Iren dominieren die Weltmeisterschaften der jungen Springpferde, Medaillen für den Stall Ahlmann
Weltmeisterschaften der jungen Springpferde: Silber für Westfalen, zwei Medaillen für Stall Ahlmann
Angelique Böckmanns westfälischer Dourkhan Hero-Sohn Django Z war das einzige Pferd, das eine Medaille für Deutschland holte bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde 2026: Silber bei den Sechsjährigen.
Foto: FEI/Dirk Caremans Sonntag ist traditionell Finaltag bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde in Zangersheide. Und wieder einmal waren es die Iren, die die meisten Medaillen einheimsten – allerdings vor allem auf belgischen Pferden.
Fünfjährige – BWP dominiert
Weltmeisterin der fünfjährigen Springpferde, bei denen erstmals nicht das schnellste Pferd gewann, sondern das, das der Idealzeit am nächsten kam, wurde im zweiten Umlauf die BWP-Stute Vintage van de Heyveldhoeve (Z.: Bert Stoop), die von dem 16 Jahre jungen Iren Sam Widger, amtierender Pony-Vizeeuropameister, für ihren irischen Besitzer vorgestellt wurde. Die Stute ist eine Vertreterin des weitverzweigten und ursprünglich hannoverschen BWP Prestatiestam 17, der unter anderem auch den EM-Springhengst Glasgow vh Merelsnest hervorgebracht hat.
Silber ging mit nur vier Hundertstelsekunden Abstand an den irischen Wallach GLC Mr. President v. Conthargos-Untouchable, der noch im Besitz seines Züchters Gareth Cassidy steht und Coen Williams auch einen irischen Reiter hat. Hier liegt der Stamm der Corvette aus dem Hauptgestüt Trakehnen als züchterische Basis zugrunde.
Die Bronzemedaille ging wieder ans BWP dank dem von Rik Nauta vorgestellten Vasan van Strijtem v. Cazan van het Schaeck-Saros van’t Gestelhof, gezogen von der ZG De Pauw.
Die deutschen Ergebnisse
Einziges deutsches Paar unter den Platzierten waren Thomas Mang und der Comme il Faut-Casall-Sohn Ciroc EC (Z.: EC Horses BV), wobei der Hengst im Stutbuch Zangersheide registriert ist, also auch kein deutsches Pferd ist.
Kai Thomann und die OS-Stute Jebelle v. Bentley (Z.: Peter Wendeln) verpassten den zweiten Umlauf ebenso nach einem Abwurf wie Henning Athens und sein Zangersheider Epleaser-Sohn Exzellent Pleasure Z.
Fünf Strafpunkte wurden es für Matthias Gering und die Hannoveraner Stute Atlanta T v. Alaba Junior (Z.: Heinz Teeuwen).
Sechsjährige – Silber für Westfalen
In Belgien registriertes Pferd, unter irischer Flagge startender Reiter bzw. in diesem Fall Reiterin, das war auch die Erfolgskombination bei den Sechsjährigen – nur dass es hier keine BWP-Stute, sondern ein Zangersheider Wallach war, der die Konkurrenz im Stechen hinter sich ließ: Easy Peasy Indebus Z v. Emerald-Baloubet du Rouet (Z.: D. van Tiburg Bvba & J. Thiry) unter Niamh McEvoy. Aus dem Niederländischen Mutterstamm der Landra ging zwei Generationen vor Easy Peasy unter anderem der 1,60 erfolgreiche großartige Vererber Baltic VDL hervor.
Die einzige Medaille für ein deutsches Zuchtgebiet holte der westfälische Hengst Django Z v. Dourkhan Hero Z-Captain Fire aus der Zucht von Georg Sievert, Vertreter des Holsteiner Stammes 8777. Dass Django ein Z hinter seinem Namen stehen hat, liegt daran, dass das Gestüt Zangersheide sich das Talent bereits gesichert hat. Ausgebildet wird er allerdings im Stall von Christian Ahlmann, der ja der Lebensgefährte von Zangersheide-Chefin Judy-Ann Melchior ist. Ahlmanns Stallreiterin Nummer eins, Angelique Böckmann (geborene Rüsen), stellte den Hengst in der zweitschnellsten Zeit im Stechen vor und holte Silber für Deutschland.
Rang drei und damit Bronze ging an ein französisches Duo: den Mylord Carthago-Jarnac-Sohn Kelstar Derick unter seinem Besitzer Emeric George. Gezogen wurde der Fuchswallach vom Elevage de Rick (was einen vermuten lässt, dass er auch Quel Star de Rick heißen könnte).
