Reutlingen sagt ja zur Pferdesteuer, PSK protestiert
Ein Kind streichelt ein Pferd – ein Bild, dass man vielleicht zukünftig in Reutlingen nicht mehr sehen wird. Foto: Adobe Stock Die geplante Einführung einer Pferdesteuer in Reutlingen sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat sich der Pferdesportkreis Reutlingen (PSK) mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Darin übt er deutliche Kritik an den Plänen der Kommune.
Pferdesteuer schadet Reutlingen
Aus Sicht des Verbandes hätte eine Pferdesteuer erhebliche negative Folgen für den Pferdesport und die gesamte Branche in der Region. Besonders kritisch wird der drohende Wettbewerbsnachteil gegenüber umliegenden Gemeinden gesehen. Betriebe und Vereine könnten ins Hintertreffen geraten, während Pferdehalter ihre Tiere vermehrt in steuerfreie Orte verlagern.
Der Pferdesportkreis warnt zudem vor wirtschaftlichen Einbußen und einer Schwächung bestehender Strukturen. Eine Abwanderung hätte nicht nur finanzielle Folgen, sondern würde auch das sportliche Angebot reduzieren – von Training über Ausbildung bis hin zu Turnieren.
Ein Schlag gegen Gesundheit- und Sozialarbeit mit Pferden
Auch soziale und gesundheitliche Aspekte spielen laut Verband eine große Rolle: Angebote wie therapeutisches Reiten oder die Arbeit mit Menschen mit Handicap könnten durch zusätzliche finanzielle Belastungen gefährdet werden.
Neben inhaltlicher Kritik sieht der Pferdesportkreis auch praktische Probleme. Der Verwaltungsaufwand für die Umsetzung der Pferdesteuer sei unverhältnismäßig hoch, insbesondere da viele Pferdehalter nicht direkt in Reutlingen wohnen. Zudem sei eine klare Differenzierung zwischen Sport-, Freizeit- oder Therapiepferden kaum umsetzbar.
Ein weiterer Punkt: Viele Pferdebetriebe und Vereine stehen bereits unter wirtschaftlichem Druck. Zusätzliche Abgaben könnten diese Situation weiter verschärfen.
Als Alternative bringt der Verband eine Anpassung der Parkregelung ins Spiel. Eine Verkürzung des kostenlosen Parkens an Samstagen könnte, so argumentiert der PSK, Mehreinnahmen generieren. Und das bei deutlich geringerem Aufwand für die Verwaltung.