Anders Sjöbeck Hoeck darf u.a. aus Tierschutzgründen in Dänemark und Deutschland 2026 keine Turniere reiten
„Trakehner-Reiter“ Anders Sjöbeck Hoeck gesperrt – auch in Deutschland
Anders Sjobeck Hoeck bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2026 in Verden. Foto: sportfotos-lafrentz.de In der Stellungnahme des Verbandes heißt es wörtlich:
Hintergrund dieser Entscheidung ist eine Gesamtbewertung des Verhaltens von Anders Hoeck und dessen Folgen.
Im Reitsport hat das Wohl des Pferdes oberste Priorität. Dessen Wohlergehen muss den Interessen und Wünschen von Züchter, Trainer, Reiter, Besitzer, Pferdepfleger, Veranstalter, Sponsor und Offiziellen vorgehen. Dem Dänischen Reitverband (DRF) ist klar geworden, dass Anders Hoecks Vorgehen in dieser Hinsicht nicht mit den Werten und ethischen Richtlinien des DRF vereinbar ist.
(…) Mit dieser Entscheidung wollen wir das Wohl der Pferde in unserem Sport gewährleisten, die Technischen Direktoren und andere Offizielle schützen, ein gut funktionierendes Wettkampfumfeld erhalten und das Ansehen des Sports wahren.
Ende des Jahres wolle man erneut prüfen, ob man die Sperre aufhebt.
Zum Hintergrund
Mitte August 2023 wurde Anders Sjöbeck Hoeck von einer Stutenleistungsprüfung disqualifiziert, weil er sich laut der Technischen Delegierten Birgitte Tribler gewalttätig gegenüber dem Pferd gezeigt hat und trotz Aufforderung sein Verhalten auch nicht mäßigte. Daraufhin wurde der 22-Jährige zunächst für alle züchterischen Veranstaltungen des Dänischen Warmblutzuchtverbandes gesperrt, durfte aber weiter an Turnieren teilnehmen.
Unterdessen verklagte die Familie Sjøbeck Hoeck, der das bekannte Gestüt Hesselhoj gehört (woher unter anderem Hesselhoj Donkey Boy kommt), die Verbandsvertreterin wegen Rufschädigung in einem zivilen Gerichtsprozess. Im November 2025 entschied das Gericht zugunsten von Birgitte Tribler.
Wie Eurodressage in der Aufarbeitung des Falls berichtet, hat die Familie Anders Hoeck Berufung eingelegt gegen die Gerichtsentscheidung.
Einstweilen wird Anders Sjöbeck Hoeck 2026 nicht nur von sportlichen, sondern auch von züchterischen Events in Dänemark ausgeschlossen sein. Denn die Beschlüsse des DRF gelten auch für Veranstaltungen des Warmblutzuchtverbandes.
Deutsches Regelwerk
Eine ähnliche Regel gibt es auch bei der deutschen FN: Ein von der FEI oder einer nationalen FN gesperrter Reiter darf gemäß § 65 Ziffern 1.3 und 1.4 LPO nicht an PLS in Deutschland teilnehmen, sofern die deutsche FN den konkreten Fall nicht abweichend entschieden hat. Gemäß § 20 Ziffer 1 LPO kann einem von der FEI oder einer nationalen FN gesperrten Reiter auch die Ausstellung einer bereits erteilten Jahresturnierlizenz verweigert oder eine bereits ausgestellte entzogen werden.
Es besteht also theoretisch die Möglichkeit für die deutsche FN, einem von anderen Verbänden gesperrten Reiter (oder einer Reiterin) eine Genehmigung zu erteilen. Doch wie EQUI PAGES auf Nachfrage bei der FN erfahren hat, ist es der Plan der FN, die Entscheidung des dänischen Verbandes zu übernehmen.
Teilnehmer auf deutschen Turnieren
Die Frage, wie die FN mit dem Fall umgeht, ist relevant, weil Anders Sjobeck Hoeck auch regelmäßig auf deutschen Turnieren reitet, vor allem beim Trakehner Bundesturnier, aber auch beim Bundeschampionat und zuletzt bei den Rahmenveranstaltungen im Zusammenhang mit dem Trakehner Hengstmarkt. Hier war er Ende November vergangenen Jahres siegreich und mehrfach platziert in Klasse S*. Allerdings fiel er auch hier durch schlechtes Reiten auf, wie uns berichtet wurde.
Einer der Hengste, die über die Station Hesselhøj vertrieben werden, der Trakehner Gaspard, war mit der Dänin Cecilie Hedegaard außerdem für Deutschland bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2025 in Verden am Start. Hier hatte Anders Sjöbeck Hoeck eine Silbermedaille gewonnen, allerdings auf einem dänischen Pferd, der Stute Divya, die inzwischen an die Junge Reiterin Theresa Rosenkilde verkauft ist. Rosenkilde hat von Anders Hoeck auch schon den 15-jährigen Blue Hors Zwobber übernommen.