Geht es jetzt nach Änderung des Jagdgesetzes Problem-Wölfen an den Kragen?

Wölfe dürfen bejagt werden

Szene
Der Wolf darf nun unter gewissen Eckdaten bejagt werden. Der Wolf darf nun unter gewissen Eckdaten bejagt werden.
Der Wolf wird als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dem Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde mit einer Mehrheit von Stimmen der CDU/CSU, AfD und SPD zugestimmt. Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke stimmten gegen die Gesetzesänderung.

Weil seit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland und Europa die Zahl der Risse durch die Raubtiere deutlich gestiegen waren, habe sich „auch das Konfliktpotenzial in Bezug auf die Bevölkerung“ gesteigert, heißt es. Weidetierhalter hatten schon lange darauf hingewiesen, dass die Kosten für den Weideschutz – von vermeintlich wolfssicheren Zäunen bis Herdenschutzhunden – nicht mehr zu stemmen seien.


Wolfsattacken auf Weidetiere im Jahr 2024



Neben dem ökonomischen Aspekt, sei auch die psychische Belastung nicht zu übersehen. Schwer belasten könnten, so hieß es seitens der Bundesregierung, „insbesondere Rissereignisse mit zum Teil noch lebenden, schwerstverletzten Tieren und die Beseitigung der Kadaver“ sein.


EU hatte Schutzstatus 2025 zurückgeschraubt


Ermöglich wurde die Gesetzesänderung, nachdem der Schutzstatus des Wolfs in der Berner Konvention zum 7. März 2025 von „besonders geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft wurde. Im Juni hatten die zuständigen EU-Gremien den Schutzstatus des Wolfs verändert. Das Raubtier wanderte aus Anhang IV (Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse) in den Anhang V (Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können).


Gegner der jetzt beschlossenen Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz hatten befürchtet, diese Änderung öffne einem unkontrollierten Abschuss von Wölfen Tür und Tor. Der Entschließungsantrag weist aber darauf hin, dass der „Gesetzentwurf das Ziel verfolge, die bestehenden Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen, insbesondere des präventiven Herdenschutzes, um die Option der Bejagung als Teil eines Bestandsmanagements zu ergänzen und so dem Anliegen einer tragfähigen Balance zwischen den Interessen der Wirtschaftsbeteiligten an der Vermeidung von Schäden und dem Interesse der Allgemeinheit am Schutz des Wolfs Rechnung zu tragen.“


Der jetzt abgestimmte Gesetzentwurf war in einer ersten Fassung im Dezember 2025 vom Kabinett vorgestellt worden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte damals Nachbesserungen gefordert.


Bundesländer sollen Leitlinie für Wolf-Management aufstellen


In einem nächsten Schritt sollen die Bundesländer nun gemeinsame Leitlinien für die Erstellung revierübergreifender Managementpläne aufstellen. Außerdem soll der Bund die Länder bitten, mehr Haushaltsmittel für Herdenschutzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Hintergrund ist die Weidehaltung. Diese besonders artgerechte Haltung von Schafen und Ziegen, Mutterkühen, Milchkühen, Jungrindern, Fohlen und Pferden sowie weiteren Weidetieren sei auch für den Erhalt der Artenvielfalt von hoher Bedeutung.


Runder Tisch „Wald/Wild“


Wohl um die sich teilweise diametral gegenüberstehenden Haltungen zum Wolf zu harmonisieren, soll ein Runder Tisch „Wald/Wild“ seine Arbeit aufnehmen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, die Länder sowie Wald-, Umwelt- und Jagdverbände sind gehalten, bis Ende 2026 Ergebnisse zum Wald-Wild-Konflikt vorzulegen.


Ähnliche Beiträge

Turniere abgesagt und weitere FEI Informationen zur Situation in Nahost
Turniere abgesagt und weitere FEI Informationen zur Situation in Nahost Zum Artikel
Statement von der Global Champions Tour zur Situation in Doha
Statement von der Global Champions Tour zur Situation in Doha Zum Artikel
Philipp Schulze Topphoff zieht von Havixbeck nach Riesenbeck
Philipp Schulze Topphoff zieht von Havixbeck nach Riesenbeck Zum Artikel
WP Wehrmann Publishing