Hippomundo Statistik: die erfolgreichsten Springpferde der 2010er und 2020er

Karrierezeit und Leistung: Die erfolgreichsten Springpferde der letzten Jahre

Springen
Das Oranje-Dreamteam Maikel van der Vleuten und Verdi TN. Ihre Bilanz in 10 (!) Jahren Spitzensport: zwei Olympische Spiele, drei Europameisterschaften, eine Weltmeisterschaft, fünf Weltcup-Finals, drei Nationenpreis-Finals.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Das Oranje-Dreamteam Maikel van der Vleuten und Verdi TN. Ihre Bilanz in 10 (!) Jahren Spitzensport: zwei Olympische Spiele, drei Europameisterschaften, eine Weltmeisterschaft, fünf Weltcup-Finals, drei Nationenpreis-Finals. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Die Website Hippomundo wertet Abstammungsdaten und Turnierergebnisse von Sportpferden aus und setzt sie in Beziehung. Eine dieser Auswertungen wurde letzten Herbst veröffentlicht und befasste sich mit Karrierebeginn und -dauer von Spritzenspringpferden. Mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Wann sprangen die Pferde zum ersten Mal auf 1,60 Meter Niveau? Wie lange waren sie im Sport? Wie viele Prüfungen sind sie gegangen? Das waren die Fragen, denen Hippomundo in unterschiedlichen Kategorien nachgegangen ist. Dabei stellte sich heraus, dass die besten Springpferde durchschnittlich neunjährig ihre ersten 1,60 Meter-Prüfungen gegangen sind und sieben Jahre lang im Spitzensport unterwegs waren. Aber es gibt wie immer auch einige bemerkenswerte Ausnahmen.


Eintrittsalter und Karrieredauer


Die Liste der erfolgreichsten 1,60 Meter-Springpferde aller Zeiten wird von Henrik von Eckermanns (SWE) King Edward angeführt, gefolgt von Ben Mahers Olympiasieger Explosion. Beide waren neunjährig, als sie ihren ersten Einsatz auf 1,60 Meter-Niveau hatten, wie in Blick in die FEI Datenbank bestätigt.


King Edward hat zwar seit Märt 2025 kein Turnier mehr bestritten und ist aktuell auch nicht als „aktiv“ bei der FEI registriert, doch wie von Eckermann gegenüber den Kollegen des französischen Magazins GRAND PRIX erklärte, arbeitet er an einem Comeback mit dem belgischen Sohn des Celler Landbeschälers Edward, der ihm unter anderem Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen in Tokio sowie zwei WM-Titel bescherte.


Explosion W wurde im vergangenen Jahr aus dem Sport verabschiedet. Letzterer sprang fünf Jahr auf höchsten Niveau und hat 63 Ergebnisse in 1,60 Meter-Springen. Damit liegt Explosion W was den Beginn seiner Karriere angeht im Mehrheitsbereich, während die Karrieredauer unterhalb des Durchschnitts liegt.


Die meisten der erfolgreichsten 1,60-Springpferde sind neunjährig ihre ersten ganz großen Parcours gesprungen und waren dann acht bis neun Jahre an der Spitze. Dazu zählt zum Beispiel Christian Ahlmanns Erfolgshengst Taloubet Z, der von 2009 bis 2018 im Einsatz war und 103 (!) 1,60 Meter-Prüfungen bestritten hat.


Pferde, die für Deutschland springen/sprangen


Noch zwei weitere Hengste, die unter deutscher Flagge sprangen, zählen zu den besten aller Zeiten. Das ist zum einen Tobago Z von Daniel Deußer und zum anderen Cornado von Marcus Ehning. Tobago war neunjährig als er sein erstes 1,60 Meter-Springen ging und hielt sich sechs Jahre lang im Spitzensport, wobei er 88 Prüfungen ging. Cornados Eintrittsalter war mit zehn und er war bis 17-jährig in 59 Prüfungen am Start.


