Großes Interesse an der Arbeit des CHIO Aachen Scientist Circle bei der WM

„Wie geht’s dir, Pferd?“ – der CHIO Aachen Scientist Circle will Antworten geben

Szene
Wie ist es mit dem Pferdewohl auf Turnierveranstaltungen wie dem CHIO Aachen bestellt? Das war die Frage, die die CHIO-Macher dazu bewegte, den Scientist Circle ins Leben zu rufen.
Foto: Sportfotos-lafrentz.de Wie ist es mit dem Pferdewohl auf Turnierveranstaltungen wie dem CHIO Aachen bestellt? Das war die Frage, die die CHIO-Macher dazu bewegte, den Scientist Circle ins Leben zu rufen. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Der CHIO Aachen Scientist Circle ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Turnierveranstaltern und Reitern, die bei der WM ihre Arbeit vorgestellt haben, in deren Fokus das Pferdewohl steht.

500.000 Menschen tummelten sich in den 14 WM-Tagen auf dem Turniergelände der Aachener Soers. Sie waren für den Sport gekommen, aber vor allem wegen der Pferde. Die Frage nach ihrem Wohlergehen stand laut dem Expertengremium des CHIO Aachen Scientist Circle ebenso im Fokus des Interesses wie der Sport selbst.


Da geht es den Zuschauern nicht anders als den Verantwortlichen des CHIO Aachen als Veranstalter. Darum war man schon vor einigen Jahren auf Dr. Dirk Winter, Professor für Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen, zugegangen und stellte die Idee vor: ein Expertengremium zum Thema Wohlergehen von Sportpferden zu schaffen. Winter war sofort an Bord und holte renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche mit ins Boot. Eine erste Studie wurde beim CHIO 2023 durchgeführt


Subjektives objektivieren


Die Frage, wie es dem Pferd geht, beschäftigt jeden Pferdehalter Tag für Tag. Und wir alle sind – oft zu Recht – der Meinung, dass wir die Antwort, die unsere Pferde uns nonverbal auf diese Frage geben, verstehen. Aber wäre es nicht noch viel besser, wenn man sich hier nicht nur auf gefühlte Wahrheiten verlassen müsste, sondern objektive Daten hätte?


Das ist das Ziel des CHIO Aachen Scientist Circle. Das Grundanliegen des Forschungsansatzes sei, das Wissen über das Wohlergehen der Turnierpferde auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, erklärt Prof. Dr. Winter. „Tierwohl beim Pferdesport ist mittlerweile ein großes Thema“, weiß der Studiendekan Pferdewirtschaft an der HfWU Nürtingen. Trotzdem, mit einem so großen Interesse am Stand des Expertengremiums bei der WM in Aachen hatte er dennoch nicht gerechnet.


Bei der Tätigkeit des Gremiums geht es um die Forschung, aber auch darum, die Menschen dabei mitzunehmen. Es geht sowohl um die Ermittlung des Pferdewohls als auch um die Akzeptanz und Wirkung von entsprechenden Standards im Pferdesport in der Gesellschaft. „Wir wollen zeigen, wie wir es machen, das Pferdewohl zu ermitteln und zu messen, insbesondere in der Haltung auf dem Turnier im Vergleich zum Heimatstall“, so Winter.


Forschen für die Pferde


Was der Scientist Circle tut, kommt an. Viele Besucher des Info-Standes, insbesondere auch jüngere, hätten sich für die Forschung im Bereich Pferdewohl interessiert, berichtet Winter. Die HfWU mit dem Studiengang Pferdewirtschaft gehört hier zu den Pionieren. Derzeit entstehen an der Hochschule, unter anderem mit dem Fokus Tierwohl, mehrere Doktorarbeiten im Bereich der Pferdewissenschaft.


Das Forschungsfeld zum Thema Pferdewohl ist weit und umfasst auch Bereiche, die man nicht sofort mit Pferden in Verbindungen bringt. Zum CHIO Aachen Scientist Circle gehören neben Tiermedizinerinnen und Tiermediziner sowie Expertinnen und Experten für Pferdehaltung und -verhalten auch Fachleute für Neurophysiologie, Prozessleittechnik, KI basierte Kamerasysteme, Kommunikation und soziale Verantwortung. Von der HfWU gehört dem Gremium neben Dirk Winter auch die Pferdeethologin Prof. Dr. Konstanze Krueger-Farrouj an.


Ausblick


Das erste gemeinsame Forschungsprojekt des CHIO Aachen Scientist Circle wird voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen. Die Ergebnisse werden, sofern alles wie geplant läuft, auf dem nächsten CHIO Aachen präsentiert.


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