Deutsche Ergebnisse
Ein einziges weiteres deutsches Pferd war noch unter den Platzierten: die OS Stute Nucri v. Nucaro-Cornet’s Stern, die allerdings mit Ion Dumitru einen Rumänischen Züchter und Besitzer hat und dank Luca Ruxandariu auch unter rumänischer Flagge antrat.
Kathrin Stolmeijer und der OS-Hengst Competent TS v. Cascadello-Cador (Z.: Theodor Sporkmann), der Christian Kukuk gehört, hatten einen Abwurf im Stechen.
Katrin Eckermann und die von Gestüt Westfalenhof gezogene OS-Stute Electra v. Eldorado vd Zeshoek verpassten das Stechen nach einem Abwurf im Normalparcours ebenso wie der Holsteiner Verbandshengst Union City v. United Way (Z.: Alf Bartholomäus) unter Lucas Wenz.
Siebenjährige – Bronze für Ahlmann
Christian Ahlmann und der BWP-Hengst Toemme de Regor Z v. Chacco Blue-Cento (Z.: Stal de Regor) hatten es als letztes Paar im Stechen der Siebenjährigen in der Hand den Titel für das Gestüt Zangersheide zu holen. Schon in der Qualifikation hatte der Schimmel gezeigt, warum das Gestüt Zangersheide in ihn investiert hat, und auch im Finale sprang er souverän – allerdings nicht schnell genug. Mit fehlerfreien 36,69 Sekunden wurde es Bronze.
Der Titel ging an die Zangersheider Stute Elotte Z v. Eldorado van de Zeshoek aus einer Larino-Mutter, vorgestellt von Roosje Brouwer für die Niederlande (Z. u. B.: Everse Horses). Die Stute ist nicht nur sportlich, sondern auch züchterisch hoch interessant. Ihre niederländische Großmutter Ilotte v. Pilot ist die Mutter von Marcus Ehnings Plot Blue. 35,47 Sekunden war die Stute schnell.
Silber ging nicht nur an einen niederländischen Mutterstamm, sondern an ein Pferd, das auch beim KWPN registriert ist: die Balou du Rouet-Quinar-Tochter Ortane mit Max van de Poll im Sattel. Er ist auch Besitzer der Stute aus der Zucht der ZG Van de Linden/Van der Heijden und ritt sie in 36,28 Sekunden auf Rang zwei.
Weitere deutsche Ergebnisse
Kein einziges der platzierten Pferde vertrat einen deutschen Zuchtverband. Dafür war eine weitere deutsche Reiterin vorne mit dabei: Kendra Claricia Brinkop stellte mit der BWP-Stute To Me-K van Kattenheye v. Van Gogh-Kannan (Z.: Tony und Annemarie Ramann-Strobba) das Pferd mit der schnellsten Vier-Fehler-Runde im Stechen vor, Rang acht.
Ansonsten hatte Angelique Böckmann auch bei den Siebenjährigen zwei Pferde ins Finale gebracht, die allerdings beide acht Fehler im Normalparcours hatten. Das war zum einen die Zangersheider Stute Themis Z v. Taloubet Z-Action-Breaker (Z.: Ca Horse Sport Bvba), zum anderen die westfälische Stute GSI Cornet’s Quick Lady v. Cornet Obolensky-Quick Star (Z.: Wilhelm und Angelika Ording).
Der Ire Conan Wright präsentierte mit I’m Special Bella GB v. I’m Special de Muze-Balou du Reventon eine OS-Stute (Z.: Prior). Die beiden hatten zwölf Fehler im ersten Umlauf. Ebenso erging es Elmar Vinkelau auf dem westfälischen Wallach Pegase’s Cambridge v. Pegase van’t Ruytershof-Cambridge aus der Zucht der Sportpferde Merschformann GmbH & Co. KG.
Patrick Stühlmeyer ritt einen französischen Hengst aus dem Besitz seines Chefs Paul Schockemöhle: Jagger Minotais v. Cornet Obolensky-Zandor. Der Hengst kommt aus einem hoch interessanten Stamm. 1,60 Stute Jumpy de Kreisker ist seine Großmutter, Dexter de Kerglenn usw. Allerdings hatten die beiden heute in Zangersheide einen schlimmen Sturz. Der Hengst wurde in die Klinik gebracht.
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