Gahlen, Wellington, Doha – die Samstagshighlights im Parcours
Die Sieger im Großen Preis von Gahlen, Benjamin Wulschner und Castle Camiro – hier in Hohenwieschendorf. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Wulschner hängt Vorjahressieger in Gahlen ab
Das große Springturnier des Reitverein Lippe-Bruch Gahlen am ersten Januar-Wochenende des Jahres ist hierzulande traditionell ein Highlight im Turnierkalender. Auch dieses Jahr waren wieder alleine sieben S-Springen ausgeschrieben, dazu zahlreiche Prüfungen für Nachwuchsreiter und Amateure. Die Gelegenheit nutzen dieses Wochenende einige bekannte Namen.
Vorjahressieger Sören Suppert hat sein Toppferd Can Tici dabei. Der Deutsche Vize-Meister Tom Schewe war ebenso am Start wie der dreifache Derby-Sieger Toni Haßmann. Dazu die Familie Merschformann und Angelique Böckmann, mehrfache Medaillengewinnerin bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen und seit langem die rechte Hand von Christian Ahlmann bei der Pferdeausbildung.
Allerdings hatte dieses Jahr keiner der genannten eine Chance, an Benjamin Wulschner vorbei zu kommen. Der saß im Sattel der 13-jährigen irischen Stute Castle Camiro, über ihren Vater Sligo Candy Boy eine Balou du Rouet-Enkelin, die er im Herbst 2024 von Marcel Marschall übernommen hat. In 1,45 Meter-Springen war das Paar schon häufiger platziert und auch siegreich. Aber dies war der erste Sieg in einem S***-Springen über 1,50 Meter.
Sieben Paare hatten das Stechen erreicht, neben Wulschner auch Vorjahressieger Sören Suppert auf Can Tici, Tom Schewe mit Aaron Z, Angelique Böckmann im Sattel von Sheeran WL, Marc Boes auf Union Jack JPS und Juliane Rölfing im Sattel von Come and feel O NRW.
Fehlerfrei blieben von diesen sieben vier Paare. Die Siegerzeit von Wulschner: 38,20 Sekunden, fast eine Sekunde schneller als der Zweitplatzierte. Das Nachsehen hatten die Titelverteidiger, Suppert und sein Holsteiner Cornet Obolensky-Sohn, die nach 39,11 Sekunden ins Ziel kamen. Drittschnellster Nuller war Toni Haßmann auf dem westfälischen Mylord Carthago-Sohn Hero (40,24), gefolgt von Marc Boes und Union Jack JPS. Das JPS steht für Julius-Peter Sinnack, der nicht nur diesen neunjährigen Hengst gezogen hat, sondern auch dessen Vater, Europameister United Touch S.
Juliane Rölfing konnte sich rühmen, den schnellsten Vier-Fehler-Ritt geliefert zu haben mit ihrer Comme il faut-Tochter. Doch auch ohne den Abwurf hätten sie den Sieger nicht eingeholt. Bei 38,20 Sekunden stoppte die Uhr. Tom Schewe auf Aaron Z aus dem Besitz von Jos Lansink und Angelique Böckmann im Sattel des zehnjährigen Codex One-Sohnes Sheeran WL schlossen sich an.
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Vogel in Wellington Zweiter
Quantitativ weniger stark besetzt war das Samstagshighlight von Woche eins beim Winter Equestrian Festival in Wellington. 22 Paare nahmen an dem 1,50 Meter-Springen teil. Richard Vogel ritt allein drei Pferde, alle noch mehr oder weniger neu für ihn. Mit dem zehnjährigen Quizas van’t Hulsbos war es der zweite internationale Parcours nach Donnerstag, wo sie acht Fehler hatten. Diesmal blieb der Emerald-Sohn fehlerfrei im sechsköpfigen Stechen und die Zeit von 31,626 Sekunden reichte für Rang zwei hinter dem Kolumbianer Pablo Mejia Villa auf Caramia (30,591). Vogel hatte Quizas van’t Hulsbos vor kurzem von dem Ehepaar Devos übernommen. Sowohl Pieter Devos als auch seine Frau Karoline Devos-Poels haben ihn schon turniermäßig vorgestellt. Dies war allerdings die erste Prüfung über 1,50 Meter.
