferd, Carnival March. Er ist seit acht Jahren bei mir, ich bin mit ihm auch bei den Olympischen Spielen in Tokio geritten. Das ist ein ganz besonderer Moment für mich, an diesen Ort zurückzukommen und Gold zu gewinnen.“
Japans Geländepech
Japan hatte die Teamwertung nach Dressur und Springen angeführt, ehe es im Gelände schwierig wurde. Ryo Murata und Brookpark Vikenti kassierten 20 Hindernisfehler und 10,8 Zeitstrafpunkte. Das war bitter für die Mannschaft und auch für ihn, denn er fiel damit auch aus den Top drei der Einzelwertung raus. Sie waren nicht das einzige Paar mit Problemen im Gelände – fünf schieden aus, zwei weitere gaben auf.
Titelverteidiger China ging ganz ohne Teamwertung nach Hause: Yuying Shu und Diabolo D’Ems AA schieden im Gelände aus. Da nur drei Kombinationen im chinesischen Team standen, gab es kein Streichresultat.
Von 31 gestarteten Kombinationen im Gelände kamen 17 ohne Springfehler durch, nur sieben blieben komplett fehlerfrei – ein Hinweis auf die Herausforderung der Optimalzeit von sieben Minuten.
Hua Tian verteidigt seinen Titel
In der Einzelwertung gab es dagegen keine Überraschung. Alex Hua Tian und der erst neunjährige Ire Manjushri, den der Chinese dieses Jahr erstmals auf Vier-Sterne-Niveau vorstellte, hatten nach 26,9 Strafpunkten in der Dressur die Führung übernommen und gaben sie nicht wieder her. Im Springen blieb das Paar fehlerfrei, im Gelände kamen sie in 6:49 Minuten ins Ziel – elf Sekunden unter der Optimalzeit – und beendeten so mit ihrem Dressurergebnis.
Es ist Hua Tians zweiter Einzeltitel bei den Asian Games in Folge, nach seinem Erfolg 2023 in Hangzhou mit Poseidons Admiral.
„Ich bin vor allem einfach erleichtert“, sagte der alte und neue Champion, der für seine Heimat China reitet, aber in England zuhause ist. „Natürlich gibt es Druck, wenn man bei einer Meisterschaft einen Goldtitel verteidigt und dazu noch mit einem so guten Pferd wie Manjushri antritt. Mein Hauptgedanke war einfach, weder ihn noch seine Besitzer zu enttäuschen. Sie sind so großartige Unterstützer. Ich hatte ein gutes Jahr, jetzt kann ich einfach entspannen und mich freuen.“
Thailands Sittiju und Uster de Chanay beendeten den Wettbewerb ebenfalls auf ihrem Dressurergebnis von 30,1 Punkten und sicherten sich damit Einzel-Silber – ein weiterer riesiger Erfolg für Thailand. Bronze ging an Japans Yoshiaki Oiwa und Ottawa des Desig, die ihrem Dressur- und Springergebnis im Gelände nur 0,4 Zeitstrafpunkte hinzufügten und mit 31,7 Punkten abschlossen.