Gesellschaft für Pferdemedizin hat überarbeiteten Röntgen-Leitfaden 2026 herausgegeben

Neuer Röntgen-Leitfaden 2026 ist da

Szene
Symbolbild Röntgen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Symbolbild Röntgen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Die Gesellschaft für Pferdemedizin e.V. (GPM) hat den Röntgen-Leitfaden (RöLF) für Ankaufsuntersuchungen überarbeitet. Das Fazit: mehr Transparenz und Sicherheit, aber auch ein höherer Preis.

Die Röntgenkommission der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) setzt sich zusammen aus den Veterinärmedizinern Dr. Dagmar Berner, Dr. Maren Hellige, Dr. Werner Jahn, Prof. Dr. Christoph Lischer und Dr. Jörg Neubauer.


Seit dem 1. April ist der neue Röntgen-Leitfaden 2026 in Kraft und verspricht „mehr Klarheit und Sicherheit beim Pferdekauf“.


Das bedeutet der Röntgen-Leitfaden 2026 für den Käufer


Laut Angaben der GPM legt der aktualisierte RöLF fest, welche Bilder standardmäßig anzufertigen sind und wie Befunde bewertet und dokumentiert werden. Das Ziel sei es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und transparent darzustellen.


Auch wenn selbst bei modernster Diagnostik ein Restrisiko bestehen bleibe, könnte der RöLF grundsätzlich dabei helfen, diese Risiken besser einzuschätzen. Er stelle jedoch keine Garantie für die Nutzbarkeit und Gesundheit des Pferdes in der Zukunft dar.


Mehr Bilder


Statt bislang 18 werden künftig 22 Bilder standardmäßig angefertigt. Insbesondere dir Fesselgelenke, aber auch andere Bereiche seien dadurch genauer zu beurteilen. „Veränderungen, die früher schwer erkennbar waren, lassen sich so besser darstellen, da man dreidimensionale Strukturen wie Knochen es sind, nicht in einer zweidimensionalen Ebene sicher beurteilen kann“, heißt es von der GPM.


Der Käufer habe dadurch eine fundiertere Entscheidungsgrundlage. Gleichzeitig bedeutet das aber auch eine umfangreichere und teurere Untersuchung.


Befunde klar und verständlich darlegen


Wichtig ist es der GPM zu differenzieren zwischen:



  • Befunden ohne klare Bedeutung


und



  • Befunden mit möglichem Risiko für spätere Lahmheiten.


Auf diese Weise soll es Pferdebesitzern leichter gemacht werden, die Ergebnisse in Absprache mit den Tierärzten besser einzuordnen.


Klinische Untersuchung bleibt ein Muss


Der RöLF mag eine Hilfe sein, aber die GPM betont, dass die klinische Untersuchung des Pferdes mit Beurteilung in Bewegung, der Einordnung des Verhaltens und dem allgemeinen Gesundheitscheck der wichtigste Bestandteil der Kaufuntersuchung  ist. „Röntgenbilder liefern zusätzliche Informationen, ersetzen aber nicht die Gesamtbeurteilung des Pferdes.“


Orientierungshilfe, auch bei anderen Untersuchungen


Der Röntgen-Leitfaden 2026 gilt laut GPM für:



  • lahmfreie Warmblutpferde

  • ab einem Alter von 3 Jahren

  • im Rahmen einer Kaufuntersuchung


Er sei nicht vorgesehen für andere Fragestellungen, wie die Abklärung von Lahmheiten oder Zuchtentscheidungen. Aber er könne hier als Orientierung dienen.


Dr. Maren Hellige, Vizepräsidentin der GPM und Vorsitzende der Röntgenkommission, betont, dass die Überarbeitung vor allem auf praktischen Erfahrungen basiert. Ziel sei es gewesen, den Leitfaden verständlicher, konsistenter und alltagstauglicher zu gestalten.


Weitere Infos: gpm-vet.de


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