Dann ritt Vogel einen zehnjährigen Holsteiner Wallach mit Namen Upton, der zuvor von jenem Spanier vorgestellt worden war, der heute in Wellington hinter ihm Dritter wurde, Diego Perez Bilbao. Bilbao ritt Upton in den USA in Springen bis 1,40 Meter und war mehrfach platziert. Allerdings gehört der Wallach schon seit vergangenen April der Vogel & Will Equestrian GmbH. Im Oktober 2025 ritt Vogel den Uriko-Sohn in Tryon in drei Springen. Nun stellte er ihn erstmals über 1,50 Meter vor. Zwei Abwürfe und viel Erfahrung brachten sie ins Ziel.
Vogels drittes Pferd war der ebenfalls zehnjährige Hannoveraner Komet. Der Kannan-Sohn gehört seit knapp einem Jahr der Pegase Equestrian BV, hinter der Deborah Mayer steht, die Mäzenin des Global Champions League-Teams „Iron Dames“, für das Vogels Partnerin Sophie Hinners reitet. Die beste Nationenpreisreiterin des vergangenen Jahres (nach Nullrunden) war mit dem Wallach mehrfach siegreich bis 1,45 Meter, dann übernahm Vogel ihn. Er hat ihn im Sommer und Herbst bei verschiedenen Turnieren in den USA auch schon über 1,60 Meter-Springen vorgestellt, noch allerdings ohne Platzierung. Die gab es auch heute nicht. Auch Komet kam mit acht Fehlern aus dem Ring.
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Alsharbatly mit altem Bekannten siegreich in Doha
Nachdem Janne Friederike Meyer-Zimmermanns Holsteiner Stute My Lady Lavista gestern im Eröffnungsspringen des CSI4* Doha siegreich war, sattelte die Schenefelderin sie auch heute im wichtigsten Springen des Tages über 1,50 Meter mit Stechen. Diesmal gab das Paar allerdings auf.
Besser lief es für den Araber Abdullah Alsharbatly. Er hatte den inzwischen 17-jährigen Oldenburger Hengst Boeckmanns Lord Pezi Junior gesattelt, der seinen Namen nicht von ungefähr trägt. Gezogen wurde der Lord Pezi-Sohn von Werner Meyer. In den internationalen Sport gebracht haben ihn Hartwig Rohde und Marco Kutscher. Letzterer war mit dem Hengst unter anderem bei Global Champions Tour-Turnieren platziert, ehe der Brasilianer Pedro Veniss ihn übernahm. Nach einem kurzen Intermezzo mit Sergio Alvarez Moya kaufte Abdullah Alsharbatly Lord Pezi Junior im November 2024 und hat ihn seither stets selbst vorgestellt. Das Paar hat schon Nationenpreise gewonnen. So war es keine Überraschung, dass sie auch heute die Ehrenrunde anführten.
Elf Paare hatten sich fürs Stechen qualifiziert, zehn traten an, acht ritten zweimal null. Darunter befanden sich einige „Big Names“ wie Scott Brash auf Hello Mango, Max Kühner (AUT) oder der Global Champions Tour Super Grand Prix-Sieger Abdel Said (BEL).
Kühner war es denn auch, der der Siegerzeit am nächsten kam. Er stellte den KWPN-Wallach EIC Quantum Robin V vor, einen 13-jährigen Carambole-Sohn, den er vor zwei Jahren übernommen hatte. Zuvor war er von dem Iren Matt Carrigan geritten worden und hatte bereits 1,55 Meter-Platzierungen, als Kühner übernahm. Der heutige zweite Platz mit zwei fehlerfreien Runden dürfte eines ihrer bislang besten gemeinsamen Ergebnisse sein.
Rang drei holten Sienna Charles und die inzwischen 16-jährige Chacco-Blue Tochter Stardust nach Großbritannien. Die OS-Stute aus der Zucht des Gestüts Lewitz war mit Siennas Bruder Harry Charles unter anderem siegreich im Weltcup-Springen von London 2021, beim Saut Hermès und in Knokke. Sienna übernahm im Herbst 2022 die Zügel und trug ein halbes Jahr später mit gerade mal 20 Jahren zum zweiten Platz der britischen Mannschaft beim Nationenpreisturnier in Falsterbo bei. Die beiden sind also ein eingespieltes Team, das sich heute über Rang drei freuen konnte und dabei sowohl Abdel Said auf der Hannoveraner Stute Zasou als auch Scott Brash mit seiner elfjährigen Untouchable-Tochter Hello Mango hinter sich ließ.
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