Die erfolgreichsten Stuten …


Gliedert man die Auswertung in Stuten und Wallache auf, führt das Hippomundo-Ranking noch einige weitere Pferde, die für Deutschland gingen bzw. gehen.


Die Liste der Stuten wird von McLain Wards HH Azur angeführt, die neunjährig in den Sport kam, sich acht Jahre an der Spitze hielt, 83 1,60-Prüfungen bestritt und dabei 4.081.215 Euro verdiente.


Knapp dahinter liegt mit einer Lebensgewinnsumme von 4.072.149 Euro Daniel Deußer Killer Queen VDM. Bei ihr wurden allerdings nur die Daten bis 2024 berücksichtig, obwohl die nun 16-jährige Eldorado vd Zeshoek-Tochter letztes Jahr noch Turniere ging und auch für dieses Jahr bei der FEI als „aktiv“ gelistet ist. Killer Queen war achtjährig bei ihrem ersten 1,60 Start und hat Stand 2024 105 1,60 Starts auf dem Konto.


Die von Ludger Beerbaum achtjährig in den Sport gebrachte Mila ist bekanntlich inzwischen mit Nadja Peter Steiner (SUI) im Einsatz und zählt mit 2.363.898 Euro ebenfalls zu den Großverdienerinnen. Eine solche ist auch André Thiemes Chakaria mit 1.939.007 Euro bei nur 64 Starts bis 2024. Sie war zehnjährig als sie zum ersten Mal über 1,60 Meter sprang.


… und Wallache


Mehr Geld verdient als King Edward hat im Sport bislang nur einer: der 14-jährige Leone Jei von Martin Fuchs. Mit neun Jahren sprang erstmals auf ganz hohem Niveau. Sein Verdienst beläuft sich auf derzeit 4.411.862 Euro – und er ist erst seit fünf Jahren im Spitzensport unterwegs.


Unter deutschen Reitern tauchen in der Wallach-Statistik zwei Spitzenverdiener auf. Das ist zum einen Olympiasieger Checker von Christian Kukuk an vierter Stelle mit 3.429.582 Euro (mit zehn Jahren erstes 1,60 Springen, jetzt 16, 81 1,60 Ergebnisse) und zum anderen Philipp Weishaupts Coby, der 2025 nach sechs Jahren im Spitzensport in Rente geschickt wurde. Er war neunjährig bei seinem Eintritt in die höchsten sportlichen Weihen, hat in sechs Jahren 87 Prüfungen von 1,60 Meter und mehr bestritten und sich dann mit 2.345.436 Euro Lebensgewinnsumme auf die Weide seiner Besitzer in den USA zurückgezogen.


Ausnahmeerscheinungen


Zwei absolute Ausnahmeerscheinungen gibt es in dieser Rangliste. Das ist allen voran der KWPN-Hengst Verdi TN von Maikel van der Vleuten (NED). Er war gerade erst siebenjährig, als er sein erstes 1,60 Meter-Springen ging und hielt sich zehn Jahre lang im Spitzensport, wobei er 156 Springen der höchsten Kategorie absolviert hat. 45 Prozent all dieser Prüfungen hat er fehlerfrei absolviert und in 50 Prozent war er platziert.


Auch bemerkenswert: der Selle Français-Hengst Rokfeller des Pleville Bois Margot von Eduardo Alvarez Aznar (ESP). Der französische Landor S-Enkel (v. L’Arc de Triomphe) war neunjährig als er sein erstes 1,60-Springen ging und 20 als er verabschiedet wurde. Für ihn schlagen 153 Starts zu Buche.


Weitere Pferde mit dreistelligen Startzahlen über 1,50 sind neben den bereits Genannten Casall von Rolf-Göran Bengtsson (SWE) mit 100, Martin Fuchs‘ (SUI) Clooney (117), Don VHP Z mit Harrie Smolders (NED) und Legend of Love (120) von Olivier Philippaerts (BEL).


Die vollständigen Listen finden Sie hier.


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