Scott Brash gewinnt fünften Großen Preis in Doha

In Doha heißt es: Hello again im CSI5* Grand Prix!

Springen
Scott Brash und Hello Jefferson – das Dreamteam in Doha. Foto: Lukasz Kowalski Scott Brash und Hello Jefferson – das Dreamteam in Doha. Foto: Lukasz Kowalski
Das neue Jahr ist vier Wochen alt und Scott Brash hat schon fünf Große Preise in Doha gewonnen. Obwohl, eigentlich ist es doch nicht so unglaublich. Man muss ihm und Hello Jefferson nur zuschauen.

Es war eine spannende Entscheidung im Großen Preis der Fünf-Sterne-Tour von Doha! Sieben Paare hatten es fehlerfrei durch den ersten Umlauf des 1,60 Meter-Springens über zwei Runden geschafft, darunter Scott Brash mit Hello Jefferson und Philipp Weishaupt im Sattel von Oreo D.R..


Der erste Ritt, der nach einem möglichen Sieg aussah, war der der Französin Megane Moissonnier auf ihrem französischen Conrad-Sohn Crooner Tame. Zwar gibt es Pferde, die flüssiger galoppieren als dieser 14-jährige Hengst, aber Moissonnier verstand es meisterhaft, den Vorwärtsfluss in jede Distanz mitzunehmen und so Galoppsprünge und Zeit zu sparen, wo es nur ging. Bei 54,90 Sekunden stoppte die Uhr. Das war der Maßstab, an dem sich unter anderem Mannschaftsolympiasieger Harry Charles mit Sherlock die Zähne ausbiss. Charles versuchte, die Zeit zu unterbieten, bezahlte das aber mit einem Abwurf.


Dreamteam in Action


Schließlich war Scott Brash mit Hello Jefferson an der Reihe. Der Cooper van de Heffinck-Sohn ist mit seinen 17 Jahren in der Form seines Lebens. Und wenn man Brash reiten sieht, versteht man, dass er bislang der einzige ist, der den Rolex Grand Slam of Showjumping gewinnen konnte. Es gibt nur wenige Reiter, die so Stechen reiten wie er. Aber es gibt auch nur wenige Pferde, die so ehrgeizig sind wie Hello Jefferson. Eine Distanz erwischte Brash nicht ganz ideal, musste den Wallach einmal aufnehmen. Aber die Millisekunden, die sie da verloren, machten sie im folgenden locker wieder wett. Jefferson ist noch nicht gelandet, da galoppiert er schon wieder. Man hat fast den Eindruck, er hat sich den Parcours vorher selbst angeschaut, so reaktionsschnell und präzise sind die Wendungen des Braunen. Und da er das wohl nicht getan hat, ist es Scott Brash, der ihn umaufwendig, aber effizient durch die schwierigsten Klippen steuert. Es war eine Bilderbuchrunde. Eine, mit der er sich den Sieg mehr als verdient hat. Aber noch war es nicht so weit.


Noch dreimal zittern


Drei Paare kamen nicht. Nadja Peter Steiner hat bekanntlich Ludger Beerbaums Mila übernommen und es ist eine Freude, den beiden zuzusehen. Unaufgeregt machten sie ihr Ding im Stechen. Die Schweizerin ritt keine verrückten Wendungen, jagte die Stute nicht auseinander, sondern lenkte sie mit leichter Hand geschickt über den Parcours und Mila leistete ihr mit gespitzten Ohren Folge. Es reichte nicht, um Brash und Moissonnier die Stirn bieten zu können, aber sie waren fehlerfrei im Ziel.


Millie Allens quirlige Fuchsstute heißt zwar Quickly und scheint auch Energie für zehn zu haben, aber heute sollte es nicht sein. Das britische Duo hatte zwei Abwürfe.


Nun waren es nur noch Philipp Weishaupt und sein zwölfjähriger Kannan-Sohn, die Brash sein Full House hätten streitig machen können. Die Chancen standen nicht schlecht. Als schnellstes Paar im Umlauf hatten sie sich die aussichtsreichste Position im Stechen verschafft. Weishaupt gab alles und Oreo ebenfalls. Doch der Rappe hat weder die Erfahrung noch den Zug und die Frequenz eines Jefferson im Galopp. Es wurde die zweitschnellste Zeit mit 53,86 Sekunden. Da jedoch ein Abwurf dazu kam, wurde es Rang vier.


Und der Sieg ging verdientermaßen an Scott Brash, der damit bis zum vorletzten Tag im ersten Monat des Jahres mit vier Pferden zwei Drei-Sterne- und drei Fünf-Sterne-Große Preise gewonnen hat. Das dürfte ziemlich einmalig in der Geschichte des Springsports sein. Über Rang zwei konnte sich Megane Moissonnier freuen. Nadja Peter Steiner und Mila sprangen auf den dritten Platz.


Neben Philipp Weishaupt auf Rang vier konnte sich mit Torben Köhlbrandt und Mastermind RL noch ein weiteres deutsches Paar an neunter Stelle behaupten. Sie hatten in beiden Umläufen je einen Abwurf.


Meyer-Zimmermann vor Weishaupt im 3*-Grand Prix


Ein Glück für die Konkurrenz, dass Scott Brash im Großen Preis der Drei-Sterne-Tour gar nicht am Start war. Hier siegte Abdullah Ahlsharbatly mit dem Holsteiner Quintero-Sohn Quisandro. Alsharbatly war auch im 5*-Großen Preis am Start, hier mit der von Julien Epaillard ausgebildeten und zuletzt von Janne Friederike Meyer-Zimmermann ausgebildeten Dubai du Cedre. Seitdem sie unter saudischer Flagge startet heißt die Baloubet du Rouet-Tochter allerdings nicht mehr wie die einwohnerstärkste Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, sondern trägt den Namen Diriyah. Letztes Wochenende belegte das Paar noch Rang sieben im Großen Preis, heute gaben sie auf.


Apropos Janne Friederike Meyer-Zimmermann – für die Schleswig-Holsteinerin hat das Jahr bestens begonnen mit diversen Siegen und Platzierungen in Doha. Heute kam eine weitere hinzu: Rang zwei in dem 1,50 Meter Grand Prix der Drei-Sterne-Tour auf der elfjährigen Holsteiner Stute Iron Dames High Level v. Livello. Dahinter konnte sich Philipp Weishaupt über einen weiteren fehlerfreien Auftritt seiner neunjährigen Zukunftshoffnung Callao L freuen.


Alle Ergebnisse aus Doha finden Sie hier.


 


Ähnliche Beiträge

Greve und Grandorado gewinnen in Göteborg
Greve und Grandorado gewinnen in Göteborg Zum Artikel
Hinners Zweite im arabischen Weltcup-Springen
Hinners Zweite im arabischen Weltcup-Springen Zum Artikel
Vogel ist schneller, aber Ward gewinnt in Wellington
Vogel ist schneller, aber Ward gewinnt in Wellington Zum Artikel
WP Wehrmann Publishing