Max Kühner gewinnt Weltcup-Etappe von London 2025
Eine Weltcup-Etappe zu Weihnachten für Max Kühner
Max Kühner und Cooley Jump the Q schrieben Geschichte, als sie als erstes österreichisches Duo die Weltcup-Etappe der London International Horse Show gewannen. Foto: FEI/Jon Stroud Media Der Ire Alan Wade war verantwortlich für den Aufbau der Londoner Parcours und stellte die 37 Paare vor einige Herausforderungen. Am Ende kam er auf ein fast ideales Ergebnis: Zehn Paare schafften es, den Kurs ohne Abwurf zu überwinden. Dass trotzdem nur fünf ins Stechen einziehen konnten, lag an der knapp bemessenen Zeit, die gleich fünf Opfer forderte.
Den Anfang machten im Stechen Donald Whitaker und seine Superstute Millfield Collette, mit der der in Dagobertshausen ansässige Brite im Sommer zum zweitplatzierten EM-Team in La Coruña gehört hatte. Die Cornet Obolensky-Tochter flog nur so über den Parcours – bisweilen vielleicht ein wenig zu weit. Somit hatte Whitaker die Tür ein Stück weit offen gelassen. Die Zeit: 35,52 Sekunden.
Max Kühner und sein zwölfjähriger Ire v. Pacino waren nächstes Paar. Kühner hatte sich etwas vorgenommen. Schon nach dem Normalparcours hatte er erklärt: „Er hat viel Temperament und lässt sich leicht von dieser großartigen Atmosphäre in London beeinflussen. Aber heute war er wirklich bei mir, er hat sozusagen mit mir gesprochen … Ich wusste, was er wollte, und er hat mir auch zugehört. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl in dieser Runde.“ Mit diesem Gefühl ging es also ins Stechen. Und auch hier hörte Cooley Jump the Q ganz genau hin. Kühner erwischte an jedem einzelnen Hindernis die ideale Linie und die ideale Distanz. Sein drahtiger Wallach sprang vorsichtig, effizient und fehlerfrei. Die Zeit: 33,94 Sekunden. Neue Führung. Schlagbar? Wie sich herausstellte, nein.
Vergebliche Versuche
Robert Whitaker und Vermento gelang es zwar, Kühner vier Hundertstelsekunden abzunehmen, aber das Risiko bezahlte er mit einem Abwurf. Cian O’Connor (IRL) und Chatolinue PS waren zwar ebenfalls fehlerfrei, aber mit 37,24 Sekunden deutlich langsamer. Pénélope Leprevost (FRA) hatte mit Baloubet de Talma ebenfalls einen Abwurf. Somit war klar: Der Sieger von London hieß Max Kühner. Donald Whitaker wurde Zweiter, O’Connor Dritter.
Sieger im Flow
Schon seit Jahren sind Max Kühner und Cooley Jump the Q ein Team. Er hat den Wallach von der Pike auf ausgebildet. Dementsprechend war er nicht nur glücklich darüber, dass er gewonnen hat, sondern vor allem über das Wie:
„EIC Cooley Jump the Q war heute wirklich bei mir. Ich konnte spüren, was er wollte, und er hörte mir zu, sodass ich schnell reiten konnte und wir dennoch immer gut miteinander verbunden waren … es war heute ein wirklich gutes Gefühl!“
Whitaker im Glück
Enthusiastischer zeigte sich der Zweitplatzierte, Donald Whitaker: „Es ist unglaublich. Ich komme schon mein ganzes Leben lang hierher, das wollte ich schon immer machen, und okay, ich habe nicht gewonnen, aber es ist wahrscheinlich genauso gut wie gewinnen! Ich bin total begeistert. Sie hat wieder alles gegeben und kämpft einfach um jede Sekunde“, zollte er seiner wunderbaren Schimmelstute Tribut.
O’Connor mit neuem Pferd und klarem Ziel
Cian O’Connor war schon deshalb überglücklich, weil er den zwölfjährigen Chatolinue PS erst seit drei Monaten reitet. Der in der Lewitz gezogene OS-Wallach war von Philip Rüping in den Sport gebracht worden und ging zuletzt unter dem Italiener Riccardo Pizzani. Im September wechselte er dann in den Besitz von O’Connors Karlswood Stables. O’Connor sieht in ihm eine WM-Hoffnung für Aachen und die Ergebnisse geben ihm Recht. London war schon der zweite dritte Platz in einem großen 1,60 Meter-Springen während ihrer kurzen Partnerschaft nach der Trophee de Geneve in Genf 14 Tage zuvor.
Er sagt: „Mit den Weltmeisterschaften haben wir nächstes Jahr ein großes Ziel vor Augen, und wir haben noch nicht viele Hallenturniere bestritten, daher bin ich wirklich sehr, sehr zufrieden mit ihm.“
Der Weltcup-Stand
London war die sechste von 13 Weltcup-Etappen der Westeuropa-Liga. Max Kühner hat sich mit seinem Sieg an die Spitze des Rankings katapultiert. Er hat 45 Punkte. Der zweifache Sieger Willem Greve folgt ihm mit 40 Zählern auf den Fersen. Europameister Richard Vogel ist mit 36 Punkten Dritter.
18 Reiter der Westeuropa-Liga qualifizieren sich für das Finale, das 2026 in Fort Worth, Texas, stattfinden wird. Als Faustregel gilt: Wer beim Finale dabei sein will, sollte bis Leipzig im Januar mindestens 40 Punkte gesammelt haben und ansonsten noch mal nachlegen.