Richard Vogel krönt sein Hertogenbosch-Wochenende mit Sieg im Rolex Grand Prix
Richard Vogel und United Touch S sicherten sich den Sieg und das Gewinngeld von 300.000 Eurpo im Rolex Grand Prix bei den Dutch Masters in ‘s-Hertogenbosch. Foto: sportfotos-lafrentz.de Richard Vogel kam als Dritter in Stechen in ‘s-Hertogenbosch. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Freundin Sophie HInners mit Iron Dames Singlair in Führung. Einen Abwurf hatte der schwedische Wallach zu verzeichnen in schnellen 41,18 Sekunden. Das war am Ende die viertschnellste Zeit der elf Paare im Stechen und bedeutet Platz sieben, weil die US-Amazone Lillie Keenan mit Kick on v. Warrior im weiteren Verlauf, ebenfalls mit einem Abwurf, nach 40,82 Sekunden die Ziellinie überqueren sollte.
Auftritt Richard Vogel in ‘s-Hertogenbosch
Schon vor dem Stechen war klar: Die Tage bei den Dutch Masters waren das Wochenende des „Richie“ Vogel. Drei Siege hatte er schon feiern können in den Brabanthallen, dazu mehrere Top-Platzierungen. Vor dem vierten musste er sich mit seinem Europameister United Touch S in dem 310 Meter langen Stechparcours von Parcourschef Louis Konickx beweisen.
Die „Galoppsätze“ des United Touch S in ‘s-Hertogenbosch
Selbstbewusst galoppierten die beiden in typischer Manier in die Halle. United Touch S mit seiner großen Galoppade, Richard Vogel die Hände, wie stets ohne Handschuhe, am Mähnenkamm. Schon zum ersten Hindernis, einem Steilsprung, war das Grundtempo hoch. Dann schaltete Vogel den Turbo ein. Auf einem Linksbogen wartete da ein Oxer, im Umlauf Aussprung einer zweifachen Kombination. Das Paar bewältigte die Distanz mit sechs Galoppsprüngen, wobei man geneigt ist, eher von „Galoppsätzen“ zu sprechen. Diese ersten Meter waren es wohl, die den Unterschied ausmachten. Alle anderen Paare benötigten hier sieben Galoppsprünge, ohne dabei gefährlich dicht an den mächtigen Oxer zu kommen.
Was machen Vögel? Fliegen!
Mühelos sah es auch im weiteren Verlauf aus. Faszinierend zu sehen, wie der Westfale an der zweifachen Kombination – zwei gelb, grüne, luftige Rolex-Steilsprünge – zurückkam, nur um in der Landung schon wieder Fahrt aufzunehmen. Eine enge Wendung auf einen Oxer, einen überbauten Wassergraben, sah für den braunen Hünen wie ein Kinderspiel aus. Und mit einem großen Satz über den letzten luftigen Steilsprung kam das Paar fehlerfrei ins Ziel: 39,42 Sekunden. Daran sollte keiner der noch folgenden acht Konkurrentinnen und Konkurrenten heranreichen können.
Am dichtesten auf den Fersen war Vogel der 25-jährige Belgier Thibeau Spits mit dem Hengst Impress. Sie schafften es nach Sprung zwei noch einiges an Zeit gutzumachen (0/40,76). Dennoch betrug der Abstand von Vogel auf das Paar, das im vergangenen Jahr Achte der Europameisterschaft war, mehr als 1,3 Sekunden.
„Altmeister“ ohne Fehler, aber dennoch ohne Siegchance
Wie schnell die beiden unterwegs waren, zeigt der Abstand des Drittplatzierten. Der Belgier Pieter Devos hatte Casual DV Z ins Stechen gebracht. Die belgische Stute v. Cornet Obolensky war nicht langsam unterwegs, aber Devos schien auch nicht alles auf eine Karte setzen zu wollen. Seine 42,94 Sekunden ohne Abwurf, Platz drei, bescherten ihm noch 150.000 Euro Preisgeld. Insgesamt war der Rolex Grand Prix von ‘s-Hertogenbosch mit einer Million Euro ausgeschrieben.
Fuchs und von Eckermann schnell, aber nicht schnell genug
Der Schwede Henrik von Eckermann, Weltmeister von 2022, brachte mit Qasirah vd Reistenhoek eines der jüngsten Pferde der Prüfung an den Start. Die zehn Jahre junge Emerald-Tochter galoppierte engagiert über die 310 Meter (0/43,44) und verwies den Schweizer Martin Fuchs auf Rang fünf. Fuchs wendete den elfjährigen L&L Lorde v. Clyde nicht übertrieben eng. Sein etwas weiteres Ausholen summierte sich auf 44,35 Sekunden, Platz fünf vor Lillie Keenan (USA) und Sophie Hinners.
Kein Bonus für Herausforderer Farrington
Einen zusätzlichen 500.0000-Euro-Bonus hätte sich der US-Amerikaner Kent Farrington, der Gewinner des letzten Rolex Grand Prix in Genf im Dezember 2025, mit einem Sieg in ‘s-Hertogenbosch sichern können. Und so schnell, wendig und geschmeidig wie er die zwölfjährige Zangersheide-Stute Toulayna v. Toulon über den Kurs ritt, bestand kein Zweifel, dass er gern Siegprämie und Bonus hätte einstreichen wollen. Die Stute sprang flink und sicher – bis an den beiden letzten Hindernissen jeweils eine Stange fiel, Platz zehn.
Ein Oldie will es wissen
Erwähnung verdienen nicht nur die beiden international noch nicht so groß auftrumpfenden Niederländer Hessel Hoekstra (Neunter nach einem Flüchtigkeitsfehler an der Mauer) und Bas Moerings, der auf dem von seiner Familie gezogenen Ipsthar v. Denzel mit zwei Abwürfen Elfter wurde, sondern vor allem Yuri Mansurs (BRA) Alfons Santo Antonio. Der Braune ist 19 Jahre alt und zeigte, dass er längst noch nicht zum alten Eisen zu zählen ist. Erst am letzten Steilsprung, 1,60 Meter hoch, stellte sich Fortuna dem Paar in den Weg – Abwurf, Platz acht.
Ergebnis Rolex Grand Prix Dutch Masters ‘s-Hertogenbosch 2026